Nio hat zuletzt mit dem Battery-Swap und und der technischen Ausstattung seiner Fahrzeuge recht viel Wirbel gemacht.Doch die Stückzahlen sind bislang in Europa bescheiden. Mit dem pfiffigen und halbwegs preiswerten Firefly soll sich das ändern.
Vermutlich bringt Nio die neue Submarke Firefly noch 2025 in Deutschland auf den Markt.
(Bild: Nio Firefly)
Eben noch hatte der Hersteller mit dem Flaggschiff ET9 Maybach und Bentley ins Visier genommen – doch jetzt backt Nio kleinere Brötchen und zielt auf Mini & Co. Denn um endlich mal Masse und damit auch Kasse zu machen, lässt das chinesische Start-up jetzt den Firefly von der Leine: In China schon für umgerechnet rund 15.000 Euro zu haben, startet er in Norwegen noch in diesem Sommer ohne EU-Zölle für etwa 25.000 Euro und in den Niederlanden mit dem Brüssel-Aufschlag für knapp 30.000 Euro. Die werden dann wohl auch bei uns fällig, wenn er mit etwas Glück noch vor dem Jahreswechsel von einem neuen Werk in Hefei aus München, Hamburg oder Berlin erobern soll.
Genau wie der mittlerweile ja ebenfalls vom China-Virus infizierte Mini oder der ewig nostalgische Fiat Cinquecento will das Glühwürmchen ein Liftstyle-Flitzer für den Großstadtdschungel sein und setzt deshalb auf die Kombination aus kompakten Abmessungen und großem Charme - dreifache Knopfaugen vorne und hinten, ein stark reduziertes Design mit runden Ecken und einer Silhouette wie der selige Honda E lassen ihn cool erscheinen. Er lächelt charmant, ohne gleich niedlich zu sein und Mutterinstinkte zu wecken und er passt mit seiner Länge von glatten vier Metern in fast jede Lücke. Zumal sein Wendekreis dem Heckantrieb sei Dank mit 9,40 Metern angenehm klein ist und das Rangieren oder der Richtungswechsel so zum Kinderspiel werden.
Kleiner Riese mit cleveren Details
Dazu noch das wie bei jedem E-Motor fast explosiv verfügbare Drehmoment – schon fühlen sich selbst 143 PS und 200 Nm nach Bärenkräften an und 8,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h werden zu einer Verheißung der Fahrfreude. Zumindest im Stadtverkehr zeigt das Glühwürmchen die gleichen Go-Kart-Gene wie sein wichtigster Gegner. Und dass sie ihm draußen schon bei 150 km/h wieder den Stecker ziehen, wird kaum jemanden stören. Mit Rücksicht auf die Reichweite fährt ja auch sonst kaum ein E-Auto viel schneller. Und mit einem designierter Stadtflitzer erst recht nicht.
Aber es geht hier nicht nur um Spaß. Der Firefly hat auch überraschend viel Substanz. Nicht nur, dass er solide ausgestattet ist und zum Beispiel Finessen wie eine elektrische Heckklappe oder klimatisierte Sitze für die erste Reihe bietet, dass er ein engmaschiges Netz an Assistenten und Aufpassern gibt, das übliche Doppel aus kleinem Lenkraddisplay und großem Touchscreen, der nun auch Apple Carplay und Android Auto beherrscht, oder eine Materialauswahl, die bei aller Schlichtheit noch wertig wirkt.
Es gibt vor allem erstaunlich viel Platz: Mit der Batterie im Boden und dem Motor im Heck haben die Chinesen den Radstand auf 2,62 Meter gestreckt und dem Kleinwagen so den Innenraum eines großen Kompakten spendiert. Auf den optisch zum Sofa verbundenen Vordersitzen fährt hat man das Format des Firefly auf Anhieb vergessen, in der zweiten Reihe fühlt man sich zumindest besser aufgehoben als in Golf & Co und wo man beim Mini oder dem Fiat 500 sehr sparsam packen muss, bietet der Nio-Neffe allein über 400 Liter Kofferraum – plus einen riesigen Frunk von 92 Litern und dazu im Innenraum noch mal ein paar pfiffige Ablagen wie die Fächer unter dem Beifahrersitz und der größeren Hälfte der Rückbank.
Abstand zur Hauptmarke: Firefly setzt eigene Akzente
Abstriche machen die Rotstiftler in der Zentrale nur bei der Batterie - die beherrscht zwar Vehicle-to-Load und -to-Grid, kann also auch ein E-Bike laden und den heimischen Solarstrom. Aber erstens haben die LFP-Zellen mäßige 41,2 kWh und reichen deshalb im besten Fall für 330 Norm-Kilometer. Und zweitens sind an der Ladesäule mit Wechselstrom höchstens 11 und mit Gleichstrom nur magere 100 kW drin. Wo andere mittlerweile mit dem Doppelten strahlen, reicht es dem Glühwürmchen hier nur zu einem zarten Flackern.
Macht nichts, sagen die Chinesen, denn als Stadt- und Zweitwagen ist der Firefly ja vor allem auf der Kurzstrecke unterwegs. Und außerdem ist auch er für den Akku-Wechsel gerüstet. Zwar braucht die kleine Batterie neue Stationen, doch sind die sehr viel einfacher konstruiert und sollten deshalb selbst in Deutschland leichter ihren Weg durch den Behördendschungel finden – und den von der Peripherie in die Stadtmitte.
Während der Firefly zumindest mit dieser Idee den Nio-Idealen treu bliebt, machen sie sonst durchaus ein paar Abstriche, um bewusst ein wenig Abstand zwischen Mutter und Tochter zu bringen. Deshalb sucht man nicht nur Vergebens nach einem Nio-Logo irgendwo auf dem Blech oder dem bei den großen Modellen serienmäßigen Lidar-Sensor fürs fast autonome Fahren auf dem Dach. Auch der längst gelernte Ruf nach der digitalen Copilotin Nomi geht ins Leere. Aber nur weil Firefly-Fahrer auf die kleine Plaudertasche und ihr rotierendes Comic-Gesicht auf dem Armaturenbrett verzichten müssen, lassen die Chinesen die Firefly-Fahrer nicht allein. Sie hat eine kleine Cousine und überlässt künftig Lumo die Gesprächsführung.
Stand: 08.12.2025
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