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Wiedersehen mit Freunden

Redakteur: Redaktion Fahrzeug + Karosserie

Alle zwei Jahre steht bei Repanet e.

(Archiv: Vogel Business Media)
V. die Hauptversammlung auf dem Plan. Im Juni war es wieder Zeit für die Hauptversammlung des Vereins, Vorstand und Beirat hatten als Austragungsort das Berliner Hotel Steigenberger ausgesucht - auch die begleitende Fachausstellung fand dort ihren angemessenen Platz. Branchenüblich bestehen Veranstaltungen dieser Art aus einer Mischung von Kollegengespräch, Information und gehobener Unterhaltung - eine optimale Zusammenstellung.

Repanet e. V. wurde auf Initiative von Standox im Jahr 1998 als Verein zur Wirtschaftsförderung freier Fahrzeuglackierbetriebe „SdF ProPartner e. V.“ gegründet. 2006 benannte sich der Verein mit heute 237 Mitgliedern offiziell um in „Repanet e. V.“ Der Verein vertritt nach eigenen Angaben ein 4-Säulen-Konzept: Individuelle Beratung, Interessenvertretung, Erfahrungsaustausch und Privatkundengewinnung. Vorstände sind derzeit Lutz Poncelet (Vorsitzender, gleichzeitig Standox-Geschäftsführer), Stefan Wieschalla und Margarita Debos. Alle Mitgliedsbetriebe müssen die gleichen Standards erfüllen: freier meistergeführter Betrieb, separater Kundenempfangsbereich und Kunden-WC, kostenloser Hol- und Bringservice, Fahrzeugreinigung, Unfallersatzwagen, Online-Schadenkommunikation mit Versicherungen und Kalkulationssoftware.

Als fachliche Schwerpunkte standen - neben Regularien wie Verlesung des Rechenschaftsberichtes und Beiratswahl - die Zusammenarbeit mit Versicherungen und Flotten, die Gewinnung von Mitarbeiternachwuchs, die Bedeutung des Repanet-Internetportals und Erfahrungsberichte auf der Tagesordnung.

Wo kommt der Nachwuchs her?

Repanet hat sich auf die Fahne geschrieben, Jugendliche und junge Erwachsene für technische Berufe in der Werkstatt zu begeistern. Daher startet der Verein verschiedene Offensiven. Da sei zum einen der Repanet-Ausbildungstag, zu dem interessierte Jugendliche und junge Erwachsene in die Betriebe eingeladen werden. Im Rahmen dieses Schnuppertages haben Schülerinnen und Schüler ab der Jahrgangsstufe 9 die Möglichkeit, Ausbildungsberufe kennen zu lernen. Sie können einen Farbton messen, den benötigten Lack auswiegen und vielleicht sogar einen kleinen Gegenstand lackieren. Von den Auszubildenden vor Ort erfahren sie aus erster Hand, was für abwechslungsreiche Tätigkeiten in einer Lackierwerkstatt tagtäglich anfallen. Der Repanet-Ausbildungstag 2012 ist für Oktober/November geplant.

Zum anderen fördert Standox ab dem nächsten Jahr ausgewählte Azubis im „Standox Camp“. Dabei handelt es sich um ein zunächst auf drei Jahre angelegtes Förderprogramm, das zwölf Nachwuchs-Lackierer vom Beginn ihrer Ausbildung bis zum Abschluss begleitet. Interessenten können sich bei Standox bewerben, wo eine Jury dann die Teilnehmer auswählen wird. Kernstück des Programms, das auf der Hauptversammlung erstmals der Öffentlichkeit vorgestellt wurde, ist jeweils einmal im Jahr ein einwöchiges Trainingslager. Dabei werden die Auszubildenden systematisch fit für den Beruf gemacht. Parallel zu den Inhalten der Lehrpläne des ersten bis dritten Ausbildungsjahres werden sie zum Beispiel von Standox-Experten in Rhetorik und Auftreten geschult und in die Finessen der Lackiertechnik und der Farbtonmessung eingeweiht. Theoretisch Gelerntes wird praktisch vertieft, und es gibt Hilfestellung bei der Vorbereitung auf die Zwischen- und die Abschlussprüfung.

