Während Elon Musk durch die Politik irrlichtert, drehen die Wettbewerber kräftig auf und setzen dem Elektro-Weltmeister Model Y mehr zu als je zuvor. Selten war es deshalb leichter, keinen Tesla zu fahren. Fünf Beispiele.
Ist nicht mehr das Maß aller Dinge: der Tesla Model Y bekommt mehr und mehr Konkurenz.
(Bild: Tesla)
Tesla steht derzeit hart im Wind. Denn seit er erst Twitter übernommen, sich dann in eine Bromance mit Donald Trump geflirtet hat und mittlerweile auch noch mit AfD & Co kuschelt, spricht alle Welt eher über Elon Musk als seine Autos und immer mehr Kunden gehen auf Distanz.
Zwar hat der elektrische Weltmarktführer gerade sein Erfolgsmodell Y aufgefrischt, das jetzt für 60.990 Euro als Lauch Edition in den Handel kommt. Doch auch das retuschierte Design mit dem LED-Balken des Cybertrucks und die geglättete Karosse für einen geringeren cW-Wert und deshalb 35 Kilometer mehr Reichweite können nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Konkurrenz nicht geschlafen hat. Im Gegenteil: Vor allem aus China gibt es mittlerweile eine Reihe von Autos, die sich als veritable Alternative zum Model Y in Stellung gebracht haben.
Und im deutschen Süden laufen sich mit der Neuen Klasse von BMW, die ihren Einstand mit einem elektrischen SUV im Format des X3 geben wird, sowie der MMA-Familie und einem ambitionierten Nachfolger für den glücklosen Mercedes EQC zwei weitere Herausforderer mit großen Hoffnungen warm. Wer auf die nicht warten und sich trotzdem nicht dauernd für seinen Tesla rechtfertigen will, dem empfehlen sich schon jetzt folgende fünf Alternativen zum 4,79 Meter langen Model Y.
Ja, VW hatte einen schweren Start auf der Electric Avenue und die Autos mussten – genau wie die ersten Chargen aller Tesla-Baureihen viel Kritik einstecken. Aber mittlerweile hat VW bei den Autos aus dem Modularen Elektrobaukasten (MEB) die Software zum Laufen gebracht, die Bedienung von Touchscreen und Sensorfeldern auf dem Lenkrad halbwegs sortiert und die Materialanmutung auf ein zumutbares Niveau gehoben. Zwar gibt es bislang keine 800 Volt-Architektur und deshalb auch nur durchschnittliche Ladeleistungen und auch das bidirektionale Laden ist noch nicht durchgängig machbar. Aber man muss den MEB-Modellen mittlerweile eine gewisse Reife zugestehen und so wie der ID7 zum Rivalen für das Model 3 geworden ist, so sind der ID4 und sein schräger Bruder ID5 so langsam ernsthafte Alternativen zum Model Y. Und was ihnen an elektrischer Ernsthaftigkeit fehlen mag, das macht VW mit einem großen Händler- und einem engen Servicenetz wieder wett.
Der 4,58 Meter lange ID4 und das entsprechende Coupé ID5 (4,60 Meter) starten bei 42.635 und 45.270 Euro und werden aktuell mit 170 bis 340 PS angeboten. Die Batterien fassen 52 oder 77 kWh und ermöglichen so Normreichweiten zwischen 364 und 574 Kilometern. Technisch weitgehend identisch, aber optisch eigenständig tritt der frisch geliftete Skoda Enyaq auf, den es ebenfalls als SUV und als Crossover-Coupé gibt. Die Preise starten bei 44.400 Euro.
BYD Seal U: Der Seehund mit der scharfen Klinge
BYD ist der Shooting Star unter den chinesischen Start-ups: Vor gerade mal 30 Jahren als Batterie-Werkstatt gegründet, ist das Unternehmen mittlerweile auf Platz zwei der elektrischen Weltrangliste aufgerückt. Das verdanken die Chinesen vor allem ihrer sogenannten Blade-Zelle, die billiger und sicherer sein soll als konventionelle Lithium-Ionen-Batterien, zudem flacher ist und in der BYD-Plattform obendrein für zusätzliche Karosserie-Steifigkeit sorgt. Der Akku ist offenbar so gut, dass er selbst Tesla überzeugt hat und die Amerikaner zu den BYD-Kunden zählen. Das hindert den heimlichen Riesen aus Shenzen allerdings nicht daran, Tesla kräftig Konkurrent zu machen.
Natürlich vor allem daheim in China, seit einem guten Jahr aber auch mit wachsenden Ambitionen in Europa. Als Alternative zum Model Y haben sie deshalb den Seal U lanciert, der bei 4,78 Metern einen ähnlich schnittigen Auftritt hinlegt, ein vergleichbares Platzangebot hat und bei aller digitalen Orientierung nicht ganz so frugal und unterkühlt wirkt wie das US-Modell. Und ganz nebenbei haben die Chinesen bereits der Skepsis gegenüber den Stromern Rechnung getragen und für Zauderer einen Plug-in-Hybrid im Angebot – mit respektablen 1.080 Kilometern Gesamtreichweite. Die E-Version des Seal U kostet mindestens 41.990 Euro, fährt mit 218 PS und 72 oder 87 kWh und kommt auf eine Normreichweite von bis zu 500 Kilometern.
