Schulungsangebot ZET hat gezündet

Von Steffen Dominsky 4 min Lesedauer

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So manches gut gemeinte Angebot in Sachen Weiterbildung im Klassikbereich ist mehr oder weniger schnell verpufft. Die Zeichen, genau dieses Schicksal nicht teilen zu müssen, stehen für den „Zertifizierten Experten für Young- und Oldtimertechnik“ sehr gut. Weshalb, zeigt ein Blick hinter die Kulissen.

Ein oldtimertechnische Weiterbildung auf höchstem Niveau: Das bietet der „Zertifizierte Experten für Young- und Oldtimertechnik“ der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen.(Bild:  Dominsky – VCG)
Ein oldtimertechnische Weiterbildung auf höchstem Niveau: Das bietet der „Zertifizierte Experten für Young- und Oldtimertechnik“ der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen.
(Bild: Dominsky – VCG)

„Mögen hätt ich schon wollen, aber dürfen hab ich mich nicht getraut“. Mit diesem sinnreichen Spruch brachte es der bayerische Kabarettist Karl Valentin für über 100 Jahren auf den Punkt: Es gibt Situationen im Leben, da muss man sich einfach mal was trauen. Genau das tat Prof. Dr.-Ing. Reinhold Bopp M.S. von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen – richtig, die mit dem Institut für Automobilwirtschaft (IfA). Obwohl kein Dozent für Oldtimerthemen hatte er eine Vision. Die Vision eines Qualifikationsangebots im Bereich Young- und Oldtimer, das einerseits Substanz hat, d. h. deutlich über eine Wochenendveranstaltung hinausgeht, das Teilnehmer andererseits parallel zu ihrem Job absolvieren können und das bezahlbar ist.

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Anders als Ex-Kanzler Helmut Schmidt einst riet, ging Herr Bopp mit seiner Vision nicht zum Arzt, sondern entwickelte stattdessen zusammen mit Mitstreitern den „Zertifizierten Experten für Young- und Oldtimertechnik“. Allen voran in Wilhelm Supper von der Kfz-Innung Stuttgart, der sich seit vielen Jahren erfolgreich im und für das Bewahren und Weitergeben automobil historischen Wissens engagiert, fand Reinhold Bopp einen tatkräftigen Mitstreiter. Darüber hinaus unterstützt den ZET mittlerweile auch der Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK), die Akademie Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (TAK) und der Zentralverband Karosserie und Fahrzeugtechnik (ZKF) sowie die Initiative „Classic meets Future“.

Praxisvermittlung auf höchsten Niveau

Am vergangenen Freitag/Samstag fand bereits das fünfte von sechs Modulen des ersten Lehrgangs statt. Es hört kurz und knapp auf den Namen „Einspritzsysteme“ und handelt platt gesagt alles an elektronischer und hydraulischer Gemischaufbereitungssystemen ab, was der Markt seit 1967 zu bieten hat. Dass es sich dabei schwerpunktmäßig um Produkte aus dem Hause Bosch handelt, liegt auf der Hand, schließlich ist das Stuttgarter Unternehmen Erfinder bzw. Marktbereiter zahlreicher bekannter Systeme wie D-, K- und L-Jetronic, die Fahrzeughersteller auf der ganzen Welt einst verbauten.

Als Veranstaltungsort für die Wissensvermittlung in Sachen „Sprit“ fungiert(e) die Kern-Akademie in Neuffen, südlich von Stuttgart. Thorsten Kern, gelernter Kfz-Mechaniker-Meister, hat sich über viele Jahre hinweg als Betreiber eines Rennstalls (Kern Motorsport – Formel König) und einer Kfz-Werkstatt jede Menge praktischen Wissen in Sachen Kfz-Technik angeeignet. Darüber hinaus hat er sich in Form eines Fahrzeugtechnikstudiums und einer Weiterbildung zum wissenschaftlichen Lehrer an Kfz-Berufsschulen auch in Sachen Theorie ordentlich was angeeignet. Vor allem aber hat Meister Kern eine derartige Menge an Schulungsmaterial zusammengetragen – Stichwort Lehrtafeln – bzw. selbst angefertigt, die ihresgleichen sucht.