Doch auch der Führungskräfte-Nachwuchs bedarf der Unterstützung. Aus diesem Grund geht „Repanet Next Generation“ Ende 2012 in die nächste Runde: Das praxisnahe Ausbildungs- und Trainingskonzept umfasst sechs Module, die ganz speziell auf die Herausforderungen des Generationenwechsels in Familienunternehmen zugeschnitten sind und die für die Junioren mit einer Prüfung zum Erwerb des „Unternehmer-Führerscheins“ enden. Zu den Themen zählen die Besonderheiten in Familienunternehmen ebenso wie Fragen der Finanz- und Personalplanung, des Arbeitsrechts und der Führung, aber auch Dinge wie Marketing und Akquise.

Welche Kriterien zählen fürs Schadenmanagement?

In einer Umfrage, die Repanet unter Schadenmanagern durchgeführt hat und in Berlin veröffentlichte, stuften diese folgende Kriterien als „besonders wichtig“ für eine Zusammenarbeit mit den Betrieben ein:

  • Erreichbarkeit außerhalb der Öffnungszeiten,
  • Lackier-, Karosserie- und Mechanikabteilung,
  • Kostensenkende Reparaturmaßnahmen,
  • Kostenfreier Hol- & Bringdienst (bis ca. 40 km),
  • Kostenfreier Unfall-/Werkstattersatzwagen der Kat. A,
  • Sichere Abstellmöglichkeit für Kundenfahrzeuge,
  • Perfekte Kundenempfangzone,
  • Zertifizierung (z. B. Dekra, Tüv, Eurogarant oder nach DIN EN ISO),
  • Schadenskalkulation per EDV (z. B. Audatex, DAT, Schwacke),
  • Kontaktaufnahme mit Fahrzeugführer innerhalb von 60 Min.,
  • Versand des KV zur Reparaturfreigabe via E-Mail,
  • EDV-gestützte Rechnungsstellung in Einzelpositionen.

Für Mitglieder, die an einer Kooperation interessiert sind, bedeutet das, dass sie immer wieder ihre betrieblichen Abläufe überprüfen und möglicherweise zunächst Maßnahmen zur

  • Verbesserung der Erreichbarkeit,
  • Erweiterung in den Geschäftsbereichen Karosserie und Mechanik,
  • Erweiterung des Leistungsspektrums,
  • Zertifizierung,
  • Modernisierung der Büroausstattung (Hard- und Software),
  • „Optimierung“ der Kundenempfangszone,

ergreifen und außerdem eine „Schaden-Hotline“ einrichten müssen, bevor sie als Partner in Frage kommen, sagt Repanet.

Nicht nur fachlich: Berührende Beiträge

Sie erinnern sich noch an Herbert Born, der bis 2002 Standox-Geschäftsführer war? Er war dabei, als die Marke Standox den Besitzer wechselte, und er hat den Neubau des Verwaltungs- und Trainingsgebäudes in allen Phasen erlebt, der alle Wuppertaler Mitarbeiter im schicken Ambiente zusammenführte. Seinen Ruhestand nutzt er nun dazu, Dinge zu tun, die er sich schon lange vorgenommen hatte, aber aus Zeitgründen nicht realisieren konnte. Dazu gehören monatelange Touren über mehrere Tausend Kilometer mit dem Fahrrad, die nicht nur eine außerordentliche körperliche Herausforderung darstellen, sondern auch eine gewaltige Planung erforderlich machen. In seinem Vortrag schlug Born den Bogen von seiner persönlichen Höchstleistung zu den nicht einfachen Anforderungen, denen sich ein Betriebsinhaber im Alltag stellen muss. Dazu passte ebenso der Auftritt von Joey Kelly, der seine Grenzerfahrungen mit „No Limits“ beschrieb. Diese Hauptversammlung in Berlin hat die Vereinsregularien bedient, und sie wurde durch das Engagement zahlreicher Repanetler zu einer ganz spannenden Angelegenheit.

 

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