Hintergrund: Ford Pro Converter Das Geschäft mit Helden des Alltags

Von sp-x 4 min Lesedauer

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Hinter nüchternen Blechwänden verstecken sich rollende Werkstätten, mobile OP-Säle und Abenteuermobile. Im Kölner Ford-Werk wird sichtbar, was diese Helden des Alltags wirklich leisten – und warum sie gefragt sind.

In seinem Stammwerk in Köln hat Ford 25 Umbauten auf Basis leichter Nutzfahrzeugreihen vorgestellt.(Bild:  Ford)
In seinem Stammwerk in Köln hat Ford 25 Umbauten auf Basis leichter Nutzfahrzeugreihen vorgestellt.
(Bild: Ford)

Die Welt der leichten Nutzfahrzeuge ist vor allem eines: funktional, nüchtern und damit für die meisten eher wenig faszinierend. Sprinter, Boxer und Transits prägen das Bild – meist in unschuldigem Weiß lackiert, kastig geformt und hinter großflächigen, oft mit Firmenlogos beklebten Blechwänden verborgen. Und doch verbirgt sich hinter dieser schlichten Fassade ein Geschäftsfeld, das enorm vielfältig, lukrativ und bei näherer Betrachtung durchaus faszinierend ist. Ford jedenfalls versteht es, aus dem vermeintlich spröden Nutzfahrzeuggeschäft eine Erfolgsgeschichte zu schreiben: In Europa längst die Nummer 1, hat sich der Hersteller im vergangenen Jahr auch auf dem deutschen Markt auf Rang 2 vorgearbeitet – hinter Mercedes, aber vor VW.

Ein Treiber dieses Erfolgs ist ein Geschäft, das abseits der öffentlichen Wahrnehmung brummt: Spezialumbauten. Rund ein Drittel aller Ford-Transporter werden nicht einfach nur ausgeliefert, sondern von professionellen Umbauspezialisten individuell veredelt – maßgeschneidert für die Bedürfnisse von Handwerkern, Behörden, Abenteurern oder Einsatzkräften. Die Bandbreite ist erstaunlich. Sie reicht vom schlichten Freizeitmobil bis hin zu Fahrzeugen, die als rollende Werkstatt, mobiler OP-Saal oder sogar als Riesenleiter in luftige Höhen dienen.

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Weiße Flotte, bunte Möglichkeiten

Im Kölner Stammwerk gibt Ford einen Einblick in dieses Geschäft. Eine ganze Armada von Alltagshelden war dort versammelt – und hinter jeder Karosserie verbarg sich eine eigene Geschichte. Fast 80.000 Transits, Tourneos, Nuggets und Ranger brachte Ford im vergangenen Jahr allein in Deutschland neu auf die Straße. Im ersten Quartal 2025 waren es bereits rund 25.000 Neuzulassungen – ein Plus von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum, trotz rückläufigem Gesamtmarkt. Und mehr als jedes dritte dieser Fahrzeuge erhielt einen maßgeschneiderten Umbau. Die Preisspanne dabei ist so vielfältig wie das Angebot selbst: Sie reicht von der einfachen, rund 8.000 Euro teuren Einfahrrampe für das Rollstuhltaxi bis zum Krankenwagen-Umbau, der den Preis des Transit-Basisfahrzeugs locker vervielfacht und Beträge im hohen sechsstelligen Bereich erreicht.

Auch bei den Antrieben ist das Spektrum breit: Neben den bewährten Dieselmotoren und vereinzelt noch Benzinern gewinnen batterieelektrische Varianten zunehmend an Bedeutung – vor allem in Städten, wo leise und lokal emissionsfreie Mobilität gefragt ist.