Genesis GV60: Korea kann’s auch
800 Volt-Technik für rasend schnelles Laden, mobile Stromversorgung fürs E-Bike oder die Kaffeemaschine, eine smarte Navigation und eine eingängige Ergonomie – technisch sind die E-Modelle aus dem Hyundai-Konzern der Tesla-Flotte längst ebenbürtig. Nur haben die Koreaner bislang den direkten Wettbewerb gescheut. Denn weder Ioniq 5 noch Ioniq 6 und schon gar nicht der Ioniq 9 von Hyundai passen so recht ins Tesla-Schema, noch die EV-Modelle 3, 6 und 9 bei der Schwestermarke Kia. Doch bald wird sich das ändern. Die aufgebockte Coupé-Limousine Kia EV4 zielt direkt auf das Model Y. Bis die im Herbst in den Handel kommt, bleibt aus Korea erstmal nur der GV60 als Alternative. Der nutzt die gleiche Technik wie Hyundai und Kia, stammt aber von der noblen Schwester Genesis und ist deshalb etwas vornehmer verpackt – und entsprechend teurer.
Stand: 08.12.2025
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Die Basisversion des 4,52 Meter langen SUV-Coupés kostet 54.680 Euro, bietet dafür aber 229 PS und 77,4 kWh für 517 Norm-Kilometer. Offiziell gerade nicht mehr bestellbar, aber noch immer auf Lager ist zudem die Performance-Version mit 318 PS und 470 Kilometern Aktionsradius.
Xpeng G6: Kopiert und optimiert
Unter den vielen chinesischen Newcomern sticht Xpeng ein wenig heraus – schließlich hat sich VW mit dem Start-up aus Guangzhou verbündet und ihm so die nötige Glaubwürdigkeit verliehen. Die Schützenhilfe aus Wolfsburg bräuchte es aber gar nicht, denn die Produkte sprechen für sich. Allen voran der G6, den man früher vielleicht für eine dreiste Kopie des Model Y gehalten hätte. Doch neuerdings lassen sich die Chinesen zwar immer noch von ihren Vorbildern zur Blaupause verleiten, machen es dann aber an den entscheidenden Stellen sogar besser. Deshalb ist der G6 nicht nur wohnlicher eingerichtet, leichter zu bedienen und hat das schlauere Infotainment, sondern lädt dank seiner 800 Volt-Technik obendrein auch schneller. Und billiger ist er natürlich auch noch: Los geht es für das 4,75 Meter lange SUV-Coupé mit 43.600 Euro.
Beim Antrieb bietet Xpeng drei Konfigurationen: Das Basismodell (RWD Standard) fährt mit einem Heckmotor von 190 kW/258 PS und 440 Nm, das ein LFP-Akku mit 66 kWh bis zu 435 Normkilometer weit bringt. Für den mindestens 47.600 Euro teuren RWD Long Range gibt’s an der Hinterachse 210 kW/286 PS und im Boden NCM-Zellen mit 87,5 kWh, die für bis zu 570 Kilometer reichen. Und wer 51.600 Euro ausgibt, kommt mit einem zweiten Motor auf eine Systemleistung von 350 kW/476 PS, muss den großen Akku dafür aber 20 Kilometer früher einstöpseln.
Ford Mustang Mach-E: Das Imperium schlägt zurück
Lange Zeit hat Detroit dem Treiben Teslas tatenlos zugesehen. Doch mittlerweile sind zumindest zwei der ehemals großen Drei aufgewacht und kämpfen sich zurück ins Spiel: General Motors hat seinem elektrischen Erstling Chevrolet Bolt mittlerweile den Cadillac Lyriq zur Seite gestellt und noch vor dem Cybertruck einen elektrischen Hummer lanciert und Ford baut mit dem F-150 Lightning nicht nur den vielleicht brauchbarsten Elektro-Pickup, sondern reitet auch mit dem Mustang elektrisch in die Zukunft. Zwar wird aus dem legendären Coupé mit der Antriebswende ein SUV mit schrägem Heck, doch tritt es damit in direkte Konkurrenz zum Model Y. Für 55.800 Euro aufwärts gibt es das elektrisierte Wildpferd mit einem oder zwei Motoren von 268 bis 487 PS, Akkus mit 73 kWh oder 91 kWh und Reichweiten zwischen 470 und 600 Kilometern.
Und wer es nicht mit ganz so viel amerikanischem Pathos mag, dem bietet Ford zumindest bei uns noch als Retro-Alternative mit europäischem Gusto den neuen Capri auf Basis des Wolfsburger MEB. Als schräg geschnittenes SUV für die gehobene Kompaktklasse zählt der zu Preisen ab 44.950 Euro mit bis zu 340 PS und bestenfalls 627 Kilometern Reichweite ebenfalls in den Kreis der Model Y-Konkurrenten.