Bundesfachgruppe Fahrzeuglackierer

Branchentreff mit Weitsicht

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Leuchttürme für die Branche

Bereits am ersten Tag nahm das Thema Nachwuchs eine wichtige Rolle ein. So wurden die Teilnehmer und drei Gewinner des Bundesleistungswettbewerbs (BLW) der Fahrzeuglackierer von Jan Bauer, Präsident BV-Farbe und Jürgen Kleemann, Sales Director PPG, für ihre Leistungen in der inoffiziellen deutschen Meisterschaft der Fahrzeuglackierer gewürdigt. Sie hoben hervor, wie wichtig die talentierten Junglackierer als Vorbilder für die Branche seien. Wie BV-Farbe Hauptgeschäftsführer Mathias Bucksteeg ergänzte, könne man die BLW-Teilnehmer als Leuchttürme für das Image und die Zukunft des Ausbildungsberufs des Fahrzeuglackierers sehen.

In einer Podiumsdiskussion vertieften Unternehmer, Mitarbeiter, Fachlehrern sowie Vertreter von Verbänden und Handwerkskammern, was der Fachkräftemangel für die Branche bedeutet. So erläuterten die beiden Jungunternehmer Niklas Brettner der Peters Gruppe und Michaela Müller, BMK-Müller Karosserie & Lack, mit welchen Ideen und Maßnahmen sie versuchen junge Mitarbeiter für ihre K+L-Betriebe zu gewinnen und zu halten. Beide hoben hervor, dass man junge, motivierte Menschen für die Branche gewinnen müssen, die sich weiterentwickeln wollten.

Hin zum Astronautenimage

Der Fachlehrer und Team Coach der World Skills Mariusz Dechning sieht ein Kernproblem im Image des Berufs, das auch von den Eltern geprägt sei. Oft würde mit dem Lackierberuf ein dreckiges Erscheinungsbild ohne technischen Anspruch assoziiert. Bessere wäre eine Vorstellung eines Lackierers mit Atemschutz und Schutzanzug, der eher an einen Astronauten erinnert. Dechning fordert zudem, dass mehr in die Ausbildung der jungen Lackierer investiert werden muss. So brauche man ein modernes Ausbildungssystem, das auf die Anforderungen der modernen Technik eingeht, damit nicht mehr „Lehrer von Gestern Schüler von heute für Morgen ausbilden“.

ZKF-Präsident Peter Börner sieht dennoch sowohl die Innungen und Landesverbände, aber auch die Betriebe in der Verantwortung: Sie müssten für junge Menschen attraktiv sein und diese gut ausbilden. Müller untermauerte dies indem sie Beispiele aus ihrem Betrieb nannte. So honoriert die Jungunternehmerin Beispielsweise gute Leistungen in der Ausbildung mit Bonusleistungen. Wer etwa einen Notendurchschnitt von 1,5 erreicht, bekommt ein Auto gestellt.

Fachwissen trifft Messecharakter

Die großzügigen Räumlichkeiten des EHH-Autozentrums boten zudem ein perfektes Areal, für eine die Veranstaltung begleitende Fachmesse. Zahlreiche Aussteller der Branche nutzten die Gelegenheit ihre Produkte und Kompetenzen zu präsentieren und mit den Teilnehmern ins Gespräch zu kommen – die kurzen Wege und die familiäre Atmosphäre machten den Lackierertag so zu einer idealen Plattform fürs Netzwerken.

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