Hauptuntersuchung Diese zehn Mängel führen am häufigsten zum Durchfallen

Von Malika Matkarimova 2 min Lesedauer

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Der TÜV-Verband hat die häufigsten Mängel bei der HU ausgewertet. Die Mängelliste zeigt: Licht bleibt Nummer eins, gefolgt von Bremsanlage und Fahrwerk. Basis sind 9,5 Millionen Prüfungen.

Defekte an den Scheinwerfern sind der häufigste Mangel bei der Hauptuntersuchung.(Bild:  TÜV Süd)
Defekte an den Scheinwerfern sind der häufigste Mangel bei der Hauptuntersuchung.
(Bild: TÜV Süd)

Abblendlicht, Bremsanlage und Fahrwerk – an diesen drei Punkten scheitern die meisten Fahrzeuge bei der Hauptuntersuchung (HU). Der TÜV-Verband hat 9,5 Millionen Prüfungen ausgewertet. Die Sonderauswertung basiert auf Prüfungen, die zwischen dem 1. Juli 2024 und dem 30. Juni 2025 von TÜV-Prüfstellen durchgeführt wurden. Untersucht wurden 216 verschiedene Fahrzeugtypen, darunter 18 reine Elektrofahrzeuge. Das Ergebnis: 21,5 Prozent aller Fahrzeuge mussten nach der Reparatur erheblicher oder gefährlicher Mängel innerhalb von vier Wochen zur Nachprüfung. Angesichts dieser Durchfallquote können Betriebe mit gezielten Checks vor dem HU-Termin Kunden Ärger ersparen.

Die mit Abstand meisten Beanstandungen betreffen das Abblendlicht. Nach Angaben des TÜV-Verbands funktionieren die Scheinwerfer häufig nicht oder sind falsch eingestellt. Typische Defekte sind ausgefallene LED-Lichtquellen, zu hoch oder niedrig eingestellte Scheinwerfer sowie zu geringe Leuchtwirkung.

Die drei folgenden Rangplätze belegen ausschließlich Komponenten der Bremsanlage. An zweiter Stelle stehen Bremsscheiben, die laut Auswertung häufig Riefenbildung, Korrosion oder Seitenschlag aufweisen. Auf Platz drei folgen die Bremsbeläge, bei denen die Prüfer unsachgemäße Montage, Brüche, falsche Größen oder fortgeschrittenen Verschleiß beanstanden. Besonders kritisch seien defekte Bremsleitungen auf Rang vier. Diese können unsachgemäß repariert, beschädigt, undicht oder korrodiert sein. Werkstätten sollten nach Empfehlung des Verbands bei Serviceterminen gezielt auf Warnzeichen wie Geräusche, Ruckeln oder Seitenzug beim Bremsen achten und Kunden darauf hinweisen.

Kritische Schwachstellen im Fahrwerk

Ebenfalls unterschätzt werden Mängel am Fahrwerk. Auf Platz fünf liegen gebrochene, verschlissene oder falsch montierte Federn. Technisch eng verknüpft sind die Schwingungsdämpfer, die jedoch erst auf Rang zehn liegen. Die TÜV-Sachverständigen beanstanden bei Dämpfern vor allem undichte Komponenten, beschädigte oder fehlende Anschlagsgummis, mangelhafte Befestigung sowie ausgeschlagene Lagerungen. Auch korrosionsgeschwächte Kolbenstangen, unzureichende oder stark ungleiche Dämpferwirkung führen zur Beanstandung. Frank Schneider, Referent für Fahrzeugtechnik beim TÜV-Verband, rät Betrieben, auf Symptome wie Vibrationen am Lenkrad, unpräzises Fahrverhalten oder starkes Absenken beim Bremsen zu achten. Auch deutliche Ölspuren an den Dämpfern oder vorzeitig abgenutzte Reifen deuten auf Probleme hin.

Auf Platz sechs liegen die Reifen. Die Prüfer beanstandeten unter anderem Beulen, Alterungsrisse, Riss- oder Schnittverletzungen, Gewebebrüche, zu geringe Profiltiefe oder einseitigen Verschleiß. Auch unzulässige Reifengrößen oder ebensolche Mischbereifung führen zum Durchfallen. Die Sachverständigen empfehlen eine Mindestprofiltiefe von vier Millimetern, obwohl gesetzlich nur 1,6 Millimeter vorgeschrieben sind. Reifen sollten laut Verband spätestens nach sechs bis acht Jahren ersetzt werden.

Diese Mängel vervollständigen die Top-Ten-Liste: defekte Fahrtrichtungsanzeiger, Ölverlust am Motor sowie korrodierte oder gänzlich durchgerostete Schweller. Bei den Blinkern bemängelten die Prüfer Feuchtigkeitseintritt, defekte LED-Lichtquellen, unzulässige Farben oder fehlerhafte Masseverbindungen.

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