Rücktritt des ZDK-Präsidenten Joswig geht und bietet dem ZDK einen Neuanfang

Von Doris S. Pfaff 3 min Lesedauer

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ZDK-Präsident Arne Joswig ist am Dienstag (27. Mai 2025) von seinem Amt zurückgetreten. Vizepräsident Thomas Peckruhn übernimmt das Ruder. Neuwahlen sollen zügig stattfinden. Für die Verbandsorganisation könnte dies nun die Chance für einen Neuanfang sein.

ZDK-Präsident Arne Joswig ist am Dienstag (27. Mai 2025) von seinem Amt zurückgetreten.(Bild:  Promotor)
ZDK-Präsident Arne Joswig ist am Dienstag (27. Mai 2025) von seinem Amt zurückgetreten.
(Bild: Promotor)

Arne Joswig ist bei einem außerordentlichen Vorstandstreffen in Berlin als Präsident des Zentralverbands Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) zurückgetreten. Als offizielle Begründung werden persönliche und familiäre Gründe genannt. Tatsächlich steckt aber auch der Verband seit Monaten in der Krise.

Thomas Peckruhn, dienstältester Vizepräsident des ZDK, wird nach Informationen des ZDK das Amt mit sofortiger Wirkung bis zur Wahl eines neuen Präsidenten oder einer neuen Präsidentin übernehmen. „Wir bedauern diese Entscheidung und wünschen Arne Joswig persönlich alles Gute. Neben den zahlreichen Themen, die uns als Kfz-Gewerbe betreffen, definieren wir aktuell auch die zukünftige strategische Ausrichtung des Verbands. Es ist wichtig, dass der Verband gerade jetzt weiter erfolgreich geführt wird“, sagt ein Sprecher des ZDK in Berlin.

Der 62-jährige Diplom-Betriebswirt Arne Joswig aus Neumünster (Schleswig-Holstein) war am 14. Juni 2023 in Regensburg als Nachfolger von Jürgen Karpinski zum ZDK-Präsidenten gewählt worden. Als Kfz-Unternehmer führte er von 1995 bis 2023 gemeinsam mit seinem Bruder die Autohaus-Gruppe Lensch & Bleck mit fünf Standorten in Schleswig-Holstein und Hamburg. Joswig ist seit 2009 Präsidiumsmitglied des Kfz-Landesverbandes Schleswig-Holstein und war seit Juni 2014 Mitglied im ZDK-Vorstand.

Vizepräsident Peckruhn übernimmt

Kfz-Unternehmer Thomas Peckruhn (62) ist seit 2005 Mitglied im ZDK-Vorstand und seit 2017 als Vizepräsident Sprecher des Fabrikatshandels in Deutschland. Seit 2016 ist er Präsident und Landesinnungsmeister des Kfz-Landesverbands Sachsen-Anhalt und seit 2020 Präsident des Mitteldeutschen Kraftfahrzeuggewerbes. Den Verband Deutscher Skoda-Vertragspartner führt er seit 1998 als Vorsitzender. Peckruhn ist geschäftsführender Gesellschafter der Autohaus-Liebe-Gruppe mit inzwischen 10 Standorten in Deutschland.

Der Rücktritt Joswigs dürfte die seit Herbst des vergangenen Jahres anhaltende Krise innerhalb der Verbandsorganisation verschärfen. Anlass ist die Auseinandersetzung mit dem Zentralverband des Kraftfahrzeughandwerks (ZVK) und die beschlossene Trennung der bislang gemeinsamen Geschäftsstellen. Erst Anfang Mai war der Hauptgeschäftsführer Dr. Kurt-Christian Scheel zurückgetreten.

Verband seit Oktober 2024 in der Krise

Nach Jahrzehnten enger Zusammenarbeit hatte der ZVK Ende 2024 beschlossen, eine eigene Geschäftsstelle einzurichten und die seit 1978 bestehende gemeinsame Struktur mit dem ZDK aufzulösen. Die Trennung der Geschäftsstellen muss bis spätestens 1. Januar 2026 vollzogen sein.

Diese Entwicklung führte zu erheblichen Spannungen innerhalb der Verbände und sorgte für Kritik und Rücktrittsforderungen in den Führungsgremien. Die Leitung der ZDK-Hauptgeschäftsstelle teilen sich nun kommissarisch Jürgen Hasler, Geschäftsführer Politik und Kommunikation, sowie Ulrich Dilchert, der bis Ende April Geschäftsführer der Rechtsabteilung war.

Unabhängig vom familiären Auslöser für seinen heutigen Rücktritt dürfte Joswig in seinem Amt als Präsident letztlich an Grenzen gestoßen sein. In den vergangenen Monaten hatte er sich mehrfach für eine einvernehmliche Lösung ausgesprochen und an die zerstrittenen Parteien aus Handel und Handwerk appelliert. Dabei ging es ihm um den Erhalt einer starken gemeinsamen Interessenvertretung des Kfz-Gewerbes.

Chance für einen Neuanfang

Wie geht es nun weiter? Die Neuwahl eines Präsidenten erfolgt durch die ZDK-Mitgliederversammlung. Der Termin für die jährliche Versammlung ist eigentlich für September anberaumt. Nun soll der Termin vorgezogen werden.

Die jetzige Situation könnte für die beiden zerstrittenen Verbände eine Chance für einen Neuanfang sein. Schon lange werden die Trägheit der Verbandsstruktur, aber auch die Überalterung des Vorstands kritisiert. Der ZDK-Vorstand selbst beschloss vor Jahren, für eine Verjüngung in den eigenen Reihen zu sorgen. Und auch Platz für Frauen zu schaffen. Bislang gibt es im 16-köpfigen Gremium mit Petra Wieseler nur eine Frau.

Andere Branchenverbände sind da schon deutlich weiter: Hildegard Müller ist seit 1. Februar 2020 Präsidentin des VDA (Verband der Automobilindustrie) und Imelda Labbé führt seit Dezember 2024 den VDIK – Verband der Internationalen Autohersteller – an.

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