Abgasuntersuchung 132.600 Diesel fielen 2024 im ersten Anlauf durch

Von Dipl.-Ing. (FH) Kfz-Technik Peter Diehl 2 min Lesedauer

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Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland knapp 4,5 Millionen Abgasuntersuchungen an Dieselfahrzeugen der Emissionsklasse Euro 6/VI durchgeführt. Durchfallquote: 3,0 Prozent. Das ergab eine gemeinsame Auswertung der Prüforganisationen und anerkannten AU-Werkstätten.

Ohne Endrohrmessung wären rund zwei Drittel der festgestellten Mängel unentdeckt geblieben, sagt der TÜV-Verband.(Bild:  Dominsky – VCG)
Ohne Endrohrmessung wären rund zwei Drittel der festgestellten Mängel unentdeckt geblieben, sagt der TÜV-Verband.
(Bild: Dominsky – VCG)

Seit Juli 2023 wird bei Pkw und Lkw mit Dieselmotor ab der Emissionsklasse Euro 6/VI eine Messmethode direkt am Auspuffendrohr angewendet. Die Endrohrmessung soll die potenziell gesundheits- und umweltschädliche Feinstaubkonzentration in den Abgasen ermitteln. Für 2024, das erste vollumfängliche Jahr seit Einführung dieser Messmethode, hat der TÜV-Verband nun eine Statistik vorgelegt. Beteiligt waren neben den TÜV-Organisationen auch Dekra, GTÜ und KÜS sowie anerkannte AU-Werkstätten.

„Im Jahr 2024 sind in Deutschland in der Emissionsklasse Euro 6/VI fast 4,5 Millionen Dieselfahrzeuge geprüft worden. 3,0 Prozent haben die Abgasuntersuchung im ersten Anlauf nicht bestanden. In absoluten Zahlen entspricht das rund 132.600 Fahrzeugen“, teilt der TÜV-Verband mit. Mängel wie defekte Dieselpartikelfilter oder Sensoren müssen innerhalb von vier Wochen behoben, und das Fahrzeug muss erneut vorgeführt werden.

Besonders wichtig sei, dass bei den Abgasmessungen sogenannte Großverschmutzer identifiziert und aus dem Verkehr gezogen werden. Studien hätten gezeigt, dass ein Großverschmutzer-Anteil von nur fünf Prozent des Fahrzeugbestands für rund ein Viertel aller verkehrsbedingten Schadstoffemissionen verantwortlich sein kann.

Laut TÜV-Verband steigt die Mängelquote bei der Abgasuntersuchung mit dem Alter der Fahrzeuge. Wörtlich: „Bei den unter fünf Jahre alten Fahrzeugen liegt sie bei zwei Prozent, bei fünf bis zehn Jahre alten Fahrzeugen beträgt sie vier Prozent und bei Fahrzeugen, die älter als zehn Jahre sind, liegt sie mit 6,1 Prozent weit über dem Durchschnitt.“ Robin Zalwert, Referent für nachhaltige Mobilität beim TÜV-Verband, prognostiziert: „In den kommenden Jahren wird der aktuell noch geringe Anteil älterer Euro-6-Fahrzeuge stetig ansteigen. Die Halter älterer Autos sind aufgefordert, in die Pflege ihrer Fahrzeuge zu investieren und dabei die Abgassysteme im Auge zu behalten.“

Nutzfahrzeuge sind weniger auffällig als Pkw

Positiv wertet Robin Zalwert, dass Nutzfahrzeuge mit einem zulässigen Gesamtgewicht jenseits 3,5 Tonnen mit einer Mängelquote von 2,2 Prozent unter dem Durchschnitt liegen: „Das spricht für einen insgesamt guten Zustand des Lkw-Bestands in Deutschland, der sich aus einer Kombination aus regelmäßiger Wartung und unabhängigen Prüfungen ergibt.“

Wichtig auch für AU-Werkstätten: Die Auswertung der Statistik hat laut TÜV-Verband ergeben, dass nur etwa ein Drittel der bei der Endrohrmessung festgestellten Mängel auch mit der On-Bord-Diagnose (OBD) entdeckt worden wären. Zwei Drittel der Defekte wären somit unentdeckt geblieben. „Vor Einführung der neue Messmethode gab es eine intensive Diskussion über den Sinn der Endrohrmessung. Kritiker waren der Ansicht, die OBD reiche aus“, erinnert der TÜV-Verband.

Aus Sicht des TÜV-Verbands und der anderen Prüforganisationen ist die Partikelmessung ein Erfolgsmodell, das auf weitere Emissionsklassen, insbesondere auf Euro 5b, ausgeweitet werden sollte. Robin Zalwert: „In dieser Fahrzeuggruppe ist davon auszugehen, dass sich im Straßenverkehr noch zahlreiche hoch emittierende Dieselfahrzeuge befinden. Die Einführung der Partikelmessung auch hier wäre ein konsequenter und wirksamer Schritt zur weiteren Verbesserung der Luftqualität.“

Die vollständige Auswertung der Abgasuntersuchungen ist unter diesem Weblink abrufbar.

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