Wasserstoff Krise in Rüsselsheim: Brennstoffzellen-Aus bei Stellantis und Segula-Pleite

Von Sven Prawitz 1 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Doppelschlag für den Opel-Standort: Stellantis beendet die Brennstoffzellen-Entwicklung – betroffen sind 130 Entwickler. Kurz zuvor meldete Segula Technologies Insolvenz an.

Der E-Expert Hydrogen von Peugeot ist ein Transporter mit Wasserstoff-Brennstoffzelle. Stellantis nimmt die Antriebstechnik nun vom Markt. (Bild:  Peugeot)
Der E-Expert Hydrogen von Peugeot ist ein Transporter mit Wasserstoff-Brennstoffzelle. Stellantis nimmt die Antriebstechnik nun vom Markt.
(Bild: Peugeot)

Der Opel-Mutterkonzern Stellantis zieht sich aus der Entwicklung und Produktion von Brennstoffzellen-Autos zurück. Das Unternehmen erwarte nicht mehr, dass sich wasserstoffbetriebene leichte Nutzfahrzeuge bis Ende des laufenden Jahrzehnts flächendeckend etablieren.

Der für den Sommer geplante Produktionsstart neuer Brennstoffzellen-Transporter im französischen Hordain und polnischen Gliwice wird daraufhin gestoppt. Dies werde sich aber nicht auf das Personal in den beiden Standorten auswirken. Doch das Entwicklungszentrum der deutschen Tochter Opel in Rüsselsheim muss Federn lassen. Dort sollen etwa 130 Ingenieure mit anderen Projekten betraut werden.

Opel war Kompetenzzentrum für Wasserstoffantrieb

Opel hatte 2017 nach der Übernahme durch den PSA-Konzern das konzernweite Kompetenzzentrum für den Wasserstoffantrieb erhalten. Im Jahr 2021 startete dann eine erste Kleinserie des Transporters Opel Vivaro mit einer Brennstoffzelle an Bord.

Vor zwei Wochen veröffentlichten 37 Vorstände europäischer Unternehmen einen Brief, in dem sie die Wasserstoffmobilität als festen Bestandteil in Europas Verkehrssektor fordern. Stellantis fehlt in der Absenderliste. Wohl aber ist Symbio unter den Unterzeichnern. Stellantis erwarb 2023 Anteile am französischen Zulieferer für Brennstoffzellensysteme und -komponenten.

Mit den weiteren Anteilseignern Forvia und Michelin will Stellantis Gespräche aufnehmen. Das Unternehmen wolle gemeinsam die aktuellen Marktauswirkungen bewerten und „die besten Interessen von Symbio im Einklang mit den jeweiligen Verpflichtungen der Aktionäre wahren“. Es dürfte dabei um einen finanziellen Ausstieg des OEM gehen.

Mit Schaeffler zusammen betreibt Symbio das Gemeinschaftsunternehmen Innoplate. Es stellt seit 2024 für beide Zulieferer Bipolarplatten her.

Deutsche Tochter von Segula ist insolvent

Für den Automobilstandort Rüsselsheim ist es die zweite schlechte Nachricht innerhalb von Stunden. Am 15. Juli war bekannt geworden, dass die deutsche Tochter von Segula Technologies Insolvenz angemeldet hat. Betroffen sind 500 Beschäftigte, überwiegend aus Forschung und Entwicklung.

In Rüsselsheim hat Segula große Teile des ehemaligen Opel-Entwicklungszentrums übernommen – inklusive eines großen Testgeländes in Rodgau-Dudenhofen. Der Entwicklungsdienstleister beschäftigt ein kleines Team, das für Brennstoffzellen tätig ist.

(ID:50486417)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung