Analyse 500.000 Euro fürs Autofahren im Laufe eines Lebens

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

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Autofahren ist nicht ganz billig. Die Erkenntnis hat man gefühlt bei jedem Tankstopp. Doch das ist gar nicht der Punkt, wie eine Studie zu den Autokosten zeigt. Wo sich die Kosten verstecken und wo sie zuletzt explodiert sind.

Die Preise für Kauf und Unterhalt von Pkw steigen, aber nicht an allen Stellen gleich schnell.(Foto:  Wodicka)
Die Preise für Kauf und Unterhalt von Pkw steigen, aber nicht an allen Stellen gleich schnell.
(Foto: Wodicka)

Autofahren oder doch lieber – je nach Wohnort – ein Haus oder eine große Wohnung kaufen? Wer die Kosten für die lebenslange Automobilität betrachtet, könnte angesichts dieser Frage schon ins Grübeln kommen. Wie eine Analyse von Leasingmarkt zeigt, gibt ein Autobesitzer im Laufe seines Lebens knapp eine halbe Million Euro für den Erwerb und Unterhalt seiner Fahrzeuge aus (konkret 496.400 Euro).

Damit wäre das Auto deutlich teurer als eine Immobilie – Leasingmarkt setzt dafür unter Berufung auf den Immoblilienmakler Engel & Völkers im Schnitt rund 340.000 Euro an (über alle Regionen Deutschlands hinweg).

Wie viel Geld ein Mensch für das Auto ausgibt, hängt natürlich von der Fahrleistung ab. Bei angenommen 54 aktiven Autofahrerjahren erwirbt der Durchschnittsdeutsche drei Neu- und fünf Gebrauchtwagen, für die dann entsprechend weitere Kosten anfallen: Kraftstoff, Versicherungen und Steuern, ein Garagen- oder Stellplatz, Wäsche und Pflege sowie Reparaturen. Im Schnitt werden derzeit 9.000 Euro im Jahr für den Pkw fällig.

Kostenanstieg höher als Inflationsrate

In den Jahren seit 2012, dem von Leasingmarkt gewählten Untersuchungszeitraum, haben sich die Kosten für das Auto deutlich gesteigert: nämlich um 48 Prozent. Das liegt deutlich über der allgemeinen Teuerung, die in diesem Zeitraum laut den Zahlen des Statistischen Bundesamts um rund 30 Prozent anzog.

Blickt man auf die verschiedenen Kostenblöcke, haben sich die Preise sehr unterschiedlich entwickelt. Als echter Kostentreiber erweist sich der traditionell größte Posten: der Autokauf. Verursachte er im Jahr 2012 noch ein Drittel der Kosten, macht er aktuell fast die Hälfte aus. Die Autoanschaffung wurde in dieser Zeit um 91 Prozent teurer, was wiederum viele Ursachen hat (Ausstattung, Sicherheit, regulatorische Vorschriften etc.). Auch der starke Anstieg der Gebrauchtwagenpreise in den letzten Jahren trägt zu dieser Entwicklung wesentlich bei.

Dagegen fällt das Aufregerthema Nummer eins, die Kraftstoffpreise, kaum ins Gewicht. Die Aufwendungen für Benzin, Diesel und Co. stiegen nur um 8 Prozent im Untersuchungszeitraum. Das dürfte unter anderem an sinkenden Verbrauchswerten liegen. Für den Betrieb von Mittelklasse-Fahrzeugen werden aus jetziger Sicht in einem Autofahrerleben 84.500 Euro an Kraftstoffkosten fällig.

Werkstattkosten steigen im Durchschnitt

Auch die zuletzt wegen hoher Stundenverrechnungssätze wieder in den Fokus gerückten Werkstattkosten haben sich auf längere Sicht bislang nicht signifikant erhöht. Sie schlagen im Schnitt mit 65.400 Euro zu Buche. Das sind 44 Prozent mehr als vor 13 Jahren. Damit entwickelte sich dieser Kostenblock im Einklang mit den Gesamt-Aufwendungen, wenn auch etwas über der Inflationsrate.

Interessant ist die Gegenüberstellung der Kosten für Leasing und Autokauf, wobei wenig überraschend angesichts des Studienerstellers Leasingmarkt ein lebenslanges Leasing für den Autofahrer günstiger kommt als der fortgesetzte Erwerb. Besonders deutlich fällt der Kostenvorteil des Leasings bei Kleinwagen aus. Hier würden Leasingnehmer in 54 Nutzungsjahren 89.000 Euro fürs Leasing zahlen, während für Käufe 150.000 Euro fällig würden.

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