Messe München Wetter-Ängste und Strategien dagegen

Redakteur: Marion Fuchs

Der „IFAT Environment Index 2018“ der Münchener Messe für Umwelttechnologie ergab, dass sich viele Deutsche vor Wetterextremen fürchten. Gegensteuern ist ausdrücklich erwünscht.

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Sind wir angesichts der zunehmenden Wetterextreme wirklich hilflos? Das war die zentrale Frage des IFAT Zukunftsdialogs. V.l.n.r: Maxine Mawhinney (ehem. BBC News), Prof. Stefan Rahmstorf (PIK), Dr. Eberhard Faust (Munich Re), Gerhard Hauber (Ramboll Studio Dreiseitl), Stefan Rummel (Messe München)
Sind wir angesichts der zunehmenden Wetterextreme wirklich hilflos? Das war die zentrale Frage des IFAT Zukunftsdialogs. V.l.n.r: Maxine Mawhinney (ehem. BBC News), Prof. Stefan Rahmstorf (PIK), Dr. Eberhard Faust (Munich Re), Gerhard Hauber (Ramboll Studio Dreiseitl), Stefan Rummel (Messe München)
(Bild: Messe München)

Nach Angaben des „IFAT Environment Index 2018“*, für dessen Erstellung 1049 Personen repräsentativ befragt wurden, fürchten 72 Prozent der Bundesbürger sich vor extremen Wetter-Ereignissen. Insbesondere um die Trinkwassersicherheit machen sich die Deutschen Sorgen (77 Prozent). Gut jeder Zweite fordert die Kommunen auf, Umwelt-City-Projekte dringend zu forcieren (56 Prozent). Selbstkritisch sieht sich die Mehrheit auch mit eigenem Bürger-Engagement in der Pflicht (52 Prozent).

„Gemessen an globalen Wetterkatastrophen war 2017 für die Versicherungsbranche das teuerste Jahr aller Zeiten“, sagte Risikoforscher Dr. Eberhard Faust von der Munich Re auf dem jüngsten IFAT Zukunftsdialog in München. „93 Prozent aller versicherten Schäden hatten einen Wetterbezug – die Gesamtsumme stieg auf umgerechnet rund 260 Milliarden Euro.“

„Die globale Erwärmung führt dazu, dass die Luft mehr Feuchtigkeit speichern kann“, sagte Klimaforscher Prof. Dr. Stefan Rahmstorf vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung beim IFAT Zukunftsdialog. „Eine Analyse der weltweiten Wetterdaten zeigt, dass seit 1990 die Zahl extremer Niederschläge signifikant gestiegen ist – es ist damit zu rechnen, dass extreme Regenfälle weiter zunehmen. Mit dem Klimawandel umzugehen und die Folgen zu mildern, wird möglicherweise teuer werden – es nicht zu tun, wird aber in jedem Fall teurer sein“, sagte Prof. Rahmstorf.

Smarte Umwelt-City-Projekte verfolgen das Ziel, durch eine enge Kooperation von Verwaltung, Wirtschaft, Wissenschaft und Bürgern definierte Umwelt-Ziele intelligent zu erreichen. „Die Folgen von Stürmen, Starkregen und Hitzewellen sollten mit einer lokalen Umwelt-Strategie adressiert werden – davon sind 79 Prozent der Bundesbürger überzeugt“, sagt IFAT-Chef Stefan Rummel.

„80 Prozent sehen in solchen smarten Projekten eine wichtige Chance, Zukunftstechnik in der Praxis zum Durchbruch zu verhelfen. Vor diesem Hintergrund werden Plattformen wie die IFAT künftig noch weiter an Bedeutung gewinnen.“ Auch globale Zusammenarbeit ist gefragt: Dem IFAT Environment Index zufolge plädieren 81 Prozent der Bundesbürger für eine weltweite Kooperation von Forschung und Entwicklung, damit Umwelttechnologien die negativen Trends aufhalten helfen.

Über den IFAT-Zukunftsdialog 2018 – „Wetterextreme – sind wir hilflos?“

Experten-Statements von Risikoforscher Dr. Faust, Klimaforscher Prof. Rahmstorf, Landschaftsarchitekt Gerhard Hauber und IFAT-Chef Stefan Rummel unter: www.messeradio-muenchen.de

Multimedia-Material zum IFAT-Zukunftsdialog vom 23. Januar 2018 in München unter: www.ifat.de

*Der IFAT Environment Index 2018

Die IFAT,Messe für Wasser-, Abwasser-, Abfall- und Rohstoffwirtschaft der Messe München hat im November 2017 eine internationale Umfrage in 5 Ländern zu den Umweltthemen Trinkwasser, Abfall, Luft, Umwelt-City-Projekte und Umwelt-Technologien bevölkerungsrepräsentativ durchgeführt: Deutschland (N=1.049), Frankreich (N=1.052), Großbritannien (N=1.023), Italien (N=1.86) und China (N=1.001).

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