Vom Dachzelt zum rollenden Eigenheim

Das volumenstärkste Segment bleibt der Umbau zum Freizeitmobil. Rund 10.000 Ford-Nutzfahrzeuge wurden vergangenes Jahr zu mobilen Wohnungen auf Rädern. Die Nachfrage im Caravan-Markt ist ungebrochen. Vom rustikalen Pick-up-Umbau der Firma ARB, bei dem sich ein Dachzelt und eine überraschend clevere Heckküche in ausziehbaren Schubladen verbergen, bis zum kultigen Nugget-Camper, den Ford bereits seit Jahrzehnten gemeinsam mit Westfalia anbietet – das Angebot ist so breit gefächert wie die Vorstellungen vom perfekten mobilen Zuhause.

Der Nugget, vor allem bei Paaren und Wochenendausflüglern beliebt, ist in zwei Längen erhältlich. Die größere Variante bietet sogar eine Toilette – für viele ein entscheidender Komfortgewinn. Wer es großzügiger und autarker mag, greift zu teilintegrierten Reisemobilen, wie sie etwa Carado auf Basis des Transit-Fahrgestells fertigt. Hier bekommt man eine rollende Zweitwohnung mit allem Komfort: Wohn- und Schlafzimmer, Bad, Markise, TV-Paket und kraftvollen 160-PS-Diesel inklusive. Wer sich für einen Nugget entscheidet, wird direkt beim Ford-Händler fündig. Für größere, individueller zugeschnittene Reisemobile führt der Weg hingegen meist direkt zum Wohnmobilhersteller.

Panzerglas ab Werk

Komplexer wird es, wenn es um gewerbliche oder behördliche Speziallösungen geht. Hier sind oft der Ford-Händler und spezialisierte Partner im Spiel. Besonders bei Ausschreibungen für Behördenfahrzeuge ist der Weg bis zum Serienauftrag lang. Bevor die Polizei neue Dienstfahrzeuge in Dienst stellt, werden Prototypen getestet und im harten Alltag erprobt. Nur wenn Fahrzeug und Umbau überzeugen, winkt am Ende ein Großauftrag.

Eine Besonderheit bei den Partner-Umbauten übernimmt Ford bereits ab Werk: Mannschaftswagen der Polizei werden in der Ford-Fabrik mit Polycarbonat-Fenstern ausgerüstet. Diese spezielle Ausstattung direkt bei der Produktion anzubieten, erspart spätere, aufwendige Nachrüstungen. Für alle anderen gewerblichen Einsatzzwecke sind die Ford-Transit-Center die zentrale Anlaufstelle. Rund 200 dieser Händler gibt es in Deutschland – sie kennen die Bedürfnisse ihrer Kunden genau und vermitteln bei Bedarf den Kontakt zu einem der lizenzierten Umbauspezialisten.

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34 dieser zertifizierten Converter gibt es aktuell in Deutschland, europaweit sind es mehr als 200. Ford stellt technische Richtlinien, CAD- und Homologationsdaten bereit, organisiert Schulungen und bietet kostenpflichtige Services wie den Aero-Service an, mit dem sich am Computer aerodynamisch optimierte Umbauten entwickeln lassen. Das System ist ein Paradebeispiel für ein funktionierendes Ökosystem, das allen Beteiligten Vorteile bringt: den Kunden maßgeschneiderte Lösungen, den Convertern neue Geschäftsmöglichkeiten und Ford ein weiteres Argument, warum man beim Thema Nutzfahrzeuge auf die Kölner setzen sollte.

Bei der Ausstellung im Stammwerk Köln zeigte sich, wie weit die Möglichkeiten reichen. Von der rollenden High-End-Werkstatt von Flexmo über ein bis ins letzte Detail durchdachtes Kühlfahrzeug von Winter, das im vollelektrischen E-Transit die Kühlkette lückenlos aufrechterhält bis zu einem Umbau des Pharmaspezialisten Dülmer, der Medikamente selbst bei arktischer Kälte oder tropischer Hitze sicher temperiert. Und beim imposanten Hubsteiger von Palfinger schwebt der Monteur bei Bedarf mehr als 18 Meter über dem Boden – mit freiem Blick über die Dächer der Stadt. Was auf den ersten Blick nach schlichter Blechkiste aussieht, entpuppt sich bei genauerem Hinsehen als hochspezialisierter Alltagsheld.

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