Autonomes Fahren

Lidar für autonome Autos: Durchbruch mit langem Anlauf

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Trotzdem hat vor allem Tesla bei seinen Autopilot-Assistenten große Hoffnungen auf den Videosensor und die passenden Algorithmen gesetzt. Elon Musk verteidigt bis heute die Überlegenheit der Technik – auch, wenn sie keine volle Autonomie ermöglicht und immer wieder aufgrund von Unfällen in die Kritik gerät.

Lidar inzwischen für unter 10.000 Euro zu haben

Die Gründe für die Lidar-Ablehnung bei Tesla und anderen Software-getriebenen Unternehmen dürfte mehrere Gründe haben. Zuvorderst wohl den Preis und die schwierige Verfügbarkeit. Aber auch ästhetische Überlegungen werden eine Rolle spielen. Wer sich an Googles autonomen Kleinwagen-Prototypen Firefly erinnert, kann das Nachvollziehen: der knubbelige Zweitürer trug auf dem Dach eine riesige 360-Grad-Lidar-Kuppel des Herstellers Velodyne, die fast wie ein altmodisches Polizei-Blaulicht wirkte. Der Scanner funktionierte zwar, aus der etablierten Autoindustrie wollte ihn aber trotzdem niemand haben.

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Seit den automobilen Pioniertagen hat sich viel getan. Zu Velodyne gesellte sich bald Luminar mit seinen deutlich flacheren Gehäusen, kurze Zeit später folgten auch etablierte Zulieferer wie Valeo, Bosch, Continental oder VW-Kooperationspartner Argo. Alle haben Auto-taugliche Systeme im Programm oder stehen kurz vor der Markteinführung. Und auch die ersten Serienfahrzeuge mit Laserscannern kommen auf die Straße, etwa der elektrische Mercedes EQS, der mit Hilfe des Sensors in der Front künftig hochautomatisiert fahren soll.

Die neue Konkurrenz und die beginnende Marktrelevanz beschleunigt die Entwicklung und lässt die Preise sinken. Aktuell sind die Sensoren für deutlich unter 10.000 Euro zu haben, Experten rechnen mittelfristig mit niedrigen vierstelligen Preisen.

Lidar-System unverzichtbar für autonomes Fahren

Für die großen Autohersteller sind das gute Aussichten. Denn ohne günstige Lidar-Systeme wird aus dem autonomen Fahren wohl nichts. VW-Konzernchef Herbert Diess hat gerade erst im Reddit-Chat noch einmal bestätigt, dass er die durch den Scanner realisierte Redundanz für einen sicheren Betrieb für unverzichtbar hält.

Ähnlich sieht es Volvos Technik-Chef für autonomes Fahren, Martin Kristensson, der sich einen Lidar-Verzicht generell nicht vorstellen kann. Die Schweden selbst setzen die Technik künftig bei ihrem kommenden Elektro-Flaggschiff ein, das noch in diesem Jahr in Kalifornien autonom unterwegs sein soll.

Beide Branchenvertreter meinen das gleiche: Das Roboterauto brauch alle Sinne, um sich künftig immer und überall zurechtzufinden. Auch wenn und gerade weil sich die Fähigkeiten einzelner Sensoren überlappen. Zu überprüfen ist das in Deutschland ab Jahresende. Dann wollen Sixt und der zum Intel-Konzern zählende Sensorspezialist Mobileye in München mit einer ersten autonomen Taxiflotte starten. An Bord wird dann neben Kamera und Radar auch der Lidar sein. Seine große Zeit scheint rund 60 Jahre nach seiner Geburt erst noch vor ihm zu liegen.

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