Grußworte Peter Börner, ZKF-Präsident Unsere Branche bietet viele Optionen

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(Bild: © ferkelraggae - stock.adobe.com)

Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Innungsmitglieder, ich wünsche uns allen ein gutes und gesundes Jahr 2022. Ich hoffe, dass uns das neue Jahr so annähernd die Voraussetzungen bringen möge, wie sie bis 2019 galten, eine gute Auftragslage in Bezug auf Stückzahlen und Erträge, für die Nfz-Betriebe verfügbare Fahrgestelle und Fahrzeuge, keine Einschränkungen unserer Gesundheit und Freiheit. Darüber hinaus wünsche ich uns auch die Kraft und Muße, alle Herausforderungen des Lebens und der Branche annehmen und meistern zu können.

Unsere Branche bietet sehr vielfältige Optionen und damit gleichzeitig sehr viele Risiken und genauso viele Chancen. Jedes Risiko birgt eine Chance, sonst würde man es erst gar nicht eingehen. Erfolg stellt sich dann ein, wenn man aus einem Risiko eine Chance und dann ein gutes Geschäft gemacht hat – das nennt man übrigens „Unternehmer sein“.

Hoffnungsvoll und mutig

Ich möchte dieses Jahr mit Hoffnung und Mut starten und eine kleine Rechnung aufmachen, die aus meiner Sicht in Chancen aufgehen wird. Der GDV spricht im Jahr 2020 von 8,026 Millionen regulierten Kraftfahrt-Schäden. Das waren 2019 noch 9,273 Millionen, also über 1,2 Millionen Schäden, die durch Corona weniger auf den Straßen passiert sind und in unseren Werkstätten gefehlt haben. Doch zurück zu den 8 Millionen Schäden des Jahres 2020. Davon sind rund 50 Prozent Schäden mit gewerblich zugelassenen Fahrzeugen. Viele davon werden durch den Flottenbetreiber organisiert, also gelenkt. Sagen wir als nächstes, der größte Schadenlenker lenkt etwa 400.000 Schäden im Jahr, der zweitgrößte 300.000 und die vielen kleineren Schadenlenker in Summe auch rund 300.000. Macht rund eine Million gelenkte Schäden – zusammen mit den gewerblich zugelassenen Fahrzeugen und ihren Schäden ergibt das aus unserer Sicht insgesamt etwa 3 Millionen gelenkte Schäden pro Jahr. Selbst wenn die 50 Prozent gewerblichen Zulassungen doch noch mehr Leasing und Vermieter mit ihren Schäden sind, wären es im kalkulatorischen Fall eben 4 Millionen Schäden, die organisiert und gelenkt werden. Bedeutet im Umkehrschluss, die anderen 4 Millionen sind nicht organisiert. Aber was machen wir? Wir reden das ganze Jahr in der Branche zu 100 Prozent über nichts anderes als über die Schadenlenkung. Ich möchte ab diesem Jahr umdenken.

Warum? Ganz einfach: Die Hälfte des Marktes wird von uns augenscheinlich nicht beachtet, beziehungsweise bedient. Für die Schadenlenkungs-Interessen der Innungsbetriebe gibt es den BVdP und die WWU. Darüber hinaus eröffnen uns der Wandel in der Gesellschaft und dem Autohandel sowie die Digitalisierung neue Möglichkeiten.

Alternativen sind da

Mit Caravan, Oldtimer, Kleinflotte, Privatkundenmarkt und der erneuten Annäherung zum Autohändler eröffnen sich uns mithilfe vieler Veränderungen der letzten Jahre sowie der Digitalisierung durchaus neue Möglichkeiten. Wenn uns die Versicherung einen digitalen Kalender aufbrummt, von dem keiner weiß, was er alles an welche Stellen sendet, dann ist das keine Digitalisierung. Das ist ein Eingriff in die unternehmerische Freiheit des Mittelstandes – hin zur Industrialisierung des Handwerks. Finger weg!

Digitalisierung ist, wenn der Unternehmer sich für die Abbildung unterschiedlicher Aufgaben in seinem Unternehmen dafür entscheidet, dies elektronisch machen zu wollen. Digitalisierung ist, wenn Reparaturanleitungen online sind, wenn Ersatzteile beim Wunschpartner und nicht beim Zwangspartner mit Mausklick bestellt und verfolgt werden können, wenn der Kunde Termine auf der Webseite oder im Wunschportal der Werkstatt buchen kann, wenn Kostenvoranschläge und Rechnungen versendet oder automatisch eingebucht werden können ohne, dass sie gekürzt werden, wenn das Anlegen von Aufträgen nicht zu Doppelbelastungen führt. Der ZKF hat durch den Branchenbericht den Beweis, dass in den vergangenen zehn Jahren die Anzahl der unproduktiven Mitarbeiter von 5 auf 8 und der Lohnkostenanteil dieser Mitarbeiter von 171.000 Euro auf 347.000 Euro gestiegen sind. Warum? Weil jeder Schadenlenker glaubt, seinen eigenen Prozess den Werkstätten diktieren zu müssen, was dann dort zu dieser Mehrbelastung führt!

Wie wäre es, wenn der Betrieb wieder das Heft in die Hand nimmt und sich nicht bei Portalen, Kalendern und Schnittstellen in die Abhängigkeit begibt? Für mich wäre das eine der sehr vielen Optionen und durchaus verfolgenswert. Wir, der ZKF e.V. mit unserer Eurogarant Auto Service AG, werden 2022 diesen Optionen große Aufmerksamkeit widmen. Wir wollen die Chancen aufzeigen, die außerhalb der vorgeschriebenen Abläufe und Konditionen möglich sind, wir wollen gemeinsam an einer Zukunft arbeiten, die sicherlich anders, aber nicht schlechter sein wird. Denn dort draußen, bei den „anderen“ Aufträgen, wird das Lackmaterial bezahlt und muss nicht von der Werkstatt mitgebracht werden. Wir starten am 18.1.2022 mit einer Strategie für Mutige, die ihre Chancen nutzen möchten. Hier können Sie sich zur Online-Veranstaltung (Teil-)Exitstrategie aus der Schadenlenkung anmelden. Folgetermine werden stattfinden.

Aber – und ohne Einschränkung – wünsche ich unabhängig der Ausrichtung des einzelnen Betriebes, jeder Kollegin und jedem Kollegen ein erfolgreiches, gutes und gesundes Jahr 2022, volle Auftragsbücher sowie dem ZKF und der Eurogarant Auto Service AG die Aufmerksamkeit, die sie von euch verdienen.

Euer ZKF-Präsident

Peter Börner

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