Caravaning-Branche In Düsseldorf dürften wieder klassische Reisemobile dominieren

Von SP-X 3 min Lesedauer

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Mit der 64. Auflage des Düsseldorfer Caravan-Salons steht Ende August wieder die wichtigste Messe für Reisemobile und Wohnwagen an. Der Trend der vergangenen Jahre vom klassischen Wohnmobil zum kompakten Campingbus kehrt sich gerade wieder um.

Es dürfte sich ein Trend auf der 64. Ausgabe des Caravan-Salons abzeichnen: Klassische Reisemobile sind wieder mehr gefragt.(Bild:  Messe Düsseldorf)
Es dürfte sich ein Trend auf der 64. Ausgabe des Caravan-Salons abzeichnen: Klassische Reisemobile sind wieder mehr gefragt.
(Bild: Messe Düsseldorf)

Es sind ungewohnte Vorzeichen, mit denen die Caravaning-Branche auf den Düsseldorfer Caravan-Salon 2025 vom 29. August bis 7. September zusteuert. Nach gut eineinhalb Jahrzehnten steten, zum Teil kräftigen Zuwachses melden Reisemobile und Caravans gemeinsam Absatzeinbrüche. Die Wohnwagen kommen mit 9.595 Neuzulassungen auf ein Minus von 6,7 Prozent in den ersten fünf Monaten dieses Jahres, bei den motorisierten Fahrzeugen bedeuten 36.445 Neuanmeldungen einen Rückgang um 3,5 Prozent. Lässt die Begeisterung für die mobile Urlaubsform, die während Corona sogar eine Sonderkonjunktur erlebt hatte, etwa nach?

Daniel Onggowinarso, der Geschäftsführer des deutschen Caravaning-Verbandes CIVD, widerspricht dem vehement: „Die Nachfrage privater Kunden liegt nach wie vor auf hohem Niveau, ist sogar gegenüber dem Vorjahr um 10 Prozent gestiegen. Der Rückgang geht vor allem auf das Konto der gewerblichen Zulassungen.“ So verzichteten beispielsweise einige Vermieter-Firmen trotz bester Buchungslage auf eine frühzeitige Erneuerung ihrer Flotten, weil sie wegen der hohen Lagerbestände bei den Herstellern ihre Fahrzeuge nicht gut abverkaufen konnten.

Selbst verschuldete Überkapazitäten

Eine größtenteils von der Branche selbst verschuldete Situation. Weil alle von dem großen Run auf die kompakten Camper-Vans während Corona profitieren wollten, wurde auf Teufel komm raus produziert. Und als besonders im Segment der Kompaktmobile ohne Bad und Toilette der Absatz um zuletzt 28 Prozent einbrach, kam es zu großen Überkapazitäten, die noch immer nicht vollkommen abgebaut sind. Immerhin durfte sich die Kundschaft dabei auf zum Teil stattliche Rabatte freuen.

Der Trend auf der 64. Ausgabe des Caravan-Salons ist deshalb eindeutig: Klassische Reisemobile, wozu auch die größeren Kastenwagen mit Bad sowie teil- und vollintegrierte Fahrzeuge zählen, sind wieder mehr gefragt. Sie verzeichnen auch aktuell ein Plus von 3,6 Prozent und bilden weiterhin den Kernmarkt. Das krasseste Beispiel für die Kehrtwendung der Branche ist sicherlich der Traditionshersteller Bürstner. Nachdem das Unternehmen aus Kehl sich in den Corona-Jahren massiv auf Kompaktmodelle konzentriert hatte, tauscht die Marke ihre komplette Produktpalette aus, beschränkt sich auf zwei Kastenwagen-Modelle sowie eine teilintegrierte Baureihe und zieht sich wieder vollkommen aus dem Segment der Urban Camper zurück.

Stabil hohe Ausstellerzahl

Dass sich bei der Düsseldorfer Messeleitung erneut über 700 Aussteller aus aller Welt angemeldet haben, die Nutzfahrzeug-Abteilung von Mercedes-Benz nach einem Jahr Abstinenz wieder in die angestammte Halle 16 zurückkehrt sowie einige Newcomer und Start-ups dabei sein werden, ist ebenfalls ein Zeichen dafür, dass das Interesse am Caravaning ungebrochen ist. „Laut Statistischem Bundesamt gab es 2024 mit rund 42,9 Millionen Übernachtungen auf deutschen Campingplätzen einen neuen Rekord“, untermauert Messe-Direktor Stefan Koschke diesen Eindruck auch mit Zahlen. „Das sind 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr und satte 19,9 Prozent mehr als 2019 vor Corona.“

Die neue Hallenstruktur mit 15 Hallen samt Freigelände hat allerdings weniger mit dem Wandel in der Branche als mit der bevorstehenden Modernisierung der Halle 9 zu tun, die in den nächsten drei Jahren nicht zur Verfügung steht. Regelmäßige Besucher der Messe werden Caravan-Marktführer Hobby jetzt in der Halle 5 finden. Die dort bislang untergebrachten Luxus-Motorhomes von Morelo über Concorde bis zu Volkner und anderen Exoten wechseln in die Halle 16. Auch Dethleffs (Halle 6), Carthago und die Rapido-Gruppe (beide Halle 4) bekommen neue Standorte, während Knaus-Tabbert (Halle 1), die Erwin-Hymer-Gruppe (Halle 6) und der Trigano-Konzern (Hallen 10 und 11) ebenso ihre angestammten Plätze behalten wie die Camper-Van-Marken in der Halle 15.

Neben der großen Produkt-Vielfalt vom kompakten Einsteigermodell bis zum Luxus-Liner werden in Sonderschauen wieder Tipps zum Selbstausbau gegeben, können sich Neulinge in der Starter-Welt umfangreich informieren und entfacht das Traumtouren-Kino bei dem ein oder anderen vielleicht schon das Fernweh.  (co)

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