Fahrzeugbau „Entscheidend ist, nicht nur Standard zu bieten“

Das Gespräch führte Christian Otto 6 min Lesedauer

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Aufbauhersteller werden permanent von EU-Vorgaben geplagt und stehen vor wirtschaftlichen Herausforderungen. Dierk Conrad, beim ZKF der für den Bereich Nutzfahrzeug zuständige Geschäftsführer, erklärt, wie der Verband hier unterstützt und wie man zukunftsfähig bleibt.

Auch bei der Nufam vertrat Dierk Conrad den ZKF auf dem sehr stark frequentierten Stand. (Bild:  Otto - VCG)
Auch bei der Nufam vertrat Dierk Conrad den ZKF auf dem sehr stark frequentierten Stand.
(Bild: Otto - VCG)

Was sind derzeit aus Ihrer Sicht die größten Herausforderungen für die Fahrzeugbauer?

Dierk Conrad: Es sind aktuell viele regulatorische Themen, insbesondere aus Brüssel, die die Betriebe immer stärker herausfordern. Man hat den Eindruck, dass der Gesetzgeber unsere Branche zu wenig kennt und vielen nicht bekannt ist, dass Lkw-Aufbauten und Spezialfahrzeuge überwiegend in Einzel- oder Kleinserienfertigung von mittelständischen Unternehmen und nicht der Fahrzeugindustrie produziert werden. Als die Gesetze zur Fahrzeugzulassung noch rein national geregelt wurden, reichte es aus, auf Bundesebene mit den zuständigen Ministerien in Kontakt zu treten. Doch nun ist die Gesetzgebung dominant europäisch, weshalb es nicht einfacher geworden ist, die Interessen unseres Handwerks zu adressieren. Die Interessen der Fahrzeugindustrie werden beispielsweise durch den europäischen Verband ACEA vertreten – den mittelständischen Aufbau- und Anhängerherstellern hingegen fehlt eine solche europäische Organisation. Wir als ZKF sind gerade dabei, den Austausch zu Nutzfahrzeugthemen mit unseren Schwesterverbänden in den europäischen Nachbarländern zu stärken, um gemeinsam die Herausforderungen anzugehen. Auf nationaler Ebene sind wir vor sechs Jahren dem VDA beigetreten, um in den dortigen Arbeitskreisen der Aufbau- und Anhängerhersteller die Belange der kleinen und mittleren Hersteller einbringen zu können.