Allianz Motor Day Gelobt sei, was selbst fährt

Von Dipl.-Ing. (FH) Kfz-Technik Peter Diehl 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Ende Oktober veranstaltete das Allianz Zentrum für Technik (AZT) in Ismaning den 13. Allianz Motor Day. Im Gegensatz zu vorherigen Veranstaltungen gab es quasi nur ein Thema: autonomes Fahren.

Gastgeber und Gäste in einer Gesprächsrunde während des 13. Allianz Motor Days. Dritter von links: Dr. Christian Sahr, Geschäftsführer des AZT.(Bild:  Diehl – VCG)
Gastgeber und Gäste in einer Gesprächsrunde während des 13. Allianz Motor Days. Dritter von links: Dr. Christian Sahr, Geschäftsführer des AZT.
(Bild: Diehl – VCG)

Rückblende: Irgendwann um 2010 im Vortragssaal des Zwickauer August-Horch-Museums. Ein Mitarbeiter der Audi AG referiert über Ursprung und Hintergrund des autonomen Fahrens. Kurzversion: Das US-Militär gab eine entsprechende Entwicklung in Auftrag, verlor aber später das Interesse. Seither wird versucht, diese Entwicklung im zivilen Markt zu monetarisieren.

Zurück in die Gegenwart: Dass eine Versicherung mit Aussicht auf reduzierten Regulierungsaufwand dem automatisierten Fahren positiv gegenübersteht, ist nachvollziehbar. Konkret erwartet die Allianz durch autonomes Fahren Rückgänge der Verkehrsunfälle in Europa – bis 2035 um 20 Prozent und bis 2060 um mehr als die Hälfte. Das äußerte Frank Sommerfeld, CEO der Allianz Versicherungs-AG, während des 13. Allianz Motor Days am 28. Oktober in Ismaning bei München.

Dr. Klaus-Peter Röhler, Mitglied des Vorstands der Allianz SE, verantwortlich für Insurance German Speaking Countries, Central Europe, Global Property & Casualty, erklärte in Ismaning: „Autonome Mobilität ist keine Frage des ‚Ob‘ mehr. Es geht darum, wie schnell, wie sicher und wie fair sie sein wird.“ Jeder technologische Fortschritt müsse zu weniger Unfällen, weniger Opfern und mehr Unabhängigkeit für Millionen von Menschen führen. Gemeinsam mit dem AZT, Herstellern und Regulierungsbehörden wolle man Sicherheitsstandards gestalten und innovative Versicherungslösungen pilotieren. „Die Zukunft der Mobilität mag autonom sein, aber die Sicherheit muss immer in menschlicher Hand bleiben.“

Um die Einführung autonomer Mobilität zu beschleunigen, stellte die Allianz während ihres 13. Motor Days drei Forderungen auf:

  • europaweite Einführung einer Art „Führerschein“ für automatisierte Fahrzeuge
  • EU-weit einheitliche Standards für den Zugang zu unfall- und sicherheitsrelevanten Fahrzeugdaten für Versicherer und Regulierungsbehörden, wobei kritische Daten innerhalb der europäischen Gerichtsbarkeit verbleiben und als strategisches Gut behandelt werden
  • gemeinsame europäische Datenbank für kritische Verkehrssituationen für autonome Fahrzeuge (Level 4)

Der teilweise geforderten Verlagerung der Haftung hin zum Hersteller widersprach Frank Sommerfeld: „Das bewährte derzeitige System aus Gefährdungshaftung des Halters und der dazugehörigen Kfz-Haftpflichtversicherung bildet auch für die Zeit des autonomen Fahrens die ideale rechtliche Grundlage.“ Es brauche kein neues Haftungs- oder Versicherungssystem. Die Verlagerung der Haftung hin zum Hersteller / zur Produkthaftung sei zum Schutz des Opfers bei Unfällen mit autonomen Fahrzeugen nicht geeignet, weil dem Hersteller ein Fehler seines Systems nachgewiesen werden müsse. Das stelle für den Geschädigten eine große Hürde dar und sei zudem mit großem fachlichen und finanziellen Aufwand verbunden.

(ID:50611225)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung