Unfallreparatur Airbag raus = Hochvoltbatterie raus?

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 7 min Lesedauer

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Die meisten Unfälle passieren bei niedrigen Geschwindigkeiten und verursachen relativ geringe Schäden. Trotzdem können durch Vorgaben der Autohersteller hohe Reparaturkosten entstehen, wenn Batterien ausgebaut oder sogar getauscht werden müssen – obwohl diese unbeschädigt sind.

Unfälle führen nur selten zu einer mechanischen Beschädigung der Hochvoltbatterie. Trotzdem muss der Speicher oft repariert werden – oder sogar ausgetauscht.(Bild:  Rosenow – VCG)
Unfälle führen nur selten zu einer mechanischen Beschädigung der Hochvoltbatterie. Trotzdem muss der Speicher oft repariert werden – oder sogar ausgetauscht.
(Bild: Rosenow – VCG)

Es liegt uns Menschen im Blut, dass spektakuläre Ereignisse uns viel stärker beschäftigen als der banale Alltag, auch wenn sie selten oder nie eintreten. Jeder hat doch schon einmal die Angst verspürt, Opfer eines Terroranschlags oder Gewaltverbrechens zu werden, obwohl die Gefahr viel größer ist, bei einem gewöhnlichen Haushaltsunfall zu Schaden zu kommen. Und wenn man an Verkehrsunfälle denkt, dann sieht man vor dem geistigen Auge vollkommen zerstörte Fahrzeuge, befürchtet mindestens Schwerstverletzte, wenn nicht gar Tote.

Doch auch das ist nicht die Norm. Bei rund 2,5 Millionen Straßenverkehrsunfällen in Deutschland (2024, Quelle: Statistisches Bundesamt) blieb es in 2,2 Millionen Fällen bei Sachschäden. Die meisten Unfälle passieren sogar bei sehr niedrigen Geschwindigkeiten. Das zeigt sich auch bei der Schadenshöhe: 2023 kostete ein durchschnittlicher Sachschaden in der Kfz-Haftpflichtversicherung eines Pkw rund 4.000 Euro. Dieser Wert ist zwar in den letzten Jahren deutlich angestiegen, liegt aber immer noch weit entfernt von einem Totalschaden.