Mit dem PV5 Chassis Cab erweitert Kia sein elektrisches Nutzfahrzeugprogramm um eine frei konfigurierbare Basis für professionelle Aufbauten.
Auf der Solutrans in Lyon zeigt Kia zum ersten Mal den PV5 als Chassis Cab.
(Bild: Kia)
Über mangelndes Interesse an E-Autos kann Kia nicht klagen. Während die Stromer-Quote unter den Neuwagen in Deutschland momentan bei rund 19 Prozent liegt, war 2025 bereits knapp ein Viertel aller neuen Kia mit einem echten Elektroantrieb ausgerüstet. Dass die Marke jetzt sogar elektrische Nutzfahrzeuge anbietet, hat die Allgemeinheit allerdings kaum auf dem Schirm.
Die Elektrotransporter sind Teil der sogenannten Platform-Beyond-Vehicle-Strategie, mit der die Koreaner weltweit ins Nutzfahrzeuggeschäft einsteigen wollen. „Der Markt ändert sich. E-Commerce prägt die Logistik, Städte verschärfen die Emissionsregeln und Unternehmen verlangen intelligentere, vernetzte Lösungen“, sagt Marc Hedrich, Präsident und CEO von Kia Europa. „PBV ermöglicht es uns, über die Grenzen des traditionellen Automobilbereichs hinauszugehen und echte Mobilitätslösungen anzubieten.“
Für diese „Mobilitäts-Ökosystem“, wie Kia es nennt, wurde eine eigene Elektro-Plattform entwickelt. Deren Skateboard-Bauweise mit flachem Unterboden, tief platzierter Batterie und vorn angeordnetem Antrieb schafft standardisierte Schnittstellen und vereinfacht den Aufbauprozess. Die integrierte modulare Architektur ermöglicht die Nutzung identischer Komponenten, unabhängig davon, ob ein kompakter Lieferwagen oder ein Transporter mit langem Radstand, ein Shuttle oder ein Fahrgestell daraus entsteht.
Erstes Ergebnis ist der eben erst eingeführte PV5, der als kompakter Transporter, Minibus, Camper, Behindertenfahrzeug und anderen Varianten gewerbliche und private Käufer gleichermaßen ansprechen soll. Die elektronische Architektur ist offen für externe Anwendungen, die sich dann ins Fahrzeug integrieren lassen. Andersherum lassen sich die Daten des Fahrzeugs in bestehende Flottenmanagementsysteme übernehmen. Unternehmen müssen also keine neue digitale Infrastruktur einrichten.
Bis zu acht Kubikmeter Ladevolumen möglich
Jetzt nutzt Kia die Logistikmesse Solutrans in Lyon für die Premiere des PV5 Chassis Cab. Das 4,61 Meter lange Fahrgestell mit Kabine erweitert das Nutzfahrzeug-Portfolio um jene Basis, die im elektrischen LCV-Segment bislang nur wenige Anbieter bedienen. Was verwundert, denn gerade im Bereich der Koffer-, Pritschen- oder Kühlaufbauten wächst die Nachfrage nach Elektrolösungen rapide.
Die zweisitzige Kabine des Chassis Cab entspricht weitgehend der Cargo-Version des PV5 und bietet niedrige Einstiegszonen, viele Ablagen und ein ergonomisch auf den Arbeitsalltag ausgelegtes Cockpit. So lassen sich beispielsweise mithilfe des modularen Zubehörsystems Add Gear branchenspezifische Geräte oder Halterungen integrieren. Hinter dem Fahrerhaus bleibt der Rahmen offen, sodass Kunden individuelle Aufbaulängen und -höhen realisieren können. Bis zu einer Tonne Nutzlast und ein Kasten mit bis zu 8 Kubikmeter Ladevolumen sind möglich.
Ladetechnik passt sich Betriebsbedingungen an
Auch beim Antrieb orientiert sich das Chassis Cab an den Eckdaten der PV5-Baureihe. Der frontgetriebene Antriebsstrang liefert je nach Batterie bis zu 120 kW/163 PS Leistung und 250 Nm Drehmoment. Die tiefsitzende Batterie verlagert den Schwerpunkt nach unten, was bei hohen Aufbauten zu einem stabileren Fahrverhalten führen soll. Zwei Batteriegrößen mit 51,5 und 71,2 kWh stehen zur Verfügung. In den bisherigen Varianten ermöglicht diese Kombination Reichweiten von bis zu 416 Kilometern. Dass Kia auch eine kleinere und damit günstigere Variante des Akkus mit 43,3 kWh nachschieben will, dürfte besonders bei Paketdiensten gut ankommen. Innerstädtische Lieferfahrten sind selten länger als 150 Kilometer. Da sich die Akkus des 400-Volt-Systems unter optimalen Bedingungen in rund 30 Minuten von 10 auf 80 Prozent bringen lassen, kann die Zeit an der Rampe fürs Nachladen genutzt werden. Und wenn der Gleichstromanschluss fehlt, hilft die Option, den Akku auch mit 22 kW am Wechselstromlader zu füllen.
Gebaut wird das Fahrgestell in Korea, wo Kia auch standardisierte Aufbauten realisieren will, die weltweit nachgefragt werden. Ein behindertengerechter Ausbau mit Auffahrrampe oder eine Doppelkabine mit Pritsche als Baustellenfahrzeug sind bereits in Planung. Für Spezialaufbauten sind dann lokale Partner zuständig wie Bott, Sortimo oder Würth.
Reichweitentest demonstriert Alltagstauglichkeit
Auf dem Messestand zeigt Kia das neue Chassis Cab gemeinsam mit dem PV5 Cargo, der im Oktober mit einem Guinness-World-Records-Eintrag für Aufmerksamkeit sorgte. Der vollständig beladene Transporter legte 693,38 Kilometer mit einer Ladung zurück und demonstrierte damit die Effizienz des Antriebsstrangs unter realen Nutzfahrzeugbedingungen.
Stand: 08.12.2025
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Die PBV-Strategie besteht jedoch nicht nur aus Fahrzeugen. Parallel zur Hardware baut Kia sein digitales Ökosystem „Kia Business Solutions“ auf. Es umfasst ein Business-Portal, ein Flottenmanagementsystem, den Business-Modus der Kia App und einen eigenen Ladedienst. Zusätzlich will man eigene Apps entwickeln sowie sich für Spezialanwendungen von Aus- und Aufbauern öffnen. Gewerblichen Anwender soll die Kombination aus digitalem Zugriff, skalierbaren Aufbauten und planbaren Betriebskosten den Umstieg auf vollelektrische Nutzfahrzeuge erleichtern.
Der PV5 als Transporter startet bei 33.450 Euro netto, das Fahrgestell kostet rund 1.000 Euro netto weniger. Der Cargo mit Hochdach folgt 2026 und für 2027 ist der größere PV7 eingeplant.