Fachtagung historische Fahrzeuge Vorsicht, wenn der Lack bei Oldtimern abgeht

Von Hoger Zietz 3 min Lesedauer

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Auf der Messe Retroclassic in Stuttgart veranstaltete der Landesverband des Kfz-Gewerbes seine Fachtagung historische Fahrzeuge. Diesmal drehte sie sich thematisch um Lacke. Ein Highlight war der Vortrag von Expertin Dr. Gundula Tutt.

Carsten Bräuer (Dekra) warb auf der Fachtagung für die Instandsetzung historischer Bauteile, um die Originalkomponenten im Fahrzeug zu erhalten.   (Bild:  Zietz - VCG)
Carsten Bräuer (Dekra) warb auf der Fachtagung für die Instandsetzung historischer Bauteile, um die Originalkomponenten im Fahrzeug zu erhalten.
(Bild: Zietz - VCG)

Die Themen Lack und Aufarbeitung mechanischer Komponenten standen im Mittelpunkt der sechsten Fachtagung für Fachbetriebe für historische Fahrzeuge. Die Veranstaltung richtete der Verband des Kraftfahrzeuggewerbes Baden-Württemberg auf der Messe Retroclassic in Stuttgart aus. Zahlreiche Fachbesucher nutzten die Gelegenheit, sich über neueste Entwicklungen und bewährte Methoden in der Restauration und Pflege historischer Fahrzeuge zu informieren.

Auf dem Programm standen diverse Vorträge über Lacke, die Instandsetzung historischer Komponenten und Schmierstoffe bei Oldtimern. Verantwortlich dafür war maßgeblich wieder Wilhelm Supper – er gilt im Ländle als Top-Ansprechpartner für Old- und Youngtimer, ist ehrenamtlich Trainer der Innung Region Stuttgart und engagiert sich auch im Landesverband. Seine Kenntnisse und Verbindungen sind in der Aus- und Fortbildung in den Betrieben unverzichtbar, wenn es um historische Fahrzeuge geht.

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Diesmal hatte Supper es geschafft, die bekannte Oldtimerrestauratorin Dr. Gundula Tutt für die Fachtagung zu einem Vortrag mit Workshop zu gewinnen. Sie sprach über historische Lacke und deren Restaurierung. Lacke und Grundierungen haben sich in der 150-jährigen Automobilgeschichte gewandelt, erläuterte sie. So wurde bei einigen historischen Fahrzeugen der Originallack sogar mit dem Pinsel aufgetragen.

Nitrolacke dürfern sehr wohl verwendet werden

Für historische Lacke gibt es keine Datenblätter oder Arbeitsanweisungen: „Sie müssen sich auf die Lacke einlassen“, sagte Tutt. Die Expertin riet dazu, wenn bei Old- und Youngtimern Lacke erneuert werden müssten, dies möglichst im historischen Kontext durchzuführen.

Mit einem Irrtum räumte Tutt auf der Stuttgarter Messe auf: Nitrolacke dürfen bei der Restaurierung historischer Fahrzeuge auch heute noch verwendet werden.

Hieß es in den vergangenen Jahren bei der Restaurierung der alten Fahrzeuge noch „besser neu“, werden heute gern die natürlichen Gebrauchsspuren erhalten. Jedoch sei die Frage, ob es sich noch um eine edle Patina oder einfach nur um einen Lackschaden am Fahrzeug handelt, schwierig zu beantworten. Die Schnittmenge zwischen erhaltender und ergänzender Restaurierung mache das Ergebnis aus, so Tutt. Zudem sei zu klären, welchen historischen Zustand es zu bewahren gelte.

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Bei der Lackrestaurierung und Behandlung historischer Oberflächen sei einiges zu beachten, gab Tutt zu Bedenken. Lösungsmittel und heißer Dampf dürfen nur vorsichtig eingesetzt werden. Abblätternde Lackschichten können durchaus fixiert werden, dabei kommen Techniken aus der Möbel- und Gemälderestaurierung in abgewandelter Form zum Einsatz. Das Problem dabei: Anders als Möbel und Gemälde sind Oldtimer Wind und Wetter ausgesetzt.

Wird der Lack erneuert, ist auch bei der anschließenden Politur Vorsicht geboten. Denn nicht jede Politur passt zu jedem Lack, so Tutt. Deshalb müsse vorher unbedingt getestet werden, ob sie zusammen harmonieren.

Am Messestand der Kfz-Innung Region Stuttgart erhielten die Teilnehmer nach den Vorträgen und den Workshops noch die Gelegenheit, sich zu den Themen Lack und Instandsetzung direkt mit den Referenten auszutauschen. Die Innung selbst nutzte die Messe außerdem dafür, um für die Kfz-Berufe zu werben.

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