Knaus Tabbert Ermittlungen gegen Vorstände auch in Stuttgart

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

Der Wohnmobilhersteller Knaus Tabbert kommt nicht zur Ruhe. Jetzt ermittelt auch die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen Vorstände. In der Folge könnte dem angeschlagenen Unternehmen eine Rückrufwelle drohen. Und ein Tochterunternehmen hat Compliance-Probleme.

Die Probleme beim Wohnwagenhersteller Knaus Tabbert wachsen sich zum Wirtschaftskrimi aus.(Bild:  Knaus Tabbert)
Die Probleme beim Wohnwagenhersteller Knaus Tabbert wachsen sich zum Wirtschaftskrimi aus.
(Bild: Knaus Tabbert)

Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt gegen ehemalige Vorstände und gegen Mitarbeiter des Wohnmobil-Herstellers Knaus Tabbert. Sie werden des Betrugs und der strafbaren Werbung verdächtigt. Dabei geht es um eine Überschreitung des technisch zulässigen Gesamtgewichts bei bestimmten Fahrzeugen der Gewichtsklasse bis 3,5 Tonnen. Ob sich aus den Vorwürfen weitere Probleme ergeben, speziell zu Gefahren für die Fahrzeughalter oder die Notwendigkeit von Rückrufen, beantwortete das Unternehmen auf Nachfrage des „Manager Magazins“ zunächst nicht.

Zur Zahl der Verdächtigen und zu den ehemaligen Vorstandsmitgliedern wollte sich die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Stefanie Ruben, nicht äußern. Das Unternehmen im niederbayerischen Jandelsbrunn betont, dass es mit der Staatsanwaltschaft kooperiere und eine unabhängige interne Untersuchung zur Aufklärung des Sachverhalts durchführe. Bei Knaus Tabbert ist seit Kurzem ein neues Management an Bord, das die Aufarbeitung der Vorwürfe und die Neuausrichtung vorantreibt.

Inzwischen haben Recherchen des „Manager Magazins“ ergeben, dass auch die Knaus-Tabbert-Tochter Morelo in Schwierigkeiten steckt. Das Unternehmen produziert Luxus-Reisemobile in Schlüsselfeld. Gegen Geschäftsführer Reinhard Löhner gibt es Vorwürfe, dass die Geschäftsbeziehungen zu Zulieferern von privaten Interessen überlagert sein könnten.

Ermittlungen wegen Korruptionsverdacht

Die Staatsanwaltschaft Landshut ermittelt bereits gegen zwei im November entlassene Vorstandsmitglieder von Knaus Tabbert wegen des Verdachts der Korruption. Sie sollen Bestechungsgelder von Zulieferern kassiert und diesen im Gegenzug Vorteile bei der Auftragsvergabe zugeschanzt haben, zum Nachteil von Knaus Tabbert. Beide waren nach einer Razzia in Untersuchungshaft genommen worden.

Knaus Tabbert kämpft zurzeit auch mit einer schweren Absatzkrise. Die Produktion am Firmensitz und in einem ungarischen Werk ruht derzeit mangels Nachfrage. An zwei anderen Standorten in Schlüsselfeld (Morelo) und Mottgers wird noch produziert.

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