Hersteller aus Fernost dominierten zuletzt die Schlagzeilen um die Zukunft der Autoindustrie. Faktisch liegen die Traditionshersteller in der Käufergunst noch weit vorn. Doch wie schnell sich Gewohnheiten ändern, lässt sich am SUV-Segment ablesen.
Der Skoda Elroq gehört zu den Aufsteigern des Jahres 2025. Neu gestartet punktete das Modell sowohl als SUV, als auch als E-Modell bei den Kunden.
(Bild: IvoHercik.com)
Der deutsche Elektroauto-Markt ist trotz der vielen startenden neuen Hersteller aus Asien noch fest in der Hand der heimischen Konzerne. Im Ranking der Neuzulassungen reiner Stromer für das Jahr 2025 gehen die Plätze eins bis sechs an Volkswagen und seine Töchter sowie an BMW und Mercedes, wie aus Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) hervorgeht. Tesla – vor einem Jahr noch Nummer drei – hat dagegen fast die Hälfte seines Absatzes verloren (-48 %) und stürzt auf Rang neun ab.
Klare Nummer eins ist Volkswagen. Auf die Kernmarke der Wolfsburger entfallen 102.339 Stromer-Neuzulassungen. Das sind 65 Prozent mehr als vor einem Jahr. Platz zwei geht an BMW mit 51.878. Die Münchner legen allerdings nur um 23 Prozent zu und werden daher beinahe von der VW-Tochter Skoda überholt, die ihre Elektro-Neuzulassungen auf 50.823 verdoppelt.
Auch der vierte Platz geht mit Audi an den VW-Konzern. Die Ingolstädter legen um 86 Prozent auf 40.530 Stromer zu. Rang fünf belegt Mercedes, die Schwaben erreichen nur ein Mini-Wachstum von 2 Prozent auf 34.719. Dicht dahinter die VW-Tochter Cupra mit 32.920 Fahrzeugen und 80 Prozent Plus.
Verlierer des Jahres ist Tesla
Erst auf Rang sieben findet sich mit Hyundai eine Marke, die nicht zu einem der deutschen Konzerne gehört. Die Koreaner kommen auf 25.246 Autos, das ist ein Zuwachs von 49 Prozent. Ford hat den Elektroabsatz auf 20.723 Einheiten fast vervierfacht und springt auf Rang acht – noch vor Tesla. Der US-E-Autobauer ist auf 19.390 Autos abgestürzt.
Weitere Verlierer des vergangenen Jahres sind die inzwischen zu chinesischen Konzernen gehörenden Marken MG und Volvo, die jeweils rund ein Drittel verlieren und aus den Top Ten fallen. Die weltweit starke chinesische Marke BYD kann ihre Zulassungszahlen in Deutschland zwar vervierfachen – bleibt allerdings noch immer auf niedrigem Niveau (und glänzt zudem mit einem hohen Anteil an Eigenzulassungen). 11.167 Stromer reichen für Rang 15.
Auch bei den meistverkauften Modellen dominiert in Deutschland der VW-Konzern. Den Spitzenplatz der Elektro-Neuzulassungen nimmt der ID.7 mit 34.563 ein, gefolgt von ID.3 sowie ID.4 und ID.5, die das KBA gemeinsam zählt. Die Plätze vier und fünf gehen an die beiden Skoda-Elektromodelle Elroq und Enyaq vor dem X1 von BMWs. Das Tesla Model Y, einst meistverkauftes E-Modell hierzulande, liegt nur noch auf Rang zwölf.
Die Stromer-Zulassungen verstärken einen schon länger anhaltenden Trend im Neuwagengeschäft: die Absatzentwicklung der SUV. Jedes dritte 2025 in Deutschland neu zugelassene Auto ist inzwischen diesem Segment zuzuordnen. Mit 950.895 Neuzulassungen kommen die SUV auf einen Rekord-Marktanteil von 33,3 Prozent, wie aus Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamtes hervorgeht. Vergangenes Jahr waren es noch rund 100.000 SUVs weniger gewesen, der Anteil lag bei 30,2 Prozent.
Ergänzend dazu kommt die Klasse der Geländewagen mit 311.000 Einheiten im Gesamtjahr 2025 auf einen Marktanteil von 10,9 Prozent – bei leicht rückläufigen Verkäufen (-2,3 %).
Die Kompaktklasse – einst Liebling der deutschen Autokäufer – verliert dagegen weiter an Boden. Mit 476.480 Neuzulassungen steht sie nur noch für 16,7 Prozent – das sind 2 Punkte weniger als vor einem Jahr. Platz drei belegt das Segment der Kleinwagen mit relativ stabilen 337.443 Fahrzeugen und einem Marktanteil von 11,8 Prozent. Deutlich auf dem Rückzug sind Minis – wobei viele Modelle von den Herstellern aus dem Markt genommen wurden – sowie Mittel- und Oberklasse sowie Sportwagen. Die Obere Mittelklasse kann dagegen zulegen.
Blickt man auf die einzelnen Fahrzeugmodelle, liegt der VW Golf einmal mehr mit 85.023 Neuzulassungen ganz vorne. Auf den Plätzen zwei und drei folgen mit dem VW T-Roc und VW Tiguan mit 78.264 beziehungsweise 63.316 Neuzulassungen schon ein SUV und ein Geländewagen. Und der Abstand wird kleiner: 2024 hatte der Golf noch mit 100.183 zu 75.398 Autos vor dem T-Roc gelegen.
Stand: 08.12.2025
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Das Segment der SUVs hat in den vergangenen Jahren fast kontinuierlich an Marktanteilen gewonnen. 2019 löste es die Kompaktklasse als Nummer eins in Deutschland ab. Im Fahrzeugbestand sieht es allerdings noch anders aus: Von den knapp 49,6 Millionen in Deutschland zugelassenen Autos waren – Stand 1. Oktober 2025 – 11,1 Millionen Kompakte und erst 7,1 Millionen SUVs. Die Lücke schrumpfte zuletzt aber schnell.