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Bundesfachgruppe Fahrzeuglackierer Branchentreff mit Weitsicht

| Autor/ Redakteur: Holger Schweitzer / Dr. Holger Schweitzer

Nachwuchs und Digitalisierung: Sorgen und Chancen für die Branche standen auf dem diesjährigen Deutschen Lackierertag der Bundesfachgruppe Fahrzeuglackierer (BFL) im Mittelpunkt – und trafen die Verantwortlichen den Nerv der Branche.

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Der Deutsche Lackierertag fand in diesem Jahr in Ludwigsfelde statt. Der alle zwei Jahre stattfindende Branchentreff der Bundesfachgruppe Fahrzeuglackierer zog über 300 Teilnehmer in die K+L Werkstatt des Gastgebers Hüyein Ener.
Der Deutsche Lackierertag fand in diesem Jahr in Ludwigsfelde statt. Der alle zwei Jahre stattfindende Branchentreff der Bundesfachgruppe Fahrzeuglackierer zog über 300 Teilnehmer in die K+L Werkstatt des Gastgebers Hüyein Ener.
(Bild: Schweitzer)

Ohne Mitarbeiter gibt es kein Handwerk. Vielen Betrieben fällt es schwer Nachwuchs für ihre Betriebe zu finden. Selbst wenn Lackierer den Gesellenbrief erreichen, ist es nicht selbstverständlich, dass sie in den Betrieben bleiben. Angebote aus Industrie und akademische Weiterbildung ziehen zahlreiche Mitarbeiter aus den handwerklichen Betrieben ab.

Der Handlungsdruck für Betriebsinhaber genug qualifizierte Mitarbeiter in ihren Werkstätten zu haben steigt Jahr für Jahr. Aus diesem Grund war dies auch eines der Kernthemen des zweitägigen Deutschen Lackeriertags 2020, den die Bundesfachgruppe Fahrzeuglackierer (BFL) des Bundesverbands der Fahrzeuglackierer des Bundesverbands Farbe, Gestaltung und Bautenschutz (BV Farbe) letzte Woche in Ludwigsfelde gemeinsam mit dem Lackhersteller PPG/ Nexa Autocolor und dem Gastgeber EHH-Autozentrum Ludwigsfelde veranstaltete.

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Vom Baumarkt zur K+L-Werkstatt

Über 300 Teilnehmer kamen in die Hallen des Karosserie- und Lackierfachbetriebs EHH-Autozentrum, das Inhaber Hasan Hüseyin Eren vor gut zwei Jahren aus einem ehemaligen Baumarkt zu einem modernen K+L-Betrieb umbaute. Die großzügigen Räumlichkeiten boten großzügige Ausstellungsfläche für die Fachausstellung und der ehemalige Gärtnereibereich fanden die Fachvorträge und die Podiumsdiskussion statt.

Einleitend gab Dr. Martin Endlein, Leiter Unternehmenskommunikation Deutsche Automobil Treuhand (DAT) einen Überblick in den frisch veröffentlichten DAT-Report für das vergangene Jahr (»Fahrzeug+Karosserie« berichtete). Zu den Ergebnissen der Umfrage bei Autofahrern gehörte etwa, dass der Anteil des Privatleasing von 14 auf 21 Prozent gestiegen ist. Zudem gehen laut der Studie zwar circa 60 Prozent der Autofahrer nach einem Unfall direkt zu einer Werkstatt – allerdings sei diese Zahl im Zuge steigender Verträge mit Werkstattbindung leicht gesunken.

Eine Annäherung der Verbände BV Farbe und Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik (ZKF) gaben deren Vertreter Jan Bauer, Präsident BV-Farbe, Peter Börner, Präsident ZKF, BV-Farbe Hauptgeschäftsführer Mathias Bucksteeg und der BFL-Vorsitzende Paul Kehle. Demnach wollen die Verbände künftig enger zusammenrücken und ihre Kooperation vertiefen.

Digitalisierung im Fokus

Ein wichtiger Themenblock der Veranstaltung bildete die Digitalisierung. So präsentierte Beispielsweise PPG, mit welchen digitale Methoden und Werkzeuge, der Lackhersteller K+L-Betriebe unterstützt. Der PPG-Fachmann Lars Worring zeigt in seinem Vortrag auf, dass Werkstätten von der Betriebs- und Prozessplanung bis hin zu Farbtonfindung von den Kompetenzen des Lackherstellers profitieren könnten. Hierzu gehört beispielsweise, die neu im Portfolio des Unternehmens befindliche Mischbank „Moonwalk“. Sie ist in den digitalen Farbfindungsprozess eingebunden und hilft gleichzeitig bei der digitalen Lagerhaltung.

In ihrem Fachvortrag erläuterte die Unternehmensberaterin Tanja Ebbing, welche Möglichkeiten Betriebsinhaber haben Fördermittel für digitale Projekte in ihren Unternehmen zu beantragen. Ellen Schmidt vom Zentralverband Deutsches Kraftfahrzeuggewerbe (ZDK) präsentierte den Teilnehmern die Ergebnisse einer ZDK-Studie zum Stand der Digitalisierung in Kfz-Werkstätten. Zwar zeige sich, dass Betriebe digitale Prozesse und Angeboten für Kunden, wie etwa Online-Terminvereinbarungen verstärkt einsetzten. Der Trend sei jedoch nach wie vor eher schwach ausgeprägt.

Was Künstliche Intelligenz für die Schadenssteuerung bedeutet erklärte Frank Hoffmann, Geschäftsführer Claims Controlling, Icam Systems. Laut Hoffmann liegt etwa eine Herausforderung in der digitalen Schadenerkennung in der hohen Variantenvielfalt der Hersteller. So gebe es zu einzelnen Modellen zig Ausstattungsvarianten, die über Algorithmen erkannt werden müssten.

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