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GVA Verband fordert legalen Datenzugriff

Redakteur: Marion Fuchs

Der Gesamtverband Autoteile-Handel e.V. (GVA) weist auf die dringende Notwendigkeit hin, einen geeigneten legislativen Rahmen zu schaffen, der die Fahrzeugvernetzung wettbewerbs- und verbraucherfreundlich gestaltet.

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Laut GVA gefährden die Telematiksysteme in den Fahrzeugen den Wettbewerb im Reparatur- und Servicemarkt
Laut GVA gefährden die Telematiksysteme in den Fahrzeugen den Wettbewerb im Reparatur- und Servicemarkt
(Bild: Promotor/Volz)

Grundlage und Voraussetzung für jegliches Geschäft im Kfz-Ersatzteil-und Servicemarkt ist nach Ansicht des Gesamtverband Autoteile-Handel e.V. (GVA) ein fairer Zugang sowohl zum Kunden im Fahrzeug als auch zum Fahrzeug selbst. Der GVA bekräftigte seine dementsprechenden Forderungen anlässlich eines Gesprächs zur Mobilität in Berlin, zu dem mehrere Verbände gemeinsam geladen hatten.

Gefahren für den Wettbewerb erwachsen besonders aus herstellerseitig verbauten, proprietären Telematiksystemen in Fahrzeugen, die –selbst wenn der Autofahrer es möchte –herstellerunabhängigen Anbietern entsprechender Dienstleistungen keinen Zugang zu den gewonnenen Daten und zu den Ressourcen des Fahrzeugs ermöglichen. Dadurch drohen nach Ansicht der Verbände nicht nur Monokulturen der Hersteller in den digitalen Systemen der Fahrzeuge, die Innovationen ausbremsen, sondern gleichzeitig würde der Wettbewerb im Reparatur-und Servicemarkt stark gefährdet, denn Unternehmen des freien Marktes könnten abgeschnitten vom Datenstrom keine entsprechenden Services und Produkte anbieten. Vom EU-Gesetzgeber wurden bereits in der eCall-Verordnung Ziele aufgestellt, wonach die Wahlfreiheit der Kunden und faire Wettbewerbsbedingungen gewährleistet, Innovationen gefördert und die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen IT-Branche gestärkt werden sollen.

Gesetzgeber muss handeln

Von den Fahrzeugherstellern bislang vorgeschlagene Lösungen, die keinen direkten Zugriff auf die Daten im Fahrzeug für die Unternehmen des freien Marktes vorsehen, leisten das nicht, da sie unabhängige Marktteilnehmer stark diskriminieren. Daher muss aus Sicht des GVA der Gesetzgeber dringend handeln und einen geeigneten legislativen Rahmen schaffen. Um die vom EU-Gesetzgeber definierten Ziele zu erreichen, ist es unabdingbar, dass die Kommunikation zum Fahrzeug und zum Fahrer bidirektional möglich sein muss und zwingend über eine Offene Telematik Plattform (OTP) im Fahrzeug erfolgt.

Die Verbände ADAC, GDV, GVA, VdTÜV und ZDK hatten für den 28. November 2018 gemeinsam zu einem Gespräch zur Mobilität nach Berlin geladen. Dabei diskutierten u.a. Vertreter der Branche und politische Entscheidungsträger darüber, wie ein diskriminierungsfreier Zugang zu Fahrzeugdaten und zum Kunden für Dritte sichergestellt werden kann. Einem Impulsvortrag von Prof. Achim Wambach PhD, Vorsitzender der Monopolkommission, der in seinen Ausführungen die Herausforderungen der Digitalisierung im Pkw-Aftermarket aus wettbewerbsrechtlicher Sicht beleuchtete, schloss sich eine gemeinsame Diskussion hochrangiger Branchenvertreter mit u.a. den Bundestagsabgeordneten Thomas Jarzombek (CDU/CDU) und Oliver Luksic (FDP) an. Aus Sicht der Verbände, die zu dem Gespräch geladen hatten, bildet die Offene Telematik Plattform im vernetzten Fahrzeug eine wettbewerbs- und verbraucherfreundliche Lösung. Das gemeinsame Positionspapier der Verbände kann unter www.gva.de heruntgergeladen werden.

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