ZKF Branchenbericht Uneinheitliche Entwicklung

Autor / Redakteur: Konrad Wenz / Slawa Schaub

Gestiegene Umsätze sollten eigentlich davon zeugen, dass es der Branche gut geht. Doch der ZKF-Branchenbericht teilt die Unternehmen in zwei Lager – Reparaturbetriebe konnten nicht profitieren.

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Das reparierende K&L-Gewerbe generierte zwar deutlich mehr Umsatz als im Vorjahr, aber eine geringere Rendite.
Das reparierende K&L-Gewerbe generierte zwar deutlich mehr Umsatz als im Vorjahr, aber eine geringere Rendite.
(Foto: Wenz)

Der diesjährige ZKF-Branchenbericht, der dieser Ausgabe der »Fahrzeug+Karosserie« beiliegt, zeigt es einmal mehr ganz deutlich: Umsatzsteigerung ist keinesfalls gleichzusetzen mit Gewinnsteigerung. Denn während das Umsatzplus (+5,4 Prozent) bei den herstellenden Betrieben auch zu einem Zuwachs in der Rendite von 2,1 auf 2,8 Prozent führte, konnten die Instandsetzungsbetriebe von ihrem Umsatzplus (+7,0 Prozent) nicht wirklich profitieren. Im Gegenteil: Das operative Ergebnis dieser Unternehmen sank von 6,5 auf durchschnittlich 3,6 Prozent, was einem Minus gegenüber dem Vorjahreszeitraum von rund 2,9 Prozent entspricht.

Der Report führt diese Entwicklung auf die zunehmende Schadensteuerung durch Versicherungen und sonstige Schadenlenker zurück. Mit dieser Einschätzung dürfte der Branchenverband vollkommen richtig liegen. Viel zu verlockend sind die Volumenzusagen, mit denen die Unfallinstandsetzungsbetriebe geködert werden. Das führt dazu, dass sie den Schadensteuerern hohe Nachlässe einräumen, und das wiederum muss sich im Ergebnis widerspiegeln.

Im Grunde genommen ist dies auch jedem klar, der an der Schadensteuerung teilnimmt. Dass es allerdings eine so deutliche Diskrepanz zwischen Umsatz und Gewinn gibt, sollte der Branche zu denken geben. Denn was passiert, wenn die Reparaturvolumina nicht kommen? Dann haben die Betriebe auf wenig Umsatz hohe Nachlässe eingeräumt und gefährden sich damit selbst. Gut, wenn es dann Vereinbarungen gibt – beispielsweise wie bei der HUK Coburg –, die den Instandsetzungsbetrieben einen finanziellen Ausgleich zusichern.

Wertvolle Informationen

Auch die oft ins Feld geführte Prozessoptimierung lässt sich nicht endlos weiter vorantreiben. Irgendwann kommt der Betrieb an den Punkt, an dem es kippt – das heißt, die Maßnahmen, die er für die Verbesserungen ergreift, sind zu teuer. Und das belastet das Betriebsergebnis zusätzlich.

Der Branchenbericht des ZKF stellt den Mitgliedsbetrieben umfassendes Zahlenmaterial zur Verfügung, das bei allen Verhandlungen hilfreich sein kann – sei es bei Gesprächen mit der Bank oder eben mit dem Schadensteuerer. Nun liegt es an Ihnen, das Zahlenwerk zu nutzen und für Ihre Zwecke zu interpretieren.

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