Die Mitglieder des Kfz-Gewerbes Rheinland-Pfalz wollen zurück zum ZDK. Erst Ende 2025 waren sie ausgetreten. Der Verband will damit ein Signal für Dialog im Verbandsstreit senden.
Präsident Hans Werner Norren (l.) und sein Vizepräsident Jeffrey Kilian – Letzterer zugleich ZVK/BIV-Vizepräsident – empfahlen den rheinland-pfälzischen Innungen die Rückkehr zum ZDK. Das Foto entstand auf der ZDK-Mitgliederversammlung im Jahr 2024.
(Bild: ProMotor/N. Auweiler)
Erst zum Jahresende hatte er den ZDK verlassen – nun möchte er wieder Mitglied werden. In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung beschloss der Landesverband des Kfz-Gewerbes Rheinland-Pfalz am Mittwoch, zum Dachverband zurückkehren zu wollen. Vorausgesetzt, es findet keine zusätzliche finanzielle Belastung statt; die Mitgliedschaft im ZDK wie auch im Zentralverband des Kraftfahrzeughandwerks (BIV/ZVK) dürfe nicht zu einem insgesamt höheren Beitrag führen, so das Votum.
Die Rückkehr des Ende Oktober 2025 beschlossenen Austritts erfolgte auf Empfehlung des Vorstands um Präsident Hans Werner Norren, Vizepräsident Jeffrey Kilian und Vizepräsident Volker Weismann. Das Kfz-Gewerbe in Rheinland-Pfalz umfasst 14 Kfz-Innungen mit rund 1.600 Innungsbetrieben und etwa 20.000 Mitarbeitenden. Nach Informationen von »kfz-betrieb« waren viele Innungen mit der bisherigen Entwicklung unzufrieden. Die Innung Mainz-Bingen-Alzey kündigte bereits Ende 2025 ihre Mitgliedschaft im Landesverband.
Mit dieser Entscheidung will das Kfz-Gewerbe Rheinland-Pfalz einen konstruktiven Beitrag zur Annäherung der beiden Bundesverbände leisten, die sich in den letzten Monaten immer weiter voneinander entfernt hätten. „Wir wollen das Kfz-Handwerk nach wie vor über einen gut aufgestellten ZVK stärken, sind aber genauso überzeugt, dass Verbände miteinander und nicht gegeneinander arbeiten dürfen, denn nur ein gemeinsames Handeln liegt im Interesse des gesamten Kfz-Gewerbes. Unser Anliegen ist es daher, dazu beizutragen, dass beide Verbände wieder stärker zusammenfinden, anstatt weiter auseinanderzudriften“, so Hans-Werner Norren, Präsident des Kfz-Gewerbes Rheinland-Pfalz.
Wie die Rückkehr gestaltet wird, ist spannend. Denn nun ist der BIV/ZVK am Zug: Im Prinzip muss er dafür sorgen, dass seine Mitglieder, die zugleich dem ZDK angehören (künftig alle außer Bayern und NRW) am Ende keine doppelten Beiträge zahlen müssen. Das könnte ein Kehrtwende im Streit zwischen den beiden Zentralverbänden bedeuten.
Seinen ZDK-Austritt hatte der Landesverband Rheinland-Pfalz im Oktober 2025 noch wie folgt begründet: „Mit diesem Schritt verfolgt der Landesverband das Ziel, eine schlagkräftige und zukunftsorientierte Verbandsorganisation zu schaffen, die den besonderen Anforderungen des Kfz-Gewerbes und insbesondere des Kfz-Handwerks gerecht wird. Geplant ist eine enge Zusammenarbeit und Neuordnung innerhalb einer gemeinsamen Struktur, die sowohl den ZVK als auch den ZDK umfasst. Der Austritt erfolgte ausschließlich aus den genannten Sachgründen, nicht wegen einer befürchteten doppelten Beitragsbelastung durch ZDK und ZVK.“
Genau daran scheitert es derzeit: Seit der Trennung der Geschäftsstellen zwischen dem Bundesinnungsverband des Kfz-Handwerks (BIV/ZVK) und seinem Dachverband, dem Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), findet keine Zusammenarbeit mehr statt. Anders als zunächst vom Vorstand des BIV/ZVK angekündigt, entstehen innerhalb des Kfz-Gewerbes nun doppelte Strukturen. Auch personelle Wechsel im BIV/ZVK setzen dem Kfz-Handwerk zu. Da zudem keine finanzielle Einigung besteht, liegt mittlerweile eine Klage gegen den BIV/ZVK vor. Hintergrund ist, dass der BIV/ZVK entgegen der Absprache 95 Prozent der früheren Mitgliedsbeiträge sowie sämtliche Einnahmen aus dem AÜK-Entgelt für sich beansprucht.
Norren: Signal für Dialog und Zusammenhalt
Neun Mitglieder des BIV/ZVK – die von Bayern, Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz überstimmt worden waren – haben deshalb Klage eingereicht. Das Landgericht Bonn sah bei den Klägern durchaus Erfolgsaussichten, empfahl jedoch dringend, den Weg der Schlichtung zu gehen, um weiteren Schaden für das gesamte Kfz-Gewerbe abzuwenden. Wie berichtet, liegen entsprechende Verhandlungs- und Schlichtungsangebote vor. Zuletzt hatte ZDK-Präsident Thomas Peckruhn den ZDH-Präsidenten Jörg Dittrich als Schlichter vorgeschlagen.
Wie geht es nun weiter? Rheinland-Pfalz selbst definiert seinen nun gewünschten möglichen Wiedereintritt „als Signal für Dialog, Zusammenhalt und die Bereitschaft, bestehende Trennlinien im Sinne des Gewerbes zu überwinden. Nur durch gemeinsame Zusammenarbeit kann eine geschlossene und starke Verbandsorganisation entstehen, die den Herausforderungen der Zukunft erfolgreich begegnet.“
Stand: 08.12.2025
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Zünglein an der Waage
Laut der neuen Satzung des ZDK müssen Beitrittswillige einen Aufnahmeantrag stellen. Der Rückkehr des Landesverbands des Kfz-Gewerbes Rheinland-Pfalz dürfte der ZDK-Vorstand jedoch keine Steine in den Weg legen. Für den rheinland-pfälzischen Landesinnungsmeister und Vizepräsidenten Kilian ist die Situation eine ganz besondere. Er ist zugleich Vizepräsident des BIV/ZVK. Spannend dürfte auch sein, wie das künftige Abstimmungsverhalten ausfällt. Im Hinblick auf die Mehrheitsverhältnisse innerhalb des BIV/ZVK bleibt Rheinland-Pfalz das Zünglein an der Waage.