ZKF-Branchenbericht Instandsetzende und herstellende Betriebe waren 2024 stabiler unterwegs

Von Christian Otto 4 min Lesedauer

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Vor allem beim Umsatz zeigen sich im Branchenbericht sowohl bei den K&L-Betrieben als auch bei den Fahrzeugbauern positive Entwicklungen. Doch die Kostensteigerungen lassen im Ergebnis kaum Spiel für wichtige Investitionen.

Für das instandsetzende Gewerbe konnte der ZKF-Branchenbericht einen leicht steigenden Gesamtumsatz für 2024 ermitteln.(Bild:  Dominsky – VCG)
Für das instandsetzende Gewerbe konnte der ZKF-Branchenbericht einen leicht steigenden Gesamtumsatz für 2024 ermitteln.
(Bild: Dominsky – VCG)

Es ist mal wieder so weit. Der Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) veröffentlicht seinen ZKF-Branchenbericht. Das Datenmaterial ist dabei nicht nur für die Betriebe ein wichtiges Kompendium, sondern wird auch für von Kreditinstituten und Behörden herangezogen.

Die im Branchenbericht zusammengefassten Auswertungen betreffen sowohl den Bereich Karosserie-Instandsetzung und Lackierung sowie den herstellender Karosserie- und Fahrzeugbau. Beide Gruppen wurden für den Report ab September 2025 zu den Betriebsergebnissen 2024 befragt. Die Auswertung erfolgte ab Dezember 2025.

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Doch was ermittelte der ZKF im Detail? Für den Bereich Karosserie-Instandsetzung und Lackierung attestiert der Verband eine höhere Produktivität bei sinkender Beschäftigtenzahl. Letztere sank um 0,4 Mitarbeiter je Betrieb im Vergleich zu 2023. Durchschnittlich sind 17,5 Beschäftigte in einem Betrieb angestellt, wobei dabei die produktiv Beschäftigten nur noch 10,7 Mitarbeiter ausmachen. Der Betriebsgrößenrückgang dürfte den Fachkräftemangel als Ursache haben.

Umsätze und Kosten steigen

Der durchschnittliche Gesamtumsatz stieg laut der ZKF-Zahlen leicht von 2.426.318 Euro auf 2.456.667 Euro. Gleichzeitig sank das operative Ergebnis (EBITDA) leicht von 7,7 auf 7,1 Prozent der Gesamtbetriebsleistung. Grund hierfür waren gestiegenen Kosten, wie beim Material: Diese nahmen aufgrund höherer Ersatzteilpreise um 1,6 Prozent auf 38 Prozent der Gesamtbetriebsleistung zu.

Ein weiterer Kostenreiber – trotz der sinkenden Mitarbeiteranzahl – waren die steigenden Personalkosten. Diese erhöhten sich um 1,5 Prozent auf 877.693 Euro. Weiter Kostensteigerungen kamen bspw. durch Energie, Versicherungen, Gebühren, Abgaben und anderen Dienstleistungen. Hier vermeldet der Verband eine Steigerung von 2,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 471.115 Euro.

Hier zeigt sich ein ähnliches Bild wie im letzten ZKF-Branchenbericht. Auch wenn die Betriebe umsatzseitig zulegen konnten, ist die Entwicklung des operativen Ergebnis aufgrund des Kostendrucks rückläufig. Das operative Ergebnis ist laut ZKF aber die Basis für die Wirtschaftlichkeit eines Unternehmens, da nur dort die Renditen erarbeitet werden, um zukünftige Investitionen tätigen zu können. Insoweit bestätigt sich das Bild des letzten Branchenberichts, in dem auch schon vom Verband angemahnt wurde, dass den Betrieben das Geld für Themen wie die umfassende Digitalisierung, Arbeiten an HV-Fahrzeugen und Nachhaltigkeit fehle.

