Innungen Köln Künftig sind Spezialisten mehr gefragt

Von Dipl. Ing. (FH) Konrad Wenz 3 min Lesedauer

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Die Ifa-Studie „Servicemarkt 2040“ stand im Fokus der gemeinsamen Mitgliederversammlung der Kfz- und der Karosseriebauer-Innungen Köln. Betriebe haben demnach Herausforderungen zu bewältigen, die gleichzeitig große Chancen mit sich bringen.

Die Zukunft des automobilen Servicemarktes diskutierten (v. l.) Stefan Bäckmann, Geschäftsführerin Claudia Weiler (beide Kfz-Innung Köln), Kurt-Christian Scheel (ZDK), Prof. Benedikt Maier (IfA), Thomas Aukamm (ZKF) sowie Oliver Nienhaus und Arndt Hürter (beide von der Karosseriebauer-Innung Köln).(Bild:  Innung Köln)
Die Zukunft des automobilen Servicemarktes diskutierten (v. l.) Stefan Bäckmann, Geschäftsführerin Claudia Weiler (beide Kfz-Innung Köln), Kurt-Christian Scheel (ZDK), Prof. Benedikt Maier (IfA), Thomas Aukamm (ZKF) sowie Oliver Nienhaus und Arndt Hürter (beide von der Karosseriebauer-Innung Köln).
(Bild: Innung Köln)

Die aktuellen Herausforderungen für die Mitgliedsbetriebe der Kfz-Innung und der Karosseriebauer Innung Köln standen im Fokus der gemeinsamen Herbstversammlungen der beiden Innungen. Die Obermeister Stefan Bäckmann (Kfz-Innung Köln), und Oliver Nienhaus (Karosseriebauer-Innung Köln) sowie sein Stellvertreter Arndt Hürter (Karosseriebauer-Innung) und die Geschäftsführerin beider Innungen, Claudia Weiler, eröffneten die Mitgliederversammlung in Köln. Insgesamt 120 Teilnehmer waren dem Ruf ihrer Innung gefolgt.

Bei dem Blick zurück auf das Innungsjahr 2023 bildete die Lossprechungsfeier den Höhepunkt. Erstmals hatten beide Innungen im Sommer zur gemeinsamen Lossprechung für die Ausbildungsberufe Kfz-Mechatroniker, Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker sowie Fahrzeuglackierer eingeladen. Rund 200 junge Menschen hatten 2023 ihre Ausbildung in einem Autoberuf abgeschlossen.

Den hohen Stellenwert der Gesellenprüfung betonte Stefan Bäckmann. Er verwies auf das neue Prüfungskonzept: „Mit der geballten Kompetenz in den Mitgliedsbetrieben hält die Innung die Qualität der Prüfung hoch.“ Ab Sommer 2024 werden die Auszubildenden im Beruf Kfz-Mechatroniker die praktische Prüfung in Innungsbetrieben selbst abgelegen. Dazu wurden bereits elf Betriebe als Prüfungsstandort zertifiziert.

Neues Prüfungskonzept

Ab Sommer 2024 werden die Auszubildenden im Beruf Kfz-Mechatroniker die praktische Prüfung in Innungsbetrieben selbst abgelegen. Dazu wurden bereits elf Betriebe als Prüfungsstandort zertifiziert. Entsprechende Urkunden gingen an Autohaus Bäckmann, Auto Service Faul, Auto Strunk, Curt Richter, Iveco West Nutzfahrzeuge, Kfz Parsch, Mercedes-Benz Niederlassung Köln/Leverkusen, Procar Automobile, R&S Mobile, Scania Vertrieb und Service sowie Wiemer Automobile. Zudem wurden die Prüfungsausschüsse per Nachwahl der Arbeitgeber Andre Nürnberg (Iveco West Nutzfahrzeuge), Matthias Jacobs (Curt Richter) und Ferhat Gündüz (Scania Vertrieb und Service) fachkundig verstärkt. Eine Woche zuvor hatte der Gesellenausschuss bereits die Arbeitnehmer Ibrahim Maatouk und Bujar Kadrii (Auto Strunk), Aljosha Parsch (Kfz-Parsch) und Dennis Wenta (Redo Reifen + Autozubehör) als neue Prüfer gewählt.

Den inhaltlichen Schwerpunkt der Tagung bildete der Impulsvortrag von Prof. Dr. Benedikt Maier mit Auszügen aus der aktuellen Studie „Servicemarkt 2040“ des Instituts für Automobilwirtschaft (IfA). Einleitend rief Arndt Hürter die Kollegen dazu auf, trotz aktuell voller Auftragsbücher den Blick auf die strategische Ausrichtung des Unternehmens zu wahren und sich proaktiv dem unweigerlich eintretenden Wandel zu stellen. Als Treiber der Veränderungen identifizierte Prof. Maier den noch unklaren Zugang zu Fahrzeugdaten, immer komplexere Fahrzeuge, die E-Mobilität, mehr gesteuerte Werkstattaufträge und den Mangel an Fachkräften. In der Folge würden Spezialisten gewinnen, während es für Werkstätten als „Allrounder“ schwerer werde. Die Studie liefert Strategieoptionen für Werkstätten und benennt konkrete Ansätze, um diese zu erschließen.

Die spätere Podiumsdiskussion mit Thomas Aukamm, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF), und Dr. Kurt-Christian Scheel, Hauptgeschäftsführer Zentralverband Deutsches Kfz-Gewerbe (ZDK), ging dabei auf Themen wie Nachwuchsgewinnung, Data Act und SERMA (Security-Related Vehicle Repair and Maintenance Information) ein. Bei Letzterem handelt es sich um ein Konzept für den Zugang zu diebstahl- und sicherheitsrelevanten Reparatur- und Wartungsinformationen.

Beide Innungen wählten Rechtsanwalt Volker Görzel, Fachanwalt für Arbeitsrecht in der Kölner Kanzlei HMS.Barthelmeß Görzel, zum neuen Vorsitzenden des Lehrlingsschiedsgerichtes. Er folgt auf Ulrich Schwerdtfeger, der das Amt 43 Jahre innehatte. n

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