Fehlende Sicherheit Kfz-Handwerk warnt vor Billig-Ladekabeln für E-Autos

Von Nick Luhmann 2 min Lesedauer

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Kontrollen in Kfz-Betrieben zeigten, dass nicht alle E-Auto-Ladekabel den Sicherheitsvorgaben entsprechen. Kfz-Bundesinnungsmeister Detlef Peter Grün warnt vor günstigen Onlinekäufen.

Geprüfte und zugelassene E-Ladekabel sind am CE Sicherheitslabel erkennbar. Darauf sollten Kfz-Betriebe achten. Auf Onlineplattformen werden Ladekabel angeboten, die nicht den Sicherheitsvorgaben entsprechen und sogar gefährlich sein können, warnt Bundesinnungsmeister Detlef Peter Grün.  (Bild:  frei lizenziert /  Pixabay)
Geprüfte und zugelassene E-Ladekabel sind am CE Sicherheitslabel erkennbar. Darauf sollten Kfz-Betriebe achten. Auf Onlineplattformen werden Ladekabel angeboten, die nicht den Sicherheitsvorgaben entsprechen und sogar gefährlich sein können, warnt Bundesinnungsmeister Detlef Peter Grün.
(Bild: frei lizenziert / Pixabay)

Kfz-Betriebe sollten nicht am falschen Ende sparen. Vor allem nicht bei Ladekabeln für Stromer. Denn nicht alle im Onlinehandel erhältlichen Ladekabel für Elektrofahrzeuge entsprechen den Sicherheitsvorgaben. Der Bundesinnungsverband (BIV) des Kraftfahrzeughandwerks warnt vor sicherheitsgefährdenden Billig-Ladekabeln für Elektroautos, die auf Online-Marktplätzen angeboten werden. „Wer billige Ladekabel für E-Autos auf Online-Marktplätzen kauft, gefährdet womöglich sich und sein Fahrzeug“, warnt daher Detlef Peter Grün, Bundesinnungsmeister des Kfz-Handwerks.

Nach Angaben des ZVK zeigen Stichprobenuntersuchungen, dass viele dieser Produkte, insbesondere aus Fernost, erhebliche Sicherheitsmängel aufweisen. So können sich vermeintlich preiswerte Kabel während des Ladevorgangs stark erhitzen. Ursache sind häufig zu geringe Leitungsquerschnitte oder minderwertige Steckverbindungen, die zu Hitzestau und in der Folge zu verschmolzenen Steckern, verschmorten Kabeln oder sogar Bränden führen können – insbesondere in Garagen mit zusätzlichem Brandrisiko.

Billigkabel haben keinen Überhitzungsschutz

Darüber hinaus verfügen viele dieser Produkte nicht über die erforderlichen Sicherheitsfunktionen. Ein hochwertiges Ladekabel schaltet sich bei Überhitzung oder Stromfehlern automatisch ab. Bei einem getesteten Billigkabel für rund 35 Euro sei ein vorgeschriebener Schutzmechanismus nicht ausgelöst worden. Dadurch kann in Gefahrensituationen keine automatische Abschaltung erfolgen, was lebensgefährliche Folgen haben könnte.

In einzelnen Fällen wurden aufgrund des Billigkabels fehlerhafte Signale an das Fahrzeug gesendet. Normalerweise gibt es das Kabel an, wie viel Strom sicher übertragen werden darf. Ein getestetes Produkt habe jedoch falsche Daten übermittelt, wodurch das Fahrzeug mehr Strom gezogen habe als das Kabel verloren habe. Dies könnte zu Überlastung und dadurch zu Bränden führen.

Auch Verarbeitung und Materialqualität seien oft mangelhaft. Teilweise fehle eine Abdichtung am Stecker, sodass Feuchtigkeit oder Regen eindringen kann – mit der Gefahr von Kurzschlüssen oder Stromschlägen. Viele dieser Produkte trügen zwar eine CE-Kennzeichnung, doch handele es sich dabei laut Verband häufig um eine bloße Kopie des Symbols ohne tatsächliche Prüfung. Solche Kabel gelten nicht als sichere Geräte und dürfen in Deutschland weder verkauft noch betrieben werden, gelangen jedoch über internationale Marktplätze in den Verkehr.

Grün appellierte daher an E-Auto-Besitzer: „Finger weg von extrem günstigen Ladekabeln. Sie können überhitzen, Stromschläge verursachen, Brände auslösen und das Auto beschädigen.“ Auch wenn sie äußerlich normal wirkten, zeigen Tests immer wieder, dass wichtige Schutzfunktionen fehlen, fehlerhaft seien oder nicht funktionierten. Grün weiter: „Der Preisvorteil gegenüber Markenprodukten täuscht, das Risiko ist hoch und steht in keinem Verhältnis zur Ersparnis. Wer sicher laden möchte, sollte ausschließlich geprüfte, zertifizierte Produkte verwenden und bei Auffälligkeiten wie Erwärmung, Verfärbungen oder wackeligen Steckern das Kabel nicht mehr benutzen.“

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