Messen und prüfen = verstehen

Mehr als ein Dutzend besagter Lehrtafeln stehen den ZET-Teilnehmern zur Verfügung. Sie zeigen nicht nur generell die Funktionsweise von Einspritz- und Zündanlagen auf, bzw. demonstrieren diese unter Funktion, auf ihnen lassen sich auch „gemeine“ Fehler aufschalten, die von den angehenden Experten in Sachen historische Automobiltechnik gefunden werden dürfen, im Anschluss an das zuvor theoretisch Erlernte. Zusätzlich hat Thorsten Kern noch jede Menge Schnittmodelle angefertigt, dem hauseigenen Maschinenpark sei Dank. So sehen und vor allem verstehen die Kfz-Gesellen viel schneller und besser, wie der Druckfühler einer D-Jetronic arbeitet, warum der Zusatzluftschieber einer J-Jetronic irgendwann klemmen kann, oder was die Führung der Düsennadel einer L- von der einer D-Jetronic unterscheidet. Und so können diese praktischen Prüfungen, die sie später in ihren Betrieben durchführen dürfen und müssen, von der Pike auf erlernen, beispielsweise die Messung der Durchflussmenge einer Einspritzdüse – echtes Learning by doing eben.

Exkurs in die Welt der mechanischen Einspritzpumpen

Ein kleines bisschen weniger Doing, dafür aber jede Menge Watching und Anfassing war für die ZET-Teilnehmer am Ende des ersten der zwei Modul-6-Tage in Form eines „Sonderteils“ geboten. Den bestückte mit Dr. Ing. Hans-Thomas Fritsche eine echte Koryphäe für mechanische Reiheneinspritzpumpen von Bosch. Auch Fritsche hat sich aus privatem Interesse extrem tief ins Thema Oldtimertechnik eingearbeitet und bietet entsprechendes Know-how in Sachen Einstellung und Überholung besagter Pumpen an. Er bot mit seinem Vortrag überaus interessante Einblicke in die Frühzeit der gesteuerten Gemischaufbereitung und geizte nicht mit wertvollem Insider-Wissen für die angehenden Oldtimerfachkräfte.

Bald ist Prüfung!

In nicht einmal vier Wochen winkt diesen, nach dem Absolvieren des 6. und letzten Moduls und dem Ablegen und Bestehen der darauf folgenden Abschlussprüfung in Theorie und Praxis, mit dem Zertifizierten Experten für Young- und Oldtimertechnik ein echtes Hochschulzertifikat. Das ist bislang einmalig in diesem Segment. Es verkörpert, zusammen mit der hochwertigen praktischen Ausbildung, die Wertigkeit dieses Weiterbildungsangebots und macht aus Teilnehmern im wahrsten Sinne des Wortes echte Experten. Wer Interesse hat, selbst ein Oldtimer(-technik)experte zu werden, der findet hier weitere Informationen. Ach ja, der nächste Kurs für den ZET startet im März 2026.

CLASSIC BUSINESS DAY

Das Expertenmeeting rund um das Geschäft mit Young- und Oldtimern

Am 19. November 2025 präsentieren die beiden Medienmarken »kfz-betrieb« und »Fahrzeug + Karosserie« im PS.Speicher Einbeck mit dem Classic Business Day ein neues Oldtimer-Veranstaltungsformat. Das eintägige Event verspricht relevante Fachinformationen für Profis, Fortgeschrittene und Einsteiger an einem ganz besonderen Veranstaltungsort.

Abonnenten unserer Automotive-Medienmarken erhalten einen Nachlass von 25 % bei der Anmeldung.

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