Daimler Truck Der Absatz sinkt um sieben Prozent

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

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Im Zuge der wirtschaftlichen Abkühlung gerät auch die Nutzfahrzeugbranche in einen Abwärtsstrudel. Der Absatz von Daimler Truck ist im ersten Halbjahr deutlich zurückgegangen. Jetzt werden tausende Stellen gestrichen. Zudem hat sich der Konzern scheinbar Feinde in Russland gemacht.

Daimler Truck leidet unter der allgemeinen wirtschaftlichen Abkühlung.(Bild:  Daimler Truck)
Daimler Truck leidet unter der allgemeinen wirtschaftlichen Abkühlung.
(Bild: Daimler Truck)

Daimler Truck kämpft derzeit mit Widerständen aus verschiedenen Richtungen. Im Ergebnis hat der Lkw- und Bushersteller im zweiten Quartal weniger Nutzfahrzeuge verkauft. Der Absatz sank nach Angaben des Konzerns im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um fünf Prozent auf 106.715 Stück. Bereits im ersten Quartal war der Absatz gesunken, sodass der Absatz im ersten Halbjahr um knapp sieben Prozent auf 206.527 Fahrzeuge rückläufig war.

Ein wesentlicher Grund für die Entwicklung ist das schwache Nordamerika-Geschäft, wo der Absatz um 20 Prozent absackte. Bei Mercedes-Benz Trucks blieb er hingegen fast stabil, und Trucks Asia legte sogar um 13 Prozent zu. Der Verkauf von Bussen wuchs um fünf Prozent.

Trotz des Gegenwinds will das Unternehmen in den kommenden fünf Jahren auch dank Stellenstreichungen die Profitabilität stärker steigen als bisher geplant. So peilt Chefin Karin Radström bis 2030 eine um Sondereffekte bereinigte Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern im Industriegeschäft von über 12 Prozent an, wie der Konzern am Dienstag anlässlich einer Kapitalmarktveranstaltung in Charlotte (US-Bundesstaat North Carolina) mitteilte.

Stellenabbau in Deutschland

Dazu sollen in Deutschland rund 5.000 Stellen abgebaut werden, hieß es. Lange war gerätselt worden, wie viele Jobs im Heimatmarkt auf der Kippe stehen. Einem Sprecher zufolge sollen die Stellen weitgehend über natürliche Fluktuation und Altersteilzeit abgebaut werden. Zudem seien gezielte Abfindungsprogramme möglich. Betroffen ist den Angaben zufolge die Lastwagen-Sparte des Unternehmens aus Leinfelden-Echterdingen bei Stuttgart. Dort gab es Ende 2024 rund 28.000 Stellen.

Um Kosten zu sparen, arbeiten Daimler Truck und Volvo in der Software-Entwicklung zusammen. Sie gründeten dafür ein Gemeinschaftsunternehmen mit dem Namen Coretura. Es soll künftig eine gemeinsame softwaredefinierte Fahrzeugplattform sowie ein Lkw-Betriebssystem entwickeln.

Zudem hat der Nutzfahrzeugbauer angekündigt, weitere Aktien zurückkaufen zu wollen. Ab dem zweiten Halbjahr 2025 sollen für bis zu 2 Milliarden Euro eigene Anteile am Markt erworben werden. Das Programm soll über einen Zeitraum von bis zu 2 Jahren laufen. Vorstand und Aufsichtsrat stützen ihre Entscheidung auf die Ermächtigung der Hauptversammlung im Mai.

Russische Sanktionen

Vor diesem Hintergrund fällt kaum ins Gewicht, dass Daimler Truck seit Kurzem auf der Sanktionsliste der russischen Regierung steht. Eine Begründung für den Schritt nannte Russland offiziell nicht. Die Regierungszeitung „Rossiskaja Gaseta“ berichtet aber, dass der Konzern Lkw an die ukrainischen Streitkräfte geliefert habe. Daimler Truck hat seine Tätigkeit in Russland nach dem Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine eingestellt.

Entsprechend entspannt sieht die Unternehmensführung die Sanktionen. „Wir haben keinerlei Geschäftsaktivitäten in Russland mehr“, teilte ein Sprecher des Dax-Konzerns mit. Der frühere Daimler-Konzern (inklusive des Truck-Geschäfts) hatte einen Anteil von 15 Prozent am russischen Lkw-Produzenten Kamaz, der auch Armeefahrzeuge baut. Dieser Anteil konnte erst im Jahr 2024 durch die Mercedes-Benz-Group verkauft werden. Die Verkaufssumme ist nicht bekannt.

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