Unternehmensstrategie Tesla verzichtet auf Traditionsmodelle zugunsten Roboter-Produktion

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Tesla stellt die Produktion der Modelle X und S ein. Die Entscheidung soll Kapazitäten freisetzen für die Fertigung von Robotern.

Tesla stellt die Produktion der Modelle X (im Bild) und S im Stammwerk in Fremont ein.(Bild:  Tesla)
Tesla stellt die Produktion der Modelle X (im Bild) und S im Stammwerk in Fremont ein.
(Bild: Tesla)

Tesla hat erstmals ein Jahr mit einem Umsatzrückgang abgeschlossen. Die Erlöse fielen 2025 angesichts gesunkener Auslieferungen um rund drei Prozent auf 94,8 Milliarden Dollar, wie der von Elon Musk geführte Elektroauto-Hersteller am Mittwoch nach US-Börsenschluss mitteilte. Tesla verbuchte 2025 den zweiten jährlichen Rückgang der Auslieferungen in Folge. Sie sanken um 8,5 Prozent auf gut 1,636 Millionen Fahrzeuge.

Den bisherigen Höhepunkt hatte Tesla 2023 mit etwas über 1,8 Millionen ausgelieferten Wagen erreicht. 2024 hatte der Umsatz trotz der niedrigeren Auslieferungen noch um ein Prozent zugelegt.

Im Nachgang der Ergebnis-Vorstellung kündigte Firmenchef Elon Musk an, dass die Produktion der Traditionsmodelle S und X im kommenden Quartal im kalifornischen Stammwerk Fremont eingestellt werde – um Kapazitäten für die Roboter-Produktion zu schaffen. Besitzer der Autos würden über die Lebenszeit der Fahrzeuge weiterhin technische Unterstützung bekommen, versicherte Musk.

Die Modelle begründeten einst den Ruf Teslas, wurden zuletzt aber kaum mehr ausgeliefert. In diesem Jahr soll die Fertigung des Robotaxi-Fahrzeugs „Cybercab“ ohne Lenkrad und Pedale beginnen. Davon will Tesla vielfach mehr Einheiten bauen als von allen anderen Modellen zusammen.

In den neuen Bereichen trifft Tesla auf starke Rivalen und muss erst noch beweisen, dass die Technologie des Elektroauto-Vorreiters am Markt bestehen kann. So hat Tesla bisher nur einige fahrerlose Robotaxis in der texanischen Stadt Austin im Einsatz. Sie wurden zuletzt noch von Sicherheitsfahrern im Beifahrersitz begleitet. Die Google-Schwesterfirma Waymo betreibt unterdessen mehr als 2.500 fahrerlose Wagen in mehreren US-Städten und expandiert.

Autonomes Fahren nur mit Kameras

Zudem ist umstritten, ob Musks Entscheidung, beim autonomen Fahren nur mit Kameras auszukommen, ausreichende Sicherheit ermöglicht. Waymo und andere Hersteller setzen zusätzlich auf weitere Sensoren, vor allem Laser-Radare, die die Umgebung der Fahrzeuge abtasten. Geht Musks Rechnung auf, hätte Tesla einen enormen Kostenvorteil.

Laut Musk testet Tesla seinen Robotaxi-Dienst aktuell mit rund 500 Fahrzeugen des Kompakt-SUV Model Y in Austin und im Bundesstaat Kalifornien. Allerdings muss in Kalifornien nach wie vor ein Sicherheitsfahrer am Steuer sitzen.

Für Teslas Roboter mit dem Namen Optimus seien unterdessen nur chinesische Entwickler eine nennenswerte Konkurrenz sagte Musk. Allerdings gibt es auch in den USA Firmen, die bereits ihre Roboter in Fabriken getestet haben – etwa Figure AI im US-Werk von BMW.

Tesla will die Optimus-Produktion in diesem Jahr beginnen – und Musk stellte jüngst in Aussicht, dass diese bis Ende 2027 „der Öffentlichkeit“ zum Verkauf angeboten werden könnten.

Sinkende Absätze bei Tesla

Das aktuelle Kerngeschäft von Tesla – der Verkauf von Autos – schrumpft derweil. Das vergangene Jahr war das erste mit einem Umsatzrückgang. Die Erlöse fielen 2025 angesichts nachlassender Auslieferungen um rund drei Prozent auf 94,8 Milliarden Dollar. Der Jahresgewinn brach um 46 Prozent auf rund 3,8 Milliarden Dollar ein.

Tesla verbuchte 2025 den zweiten jährlichen Rückgang der Auslieferungen in Folge. Sie sanken um 8,5 Prozent auf gut 1,636 Millionen Fahrzeuge. Den bisherigen Höhepunkt hatte Tesla 2023 mit etwas über 1,8 Millionen ausgelieferten Autos erreicht. Im Jahr 2024 hatte der Umsatz trotz der niedrigeren Auslieferungen noch um ein Prozent zugelegt.

Negativer Trend

Im ersten Halbjahr des vergangenen Jahres sanken die Tesla-Auslieferungen um rund 15 Prozent. Im dritten Quartal trieb die Torschlusspanik vor dem Auslaufen der US-Elektroautoprämie Ende September den Absatz zwischendurch auf ein Rekordhoch. Im Vierteljahr darauf folgte dann die Quittung mit dem nächsten Rückgang.

Das schlug sich auch in der Bilanz nieder. Der Umsatz fiel im vierten Quartal im Jahresvergleich um drei Prozent auf 24,9 Milliarden Dollar und der Gewinn sackte um 61 Prozent auf 840 Millionen Dollar ab. US-Präsident Donald Trump sorgte unterdessen nicht nur dafür, dass die Steuervergünstigung von 7.500 Dollar beim Kauf eines Elektroautos auslief, sondern entzog Tesla mit dem Aushöhlen der Regeln zum CO2-Ausstoß auch eine verlässliche Geldquelle: Einnahmen aus dem Handel mit Emissionszertifikaten.

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In den vergangenen Jahren hatte Tesla seine Gewinne mit dem Verkauf der Verschmutzungsrechte immer wieder aufgebessert. Doch nun sind andere Autohersteller weniger daran interessiert. Teslas Erlöse aus dem Zertifikatehandel fielen im vergangenen Quartal auf 542 Millionen Dollar. Im vierten Quartal 2024 waren es noch 692 Millionen Dollar – und 2,76 Milliarden Dollar im gesamten Jahr.

Politisches Engagement und Modellwechsel

Wegen Musks Auftreten und seiner politischen Ansichten wandte sich ein Teil der potenziellen Tesla-Käufer ab. Zu Jahresbeginn wurde Tesla zudem vom Modellwechsel beim Bestseller Model Y gebremst. Teslas futuristisch aussehender Elektro-Pick-up Cybertruck gilt als Flop.

In den USA griffen Autokäufer im vergangenen Jahr unterdessen verstärkt zu Fahrzeugen mit Verbrenner- und Hybrid-Antrieben – und in Europa waren im Elektroauto-Markt andere Hersteller gefragt, unter anderem aus China.

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