GDV / E-Mobilität Elektroautos: Kritik an hohen Reparaturkosten

Von Nick Luhmann 2 min Lesedauer

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Nach einer aktuellen GDV-Studie kosten Unfallschäden an E-Autos im Schnitt bis zu 25 Prozent mehr, als bei vergleichbaren Fahrzeugen mit Verbrennermotoren. Die Versicherer befürchten negative Folgen für die Mobilitätswende.

Die deutschen Versicherer kritisieren die hohen Reparaturkosten bei verunfallten E-Autos.(Bild:  picture alliance / M.i.S.-Sportpressefoto)
Die deutschen Versicherer kritisieren die hohen Reparaturkosten bei verunfallten E-Autos.
(Bild: picture alliance / M.i.S.-Sportpressefoto)

Die Mobilitätswende entwickelt sich für die Kfz-Versicherungen zum Sorgenkind: Hohe Ausgaben für den Tausch von Antriebsbatterien, lange Standzeiten und schlechte Diagnose- und Reparaturmöglichkeiten treiben nach Erkenntnissen der Kfz-Versicherer die Reparaturkosten für verunfallte Elektroautos in die Höhe. Nach einer aktuellen GDV-Untersuchung werden in der Vollkasko-Versicherung für Stromer zwar bis zu 20 Prozent weniger Schäden gemeldet als bei vergleichbaren Verbrennern, aber jeder Schaden kostet im Schnitt bis zu 25 Prozent mehr.

(Bild:  GDV)
(Bild: GDV)

Jörg Asmussen, Hauptgeschäftsführer des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) sagt: „Werkstätten, Abschleppunternehmen, Feuerwehren und Gutachter brauchen mehr Unterstützung beim Umgang mit schwer beschädigten Elektroautos.“ Der GDV fordert die Hersteller auf, Batterien schon beim Design der Fahrzeuge so gut wie möglich vor Schäden durch Unfälle zu schützen und nach einem Unfall aussagekräftige Diagnosedaten zum Zustand der Batterie zur Verfügung zu stellen.

Die aktuelle Unsicherheit führe zu hohen Kosten: „Nach Unfällen werden die Antriebsbatterien häufig komplett ausgetauscht. Zudem werden die Autos sehr lange in Quarantäne gelagert oder sogar in Löschcontainern im Wasser versenkt, was zum Totalschaden führt“, führt Asmussen aus. „Was wir stattdessen brauchen, sind präzise Kriterien für den Umgang mit verunfallten Elektroautos und wirtschaftlich nachhaltige Anleitungen für die Reparatur oder den teilweisen Austausch beschädigter Batterien.“

Sowohl die geringere Zahl an Unfallschäden, als auch die höheren Schadenkosten berücksichtigen die Kfz-Versicherer bei der Berechnung der individuellen Typklassen des jeweiligen Modells. Dadurch können hohe Reparaturkosten auch zu einem höheren Versicherungsbeitrag führen. Das wiederum könne negative Folgen auf die Mobilitätswende haben. „Dass wir als Gesellschaft unsere Fahrzeuge künftig nicht mehr mit fossilen Rohstoffen antreiben, ist und bleibt angesichts des Klimawandels der einzig richtige Weg. Aber wenn die Reparaturkosten nicht sinken, gefährden sie langfristig die Akzeptanz der Elektroautos“, so Asmussen.  (we)

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