Analyse Umweltbundesamt sieht E-Autos klimafreundlicher als Verbrenner

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

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Wie klimafreundlich sind Elektroautos wirklich? Darüber gab es zunächst einige Diskussionen und sich hartnäckig haltende Gerüchte. Nun besagt eine Analyse des Umweltbundesamts: In der Gesamtbilanz sind E-Autos die bessere Wahl.

E-Autos sind laut einer Analyse des Umweltbundesamts Verbrennern in Sachen Klimafreundlichkeit überlegen. Es gibt jedoch noch Punkte, bei denen die Stromer schlechter abschneiden.(Bild:  Wehner - Vogel Communications Group)
E-Autos sind laut einer Analyse des Umweltbundesamts Verbrennern in Sachen Klimafreundlichkeit überlegen. Es gibt jedoch noch Punkte, bei denen die Stromer schlechter abschneiden.
(Bild: Wehner - Vogel Communications Group)

Nach einer Analyse des Umweltbundesamtes (UBA) sind Elektroautos in der Gesamtbilanz wesentlich klimafreundlicher als Autos mit Benzinmotor. Bei einem raschen Ausbau der erneuerbaren Stromerzeugung werde dieser Klimavorteil noch zunehmen, teilte das UBA am Donnerstag mit.

„Insgesamt zeigen sich die batterieelektrischen Fahrzeugkonzepte für alle Fahrzeugtypen und Baujahre als überlegene Lösung bezüglich der Treibhauswirkung und des kumulierten Energieaufwandes“, heißt es im Bericht. Berücksichtigt wurde für die Auswertung, dass Fahrzeuge nicht nur im Zuge der Nutzung, sondern auch schon bei der Herstellung und später bei der Entsorgung eine Wirkung auf Umwelt und Klima haben.

Die Produktion von E-Autos ist energieintensiv, zudem werden Stoffe wie Kobalt, Nickel und Seltene Erden benötigt, deren Abbau große Umweltschäden bedeuten kann. Experten gehen davon aus, dass die Nachfrage nach kritischen Rohstoffen für Elektrofahrzeuge bis 2050 immens zunehmen wird. Und der Strom, mit dem E-Autos fahren, kommt derzeit erst zum Teil aus erneuerbaren Energien. Deshalb gab es in der Vergangenheit immer wieder Kritiker, die E-Autos als weniger umwelt- und klimafreundlich bezeichneten als Verbrenner.

Für die Analyse im Auftrag des UBA verglich das IFEU - Institut für Energie- und Umweltforschung Heidelberg die Umweltbilanz von Fahrzeugen mit alternativen und Kraftstoff-Antrieben. Neben dem Ausstoß von Treibhausgasen wurden der Energie-, Ressourcen- und Wasserverbrauch sowie die Schadstoffemissionen in Luft, Wasser und Boden berücksichtigt. Dabei ging es um eine Gesamtbilanz - auch etwa die Herstellung der Fahrzeuge, Kraftstoffe und Anlagen zur Stromerzeugung wurden einbezogen.

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Im Jahr 2020 zugelassene Elektroautos sind den Ergebnissen zufolge etwa 40 Prozent klimafreundlicher in ihren Auswirkungen als Autos mit Benzinmotor. Bis 2030 sei basierend auf dem Ausbau erneuerbarer Energien ein Anstieg auf bis zu 55 Prozent möglich. Der Klimavorteil bleibe auch dann bestehen, wenn sich der Anteil mithilfe von erneuerbarem Strom hergestellter E-Fuels für Autos mit Verbrennungsmotor in den kommenden Jahren deutlich erhöhen würde, hieß es.

Bei einigen Umweltwirkungen ergeben sich der Analyse zufolge für Elektroautos mit Zulassung 2020 noch Nachteile. Das gelte vor allem bei Folgen für Wasser (hoher Nährstoffeintrag) und Böden (Versauerung). Voraussichtlich lägen E-Autos erst im Jahr 2050 bei allen untersuchten Bereichen vor solchen mit Verbrennungsmotor.

Mehr Recycling bei kritischen Rohstoffen

Dem steigenden Bedarf an teils kritischen Rohstoffen wie Kobalt, Nickel und Lithium könne perspektivisch mit mehr Recycling begegnet werden, hieß es vom UBA. Für das Recycling von kritischen Batterie-Rohstoffen macht die EU in ihrer Batterieverordnung konkrete Vorgaben. So sollen ab 2026 etwa 90 Prozent des verwendeten Kobalts recycelt werden.

Einen Anreiz für mehr Elektromobilität in Deutschland könnte dem UBA zufolge etwa eine KFZ-Steuer bieten, die im ersten Jahr der Zulassung einen Zuschlag bei hohen CO2-Emissionen vorsieht. „Dies könnte deutlich effektiver als die entfallene Kaufprämie wirken.“ Wichtig blieben aber weiterhin Faktoren wie Vermeidung, Verlagerung und Verbesserung: „Jede vermiedene Fahrt spart Strom oder Kraftstoff und schont Mensch und Umwelt.“

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