Suchen

Unfall: Was die Versicherung bezahlen muss

| Autor / Redakteur: Konrad Wenz / Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz

Smart-Repair kann im Haftpflichtfall zu rechtlichen Problemen führen. Die Karosserie- und Schadenstage setzen sich mit der Gleichwertigkeit der verschiedenen Reparaturmethoden auseinander.

Firma zum Thema

Versicherungen ziehen die Reparatur dem Teileaustausch vor. Der Sachverständige muss den Reparaturweg festlegen.
Versicherungen ziehen die Reparatur dem Teileaustausch vor. Der Sachverständige muss den Reparaturweg festlegen.
(Foto: Wenz)

Die Rechte von Autofahrern und Werkstätten stehen im Fokus der Würzburger Karosserie- und Schadenstage am 17./18. April 2015 im Vogel Convention Center. Kann der Geschädigte eines Verkehrsunfalls beispielsweise vom Schädiger oder dessen Haftpflichtversicherer die Kosten einer herkömmlichen Fahrzeugreparatur verlangen, oder kann er auf die Kosten der im Zweifel günstigeren alternativen Reparatur verwiesen werden?

Lackierfreie Ausbeultechniken zur Behebung von Hagelschäden, Kunststoffreparaturen zur Beseitigung von Rissen oder Kratzern an äußeren Kunststoffteilen, Spot-Lackierungen (Punkt-Ausbesserungen und Teillackierungen), aber auch Reparaturen an Windschutzscheiben sind verbreitete und technisch anerkannte Methoden zur Instandsetzung von Kraftfahrzeugen. Gegenüber herkömmlichen Reparaturverfahren wie etwa dem Austausch beschädigter Teile und der Neulackierung bieten diese Smart-Repair-Methoden meist den Vorteil geringerer Kosten, was gerade im Haftpflichtfall zu rechtlichen Problemen führen kann.

Wie die oben genannte Frage zu beantworten ist, wird nicht allein durch rechtliche Kriterien bestimmt, sondern hängt maßgeblich davon ab, ob die jeweilige alternative Reparaturmethode der herkömmlichen Methode im Einzelfall technisch gleichwertig ist. Um das einwandfrei zu beantworten, muss in der Regel ein Kfz-Sachverständiger hinzugezogen werden.

Daran knüpft sich wiederum die Frage, welche Hinweis- oder Dokumentationspflichten einen Kfz-Sachverständigen hinsichtlich alternativer Reparaturmethoden bei der Schadensbegutachtung treffen. Muss ein Sachverständiger seinem Schadensgutachten die Kosten der günstigsten Reparaturmethode zugrunde legen oder darf er die Kosten der herkömmlichen Methode kalkulieren?

Dr. Sigurd Wern, Richter am Landgericht Saarbrücken, setzt sich während der Würzburger Karosserie- und Schadenstage mit diesen Fragen auseinander. Verpassen auch Sie nicht die Gelegenheit, sich rechtlich auf den neuesten Stand zu bringen, und melden Sie sich unter www.karosserie-schadenstage.de zur Veranstaltung an. Flankiert wird das Branchenevent von einer großen Ausstellung rund um die Unfallinstandsetzungsszene sowie von einigen Live-Reparaturvorführungen.

(ID:43307367)