Gebrauchtteile Fast die Hälfte macht es schon

Von Dipl.-Ing. (FH) Jan Rosenow 4 min Lesedauer

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Die Diskussion um die Unfallreparatur mittels gebrauchter Karosserieteile tobt heftig in der Branche. Doch welche Praxiserfahrungen gibt es bereits? Das hat »Fahrzeug + Karosserie« in einer exklusiven Umfrage untersucht.

Für einen Lackierversuch haben »Fahrzeug + Karosserie« und PPG zwei gebrauchte Karosserieteile für einen VW Passat bestellt und lackiert. Hier das Entfernen der Anbauteile.(Bild:  Wenz – VCG)
Für einen Lackierversuch haben »Fahrzeug + Karosserie« und PPG zwei gebrauchte Karosserieteile für einen VW Passat bestellt und lackiert. Hier das Entfernen der Anbauteile.
(Bild: Wenz – VCG)

Auf den Würzburger Karosserie- und Schadenstagen am 21. und 22. März war es ein Thema mit großem Streitpotenzial: die Verwendung von Ersatzteilen, die aus Altfahrzeugen ausgebaut wurden, für die Reparatur von Unfallschäden. Die Positionen der einzelnen Marktteilnehmer konnte man wie folgt zusammenfassen:

  • Die Versicherer, allen voran die Allianz, heben das Nachhaltigkeitspotenzial von gebrauchten Ersatzteilen hervor und sehen in ihnen zudem eine Möglichkeit, die in den letzten Jahren stark gestiegenen Ersatzteilkosten zu senken.
  • Die Verbände des Karosserie- und des Kraftfahrzeughandwerks befürchten hingegen, dass die Werkstätten durch die Verwendung gebrauchter Teile finanzielle Einbußen erleiden – zum einen, falls höherer Reparaturaufwand nicht bezahlt wird, zum anderen durch eine geringere Teilemarge.
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Auch wenn die Versicherer betonten, dass den Werkstätten keine Nachteile entstehen sollen – durch viele Vorträge und Wortmeldungen wurde deutlich, dass einem flächendeckenden Einsatz von Gebrauchtteilen noch große Hindernisse entgegenstehen: etwa die Verfügbarkeit, der Zustand der Teile, der Aufwand für das „Abgarnieren“, also das Entfernen von Anbauteilen, oder die Frage, welche Folgen es für das Einhalten der Herstellervorgaben oder die Garantie hat. Worauf es hingegen auf den Würzburger Karosserie- und Schadenstagen noch keine Antwort gab, war die Frage, inwieweit K&L-Werkstätten schon heute mit Ersatzteilen vom Fahrzeugverwerter arbeiten und welche Erfahrungen sie damit gemacht haben.