Standbein Kundendienst

Die „Betriebsleistung Handwerk“ stieg um 1,1 Prozent auf 2.438.901 Euro, der Handelsumsatz auf 0,7 Prozent an der Gesamtbetriebsleistung. Blickt man auf die Umsatzanteilen dominiert weiterhin die Pkw-Reparatur einschließlich der eingebauten Ersatzteile. Erfreulich entwickelt sich der Anteil des Pkw-Kundendienst. Er stieg von 3,1 Prozent des Gesamtumsatzes gegenüber dem Vorjahr auf 6,4 Prozent. Der ZKF sieht hier ein zusätzliches Standbein, dass die Unternehmen aufbauen.

Der ZKF-Branchenbericht ermittelte für 2024 im Bundesgebiet zudem folgende durchschnittlich „ausgehängten“ Stundenverrechnungssätze (ohne Mehrwertsteuer). Bei der Karosserie-Instandsetzung lag der SVS bei 160,35 Euro pro Stunde. Bei der Lackierung lag der Wert bei 172,13 Euro (ohne Material) pro Stunde.

Erholung beim herstellenden Gewerbe

Für den herstellenden Karosserie- und Fahrzeugbau attestiert der ZKF-Branchenbericht erstmals nach den Krisenjahren eine leichte Erholung. Hatte man zuvor mit Lieferengpässen und -verzögerungen bei Fahrgestellen, Basisfahrzeugen sowie Aufbaukomponenten seitens der Lkw- und Transporterindustrie zu kämpfen, normalisierte sich die Situation im Jahr 2024.

Daraus resultiert eine verlässlichere Produktionsplanung. Die Betriebe waren zudem im Jahresverlauf gut ausgelastet. Allerdings kam es im letzten Quartal 2024 zu einem deutlichen Rückgang bei Auftragsanfragen und -eingänge. Vor allem Kunden aus dem KMU-Bereich sowie aus dem Bausektor investierten zurückhaltender.

Wie bei den Betrieben der Karosserie-Instandsetzung und Lackierung drückten auch beim herstellenden Gewerbe die Kosten. Steigerungen für Rohmaterialien, Komponenten, Energie und Vorfinanzierungen belasteten die Unternehmen. Hinzu kamen vor allem die gestiegenen Kosten für Löhne und Gehälter. Begleitet wird dies durch einen zunehmenden Fachkräftemangel. Belastend wirkten zudem Vorgaben aus Brüssel und Berlin.

Nische statt Standard

Insbesondere für Hersteller von Standardaufbauten ist es laut dem Bericht aufgrund von Überkapazitäten im Markt nur eingeschränkt möglich, höhere Verkaufserlöse zu erzielen, um die gestiegenen Kosten zu kompensieren. Unternehmen die Produktnischen besetzen oder verstärkt in der Nutzfahrzeug-Instandsetzung aktiv sind, stehen hier stabiler da.

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Reparatur- und Serviceabteilungen bieten die Möglichkeit flexibler auf Auftragsschwankungen im Bereich der Produktion zu reagieren. Betriebe mit dieser Kompetenz haben klare Vorteile. Der Anteil des Lkw-Reparatur-Umsatzes erhöhte sich in diesem Zusammenhang auf 13,8 Prozent.

In Zahlen heißt das: Das operative Ergebnis (EBITDA) vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen verbesserte sich im herstellenden Karosserie- und Fahrzeugbau sich 2024 gegenüber den Durchschnittswerten des Vorjahres von 0,2 Prozent auf 3,7 Prozent des Gesamtumsatzes. Nach Abzug vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen ergebe sich laut ZKF hier aber nur eine „schwarze Null“.

Der Verband gibt Betrieben beider Gewerbe auch Empfehlungen. So sollten sie laut dem Bericht auf schlanke Prozesse mit ausgehandelten Stundenverrechnungssätzen achten, die Renditen erzielen, um wachstumsorientiert investieren zu können. Auch neue Tätigkeitsfelder sollten demnach geprüft werden, wie z. B. des Management kleinerer Flotten.

Den gesamten ZKF-Branchenbericht gibt es in der aktuellen Printausgabe der „Fahrzeug + Karosserie“.

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