Suchen

Kfz-Versicherungen Zunehmende Verbrechensrate im Kfz-Bereich

| Autor / Redakteur: Konrad Wenz / Slawa Schaub

Leaseplan Deutschlands rechnet für das Kfz-Versicherungsjahr 2015 ab: In der Teilkasko nahmen die Einbußen infolge von Navi-Diebstählen in einem Jahr um 60 Prozent zu. In der Vollkasko kamen weniger Auffahrunfälle vor, dafür entstanden höhere Kosten durch Vandalismus.

Firma zum Thema

Hier waren keine „Experten“ am Werk – das erhöht die Schadenkosten.
Hier waren keine „Experten“ am Werk – das erhöht die Schadenkosten.
(Foto: Leaseplan Deutschland)

Die Kriminalität rund um das Auto gehörte im letzten Jahr zu den größten Kostentreibern im Bereich der Kfz-Versicherung. Das geht aus einer Analyse des Fuhrparkspezialisten Leaseplan Deutschland hervor.

Alleine im Jahr 2015 habe das Unternehmen über 42.000 Kfz-Schäden registriert, die Reparaturkosten verursacht haben, heißt es in einer Pressemitteilung. Darunter waren mehr als 25.000 Vollkaskoschäden und knapp 17.000 Teilkaskoschäden. Fremdverschuldete Schäden wurden in dieser Analyse nicht erfasst, da Leaseplan hier im Auftrag ihrer Kunden die Ansprüche gegenüber der gegnerischen Kfz-Versicherung geltend macht.

Folgekosten von Navi-Klau deutlich gestiegen

Deutlichster Kostentreiber im Bereich der Teilkasko war im Jahr 2015 der Diebstahl von Navigationsgeräten. Alleine hierfür sind die durchschnittlichen Schadenkosten pro versichertem Fahrzeug von 25 auf 40 Euro gestiegen – eine Zunahme von 60 Prozent. Dieter Jacobs, Geschäftsleiter Fuhrparkmanagement bei Leaseplan Deutschland, erklärt: „Die Schadenfrequenz hat sich zwar nicht signifikant verändert, allerdings sind die Kosten pro Schadenfall deutlich gestiegen. Im Durchschnitt verursachen Navi-Diebstähle heute Reparaturkosten von 7.000 Euro pro Schaden. Der teuerste Schaden, der bei Leaseplan in 2015 durch einen Navi-Diebstahl abgewickelt wurde, lag bei knapp 16.000 Euro.“ Sein Unternehmen habe es im Bereich der Navigations-Diebstähle mit unterschiedlichen Tätergruppen zu tun. Das Schadenbild zeige, dass es sich nicht immer um kriminelle „Experten“ handele. Zum Teil sei das Diebesgut so beschädigt, dass es nicht mal zum Wiederverkauf tauge.

Für Fahrzeughalter ist es dabei besonders ärgerlich, wenn beim Diebstahl ganze Kabelbäume oder teilweise die Elektrik beschädigt wurde. Häufig wird auch das Lenkrad mit entwendet, da hier Bedienelemente enthalten sind, mit denen man die Infotainment-Einheit – inklusive Navigationsgerät – steuern kann. Je nach Schadenbild können sich die Kosten so schnell aufsummieren. „Bei Autofahrern führen auch individuelle Schadenhäufungen zum Verdruss – manche Fahrer sind bis zu vier mal in einem Jahr von solchen Diebstählen betroffen – sowie verlängerte Ausfallzeiten, bedingt durch Lieferengpässe bei Ersatzteilen“, so Jacobs.

(ID:44040179)