Wasserstoff-Antrieb Nächste Generation GenH2 für die Kleinserie

Von Thomas Günnel 2 min Lesedauer

Daimler Truck hat die nächste Version des GenH2-Trucks vorgestellt. Sie soll in Kleinserie entstehen und ab Ende 2026 bei Kunden fahren.

Daimler Truck hat die nächste Version des Trucks GenH2 vorgestellt. Er soll in einer Kleinserie entstehen.(Bild:  Daimler Truck)
Daimler Truck hat die nächste Version des Trucks GenH2 vorgestellt. Er soll in einer Kleinserie entstehen.
(Bild: Daimler Truck)

Daimler Truck hat die nächste Version des Brennstoffzellen-Lkw „NextGenH2“ vorgestellt. Den Truck baut Mercedes-Benz Trucks in einer Kleinserie von 100 Stück. Diese sollen ab Ende 2026 bei Kunden im Logistikalltag rollen.

Im Lkw strömt flüssiger Wasserstoff in die Brennstoffzellen. In die beidseitigen Tanks passen bis zu 85 Kilogramm Wasserstoff. Die Trucks fahren so laut Hersteller „deutlich über 1.000 Kilometer mit einer Tankfüllung bei voller Ausladung“. Voll tanken dauert demnach zwischen 10 und 15 Minuten. Daimler Truck und Linde haben dafür den Tankstandard „sLH2“ entwickelt.

Zwei Brennstoffzellenaggregate von Cellcentric sind unterhalb der Kabine verbaut und leisten jeweils 150 Kilowatt. Die beiden E-Motoren der E-Achse leisten bis zu 370 Kilowatt. Ein LFP-Puffer-Akku mit 101 Kilowattstunden Kapazität speichert Energie beim Rekuperieren.

Gleichteile aus dem E-Actros 600

Im Truck ist die identische Achse aus dem E-Actros 600 verbaut. Daran gekoppelt ist eine Vier-Gang-Schaltung inklusive zweier Rückwärtsgänge. Die Hochvoltkomponenten und die E/E-Architektur sind ebenfalls mit denen des batterieelektrischen Actros identisch; das beinhaltet entsprechend aktuelle Cybersecurity-Standards. Außerdem sind im GenH2 diverse Sicherheits- und Fahrerassistenzsysteme aus dem E-Actros 600 verbaut.

Im Cockpit finden sich unter anderem Fahrerassistenzsysteme aus dem E-Actros 600.(Bild:  Daimler Truck)
Im Cockpit finden sich unter anderem Fahrerassistenzsysteme aus dem E-Actros 600.
(Bild: Daimler Truck)

Viele Komponenten befinden sich jetzt kompakt im sogenannten „Tech-Tower“ hinter der Kabine. Darunter das „Boil-Off“-Management System. Es minimiert vereinfacht gesagt die Verluste die durch Verdunstung des Gases entstehen. Außerdem beinhaltet der Tech-Tower das Kühlsystem und die Hochvoltkomponenten.

Die Kabine wird so ebenfalls kompakter – der Radstand des aktuellen GenH2 ist gegenüber dem Vorgängermodell 150 Millimeter kürzer; jetzt gesamt 4.000 Millimeter. Das ermöglicht es, weitere Anhänger-Kombinationen und mehr Standard-Auflieger zu nutzen und dabei die EU-Längenvorschriften einzuhalten.

Wasserstoff-Sensoren und Crash-Elemente

Eine neue Sensorik die austretenden Wasserstoff detektiert, ermöglicht nun auch das Übernachten in den zwei Betten in der Kabine. Neu entwickelt ist auch die Seitenverkleidung mit integrierten Crash-Elementen. Sie sollen die Flüssigwasserstofftanks bei Unfällen schützen.

Im „Tech-Tower“ sind viele Komponenten jetzt kompakter untergebracht.(Bild:  Daimler Truck)
Im „Tech-Tower“ sind viele Komponenten jetzt kompakter untergebracht.
(Bild: Daimler Truck)

Viele der neuen Entwicklungen resultieren aus Feedback aus den ersten Kundentests der Wasserstoff-Trucks. Entwicklung, Produktion und Praxiseinsatz der NextGenH2-Trucks fördern das Bundesministerium für Verkehr und die Bundesländer Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg mit 226 Millionen Euro. Die Serienproduktion von Brennstoffzellen-Lkw will Daimler Truck in den frühen 2030er Jahren beginnen.

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