Automobilbau Chery macht Stahl noch fester

Von Malika Matkarimova 1 min Lesedauer

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Der Autohersteller hat einen warmumgeformten Stahl entwickelt, der bisherige Rekorde brechen soll. Ab 2027 sollen A-Säulen und Türträger aus dem Material gefertigt werden – zunächst bei Omoda und Jaecoo.

Der chinesischer Hersteller Chery ist mit Omoda und Jaecoo bereits in Deutschland präsent – den neuen Stahl sollen aber erst künftige Modellgenerationen bekommen.(Bild:  Wehner – VCG)
Der chinesischer Hersteller Chery ist mit Omoda und Jaecoo bereits in Deutschland präsent – den neuen Stahl sollen aber erst künftige Modellgenerationen bekommen.
(Bild: Wehner – VCG)

Der chinesische Autohersteller Chery hat einen warmgeformten Stahl mit 2.400 Megapascal (MPa) Zugfestigkeit entwickelt. Normaler Baustahl hält etwa 400 bis 500 MPa aus, der neue Chery-Stahl schafft laut der Pressemitteilung das Sechsfache. Selbst der bisherige Spitzenstahl der Automobilindustrie erreichte maximal 2.200 MPa – der Hersteller übertrifft diesen Standard um weitere 200 MPa.

Der Durchbruch liegt laut Angaben in der Kombination von extremer Festigkeit mit hoher Verformbarkeit. Durch präzise Kontrolle der chemischen Zusammensetzung und des Mikrostrukturdesigns erreicht der Werkstoff eine Bruchdehnung von über fünf Prozent. Das bedeutet: Das Material absorbiert Aufprallenergie plastisch, anstatt bei extremer Belastung spröde zu brechen. Damit löst Chery nach eigenen Aussagen den Zielkonflikt zwischen Festigkeit und Duktilität.

Die praktische Bedeutung verdeutlicht ein Vergleich: Auf einer Fläche von einem Quadratzentimeter – etwa der Größe eines Daumennagels – hält dieser Stahl eine Zuglast von 24 Tonnen stand. Das entspricht dem Gewicht von vier Elefanten und übertrifft herkömmliche Hochleistungsstähle um rund vier Tonnen pro Quadratzentimeter.

„Die Entwicklung markiert einen Wendepunkt in unserer Fahrzeugarchitektur", sagt Jochen Tüting, Managing Director Chery Europe. „Lange galt, dass höhere Materialfestigkeit zwangsläufig zu Lasten der Verformbarkeit geht. Durch die präzise Kontrolle der Mikrostruktur konnten wir diese technologische Grenze verschieben."

Die Festigkeit ermöglicht zufolge dem Unternehmen eine Reduktion der Bauteilstärke um 10 bis 15 Prozent bei gleichen Sicherheitsstandards. Ein Aufprallträger aus herkömmlichem Stahl mit 2,0 Millimetern Wandstärke kann laut Chery auf 1,7 Millimeter verschlankt werden. Das reduziert das Gewicht der Rohkarosserie und steigert die Fahrzeugeffizienz – besonders wichtig für die Reichweite von Elektrofahrzeugen.

Aktuell durchläuft der Werkstoff noch Tests auf Material-, Komponenten- und Fahrzeugebene. Der Serieneinsatz ist für 2027 geplant, zunächst in kritischen Sicherheitszonen wie A- und B-Säulen oder Tür-Aufprallträgern. Chery will den Stahl in Fahrzeugen der Marken Omoda und Jaecoo verbauen.

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