Fahrbericht Kia PV5 Cargo – cooler Kasten

Von sp-x 3 min Lesedauer

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Bei Stromern hat sich Kia in Europa bislang auf Pkw-Modelle beschränkt. Das soll sich jetzt ändern. Der cool gestylte PV5 bildet zum Ende des Jahres den Auftakt zu einer ganzen Nutzfahrzeug-Flotte.

Kia steigt mit dem PV5 ins Geschäft mit elektrischen Nutzfahrzeugen ein.(Bild:  Kia)
Kia steigt mit dem PV5 ins Geschäft mit elektrischen Nutzfahrzeugen ein.
(Bild: Kia)

Elektrische Transporter und Vans gehören seit einigen Jahren mehr und mehr zum Straßenbild. Viele Firmen setzen auf Nachhaltigkeit und ein grünes Image. Auch im Privatbereich tut sich was. Bestes Beispiel ist hier der schicke Retro-VW ID.Buzz. Das gesamte jährliche Volumen in diesem Segment liegt europaweit bei rund 700.00 Fahrzeugen. Von diesem Kuchen möchte sich Kia schon im nächsten Jahr vier Prozent sichern, 2030 will die koreanische Marke gar mit 17 Prozent dabei sein.

Hinter diesen ambitionierten Zahlen steckt der PV5, Kias erstes elektrisches LCV (Light Commercial Vehicle). Man ist sich im Konzern sehr sicher, durch cooles Design, extreme Vielseitigkeit, hohe Reichweite, schnelles Laden und attraktive Preise die Kundenwünsche bestens zu treffen. Für den PV5 wurde daher extra eine eigenständige und sehr flexible aufgebaute Elektroplattform entwickelt, die E-GMP.S (Electric Global Modular Platform for Service). Viel Wert legte die Ingenieure dabei auf Komfort und Handlichkeit, um dem Fahrer ein möglichst Pkw-ähnliches Gefühl hinter dem Lenkrad zu vermitteln.

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Letzteres kann durchaus als gelungen bezeichnet werden. Auf einer ersten Probefahrt überzeugte der nur 4,70 Meter lange Van (etwas kürzer als ein ID.Buzz) voll und ganz. Zur komfortablen Federung und der recht direkten Lenkung kommt die herrliche Ruhe im Innenraum. Kias Entwicklern war es wichtig, durch gezielte Dämmmaßnahmen (zum Beispiel Akustik-Glas) den Geräuschpegel auf ein sehr niedriges Niveau zu reduzieren.

Antrieb und Reichweite nach Bedarf

Der 120 kW/163 PS und 250 Newtonmeter starke Motor besitzt für nahezu alle Verkehrssituationen (der Testwagen war mit einem 400 Kilogramm schweren Gewicht bepackt) genügend Leistungsreserven. Die Höchstgeschwindigkeit deckelt Kia bei 135 km/h. Wählen kann der Kunde zunächst zwischen zwei Batteriegrößen, 51,5 und 71,2 kWh. Die WLTP-Reichweiten liegen entsprechend bei 291 und 416 Kilometer, was für das Nutzungsprofil der meisten Kunden passend sein dürfte. Wem das zu viel ist und wer obendrein Geld sparen möchte: Nächstes Jahr wird es für die Basisversion einen noch kleineren Akku mit 43,3 kWh geben.

Stolz ist man bei Kia darauf, dem PV5 bidirektionales Laden sowie die beste Ladeleistung im Segment spendiert zu haben. Bei 160 kW am Quick-Charger dauert es unter 30 Minuten, die Batterie von zehn auf 80 Prozent ihrer Kapazität zu füllen. Für die Effizienz förderlich ist eine Wärmepumpe; es gibt sie allerdings nur optional. Vorbereitet ist der PV5 zudem für Plug & Charge, das heißt, er braucht an der Ladesäule nur angesteckt zu werden, die Authentifizierung geschieht automatisch und der Strom fließt.

Das Cockpit gestaltete Kia modern und aufgeräumt, der Lieferwagen-Charakter blieb draußen, die Materialien sind gefällig, Ablagen gibt es in Hülle und Fülle, ebenso eine Ladeschale fürs Handy. Wie meist, dominiert auch hier der zentrale, 12,9 Zoll große Bildschirm (Touchscreen). Hinter dem Lenkrad dagegen reicht ein kleines Display (7,5 Zoll). An der Bedienung gibt es nichts auszusetzen, sie erschließt sich intuitiv. Gleiches gilt für die Sprachsteuerung, unterstützt von einem KI-Assistenten, was die Konversation erheblich vereinfacht.

Praxistauglich dimensioniert

Für Gewerbe und Handel fast wichtiger sind allerdings Dimensionen und Packmaße. Der PV5 Cargo hat einen 2,26 Meter tiefen Laderaum, groß genug, um zwei Euro-Paletten aufzunehmen. Rekord im Segment soll die hintere Ladehöhe von nur 42 Zentimetern sein. Das Ladevolumen beträgt 4,4 Kubikmeter, in der Hochdachversion (kommt 2026) sollen es gar fünf Kubikmeter sein. An Gewicht darf man in den PV5 Cargo bis zu 690 Kilogramm packen.

Neben der Cargo-Variante – sie wird zirka 80 Prozent des Verkaufs ausmachen – startet Kia auch mit einem Passenger-PV5, zunächst als Fünfsitzer, später kommt ein Sechs- bis Siebensitzer hinzu. Auch eine Version für den seitlichen Rollstuhlzugang wird es 2026 geben. Technisch gibt es zum Cargo keine Unterschiede. Ebenso, was die elektronischen Assistenzsysteme betreffen. Die neu entwickelte Plattform erlaubt es, modernste Features unterbringen. Dazu zählen unter anderem Highway Driving Assist, Spurhaltung, Totwinkel, Kollisionswarner, Fußgängererkennung und 360-Grad-Kamera.

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Was die Preise angeht, hält Kia sein Versprechen, deutlich unter jenen des VW ID.Buzz zu bleiben und sich eher in Richtung Citroën Berlingo und Renault Kangoo zu bewegen. So startet der PV5 Cargo bei 39.190 Euro. Die von uns gefahrene Version mit der größten Batterie kostet ab 43.805 Euro.

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