Versicherungskosten Gebrauchtteile sollen Teuerung mindern

Von sp-x 2 min Lesedauer

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Die für Unfallreparaturen benötigten Ersatzteile haben sich in den vergangenen Jahren enorm verteuert. Die verstärkte Nutzung von Gebrauchtteilen soll diesem Trend entgegenwirken.

Heute schließen viele Versicherungsverträge die Nutzung gebrauchter Ersatzteile noch aus. (Bild:  Rosenow – VCG)
Heute schließen viele Versicherungsverträge die Nutzung gebrauchter Ersatzteile noch aus.
(Bild: Rosenow – VCG)

Wenn bei der Unfallreparatur von Kraftfahrzeugen künftig vermehrt gebrauchte und recycelte Ersatzteile eingesetzt würden, könnten die anstehenden Erhöhungen der Kfz-Versicherungsprämien für die Versicherten geringer ausfallen. Darüber hinaus könnten recycelte Ersatzteile laut dem Versicherungskonzern Allianz dazu beitragen, die durch Unfallreparaturen verursachten Treibhausgasemissionen zu reduzieren.

Der Versicherer will daher den Gebrauchtwagen-Teilemarkt für drei bis acht Jahre alte Fahrzeuge in Deutschland weiter ankurbeln. Bei entsprechender Verfügbarkeit von Ersatzteilen ließen sich in Deutschland pro Jahr bis zu 420.000 Tonnen CO2 einsparen. Wie hoch das finanzielle Einsparpotenzial ausfällt, teilte die Allianz nicht mit.

Laut Allianz-Vorstandschef Frank Sommerfeld werden die zuletzt stark gestiegenen Kosten für Ersatzteile und Arbeitslohn in den Kfz-Werkstätten die Versicherungsprämien weiter in die Höhe treiben. Bereits im Frühjahr hatte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) auf die Teuerungen für Autofahrer hingewiesen und als Hauptgrund ebenfalls steigende Reparaturkosten wegen der steigenden Ersatzteilpreise genannt.

Durchschnittlicher Sachschaden von 2.500 auf 4.000 Euro gestiegen

Eine Anfang Oktober veröffentlichte Studie des GDV zeigt: Die Preise für Pkw-Ersatzteile sind zwischen 2014 und 2024 um durchschnittlich 5,4 Prozent pro Jahr gestiegen und lagen damit deutlich über der durchschnittlichen jährlichen Inflationsrate von 2,4 Prozent. Bei einigen Teilen wie Kofferraumdeckeln hat sich der Preis innerhalb eines Jahrzehnts sogar verdoppelt. Zwischen 2013 und 2023 sind die Kosten für einen durchschnittlichen Sachschaden von 2.500 auf 4.000 Euro gestiegen.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung plädiert die Allianz für eine Änderung der Gesetzeslage, um dem derzeit vorherrschenden Angebot-Nachfrage-Problem bei gebrauchten Ersatzteilen für junge Fahrzeuge entgegenzuwirken. Bislang verhindern die gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland eine stärkere Entwicklung eines Gebrauchtteilemarktes, der in anderen europäischen Ländern schon floriert. In der Praxis werden hierzulande bei Unfallreparaturen fast ausschließlich teure Neuteile verwendet. Zudem werden Unfallfahrzeuge, die als Totalschaden deklariert sind, in der Regel nicht in den Kreislauf zurückgeführt.

Auf Seiten der Autonutzer gibt es laut Allianz eine hohe Akzeptanz für die Verwendung von Gebrauchtteilen. In einer Umfrage gaben 89 Prozent der Verbraucher an, die Reparatur mit vollständig intakten und zertifizierten Ersatzteilen anstelle von Neuteilen zu akzeptieren. Sollte es künftig in Deutschland eine ausreichende Verfügbarkeit von gebrauchten Ersatzteilen für jüngere Modellreihen geben, will die Allianz einen günstigeren Kfz-Tarif anbieten, der die Verwendung von Gebrauchtteilen erlaubt.

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