E-Prämie Förderung auch für Plug-in-Hybride – gebrauchte Stromer gehen leer aus

Von Doris S. Pfaff / dpa 2 min Lesedauer

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Die Bundesregierung hat am Montag die Kriterien der neuen E-Prämie vorgestellt: Wer ab 1. Januar 2026 ein Elektroauto kauft oder least, erhält bis zu 6.000 Euro Zuschuss. Gebrauchte E-Fahrzeuge bleiben ausgeschlossen. Die Reaktionen fallen unterschiedlich aus.

Ab 2026 erhalten Käufer neuer Elektrofahrzeuge wieder eine Förderung vom Staat, sofern ihr jährliches Haushaltseinkommen nicht 80.000 Euro übersteigt. Die Branche kritisiert, dass gebrauchte E-Autos davon nicht profitieren. (Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Ab 2026 erhalten Käufer neuer Elektrofahrzeuge wieder eine Förderung vom Staat, sofern ihr jährliches Haushaltseinkommen nicht 80.000 Euro übersteigt. Die Branche kritisiert, dass gebrauchte E-Autos davon nicht profitieren.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Rückwirkend zum 1. Januar 2026 gibt es wieder eine Kaufförderung für Elektrofahrzeuge. Das Bundesumweltministerium gab am Montag die mit Spannung erwarteten Förderkriterien bekannt. Die Branche reagierte sowohl mit Zuspruch als auch mit Kritik.

Für die Prämie stehen bis 2029 insgesamt drei Milliarden Euro bereit – ausreichend für rund 800.000 Fahrzeuge. Förderfähig sind vollelektrische Modelle (BEV) und Plug-in-Hybride (PHEV) mit Neuzulassung ab 2026, unabhängig vom Kauf oder Leasing. Die Hersteller beteiligen sich dieses Mal nicht an der Kaufprämie. Anträge sollen ab Mai 2026 möglich sein, auch rückwirkend bis zu einem Jahr nach Zulassung.

Soziale Staffelung bei der Förderung:

Das sind die Kernpunkte: Die Basisförderung beträgt 3.000 Euro für BEV und 1.500 Euro für PHEV bei einem zu versteuernden Jahreseinkommen bis 80.000 Euro. Bei geringerem Einkommen steigt sie bis auf 5.000 Euro für BEV, zuzüglich 500 Euro pro Kind, maximal 1.000 Euro. Die Fördergrenze erhöht sich pro Kind um 5.000 Euro. Geförderte Fahrzeuge müssen mindestens drei Jahre gehalten werden.

Plug-in-Hybride und Fahrzeuge mit Range Extender erhalten 1.500 Euro, wenn sie höchstens 60 Gramm CO₂ pro Kilometer ausstoßen oder mindestens 80 Kilometer elektrisch fahren können. Ab Juli 2027 soll die Förderung überprüft und stärker am realen CO₂-Ausstoß ausgerichtet werden. Ein Fragen-Antworten-Katalog zu den Kriterien ist am Ende des Beitrags angehängt.

Branche kritisiert den Ausschluss gebrauchter E-Autos

Die Automobilbranche begrüßt die neue Prämie im Ansatz. „Das Förderprogramm schafft die benötigte Planungssicherheit für die Verbraucher sowie die deutsche Automobilindustrie. Im Vordergrund muss aber weiterhin die Verbesserung der Rahmenbedingungen stehen, insbesondere im Bereich der Ladeinfrastruktur mit den begleitenden Stromnetzen und der Senkung der Ladestrompreise“, sagt VDA-Präsidentin Hildegard Müller.

Der VDA und der VDIK kritisieren den Ausschluss gebrauchter Stromer. Eine Einbeziehung würde die Nachfrage verbreitern, Restwerte stabilisieren und Leasingkonditionen verbessern. VDIK-Präsidentin Imelda Labbé nennt den Verzicht „eine verschenkte Chance für die soziale und bezahlbare Mobilität“, da gerade Familien und Haushalte mit mittlerem Einkommen meist Gebrauchtwagen kauften.

VDIK und VDA fordern zudem beide vom Bundesministerium, die für 2027 geplante Neubewertung der Förderung vorzuziehen und dabei die Restwertentwicklung stärker zu berücksichtigen. Damit E-Autos breitere Akzeptanz finden, fordern die Verbände zusätzlich einen schnelleren Ausbau der Ladeinfrastruktur, niedrigere Strompreise und mehr Preistransparenz an Ladesäulen.

Kfz-Handwerk lehnt Förderung ab

Mit Skepsis blickt der Bundesinnungsmeister des Kfz-Handwerks, Detlef Peter Grün, auf die Wiedereinführung einer staatlichen Förderung, um den Kauf von E-Autos anzukurbeln. „Raus aus den Kartoffeln, rein in die Kartoffeln, ist kein Nachweis nachhaltiger Politik. Nicht Prämien, sondern eine funktionierende Infrastruktur und bezahlbarer Ladestrom werden dauerhaft dafür sorgen, dass mehr E-Autos auf die Straßen kommen“, sagt Grün.

Bei beiden Themen gibt es aus seiner Sicht noch erheblichen Handlungsbedarf. Das Kfz-Handwerk jedenfalls habe ohne staatliche Förderung in den letzten Jahren eine flächendeckende Infrastruktur für die Wartung und Reparatur von E-Autos aufgebaut. Grün: „Darauf können sich die Fahrer von E-Autos verlassen, unabhängig vom Hin und Her bei der staatlichen Förderpolitik.“

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