Deutsche Kommission für Lack- und Karosserieinstandsetzung Merkblatt zur Gesamtlackschichtdicke verabschiedet

Von Konrad Wenz 3 min Lesedauer

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Immer wieder führt die Schichtdickenmessung bei Leasingrücknahmen beziehungsweise Fahrzeugankäufen zu Diskussionen, ob durchgeführte Reparaturlackierungen fachgerecht ausgeführt wurden. Ein neues Merkblatt soll damit nun Schluss machen.

Das neue Merkblatt schafft Klarheit, was Schichtdicken nach der Reparaturlackierung angeht.(Bild:  Wenz - VCG)
Das neue Merkblatt schafft Klarheit, was Schichtdicken nach der Reparaturlackierung angeht.
(Bild: Wenz - VCG)

Die Deutsche Kommission für Lack- und Karosserieinstandsetzung (DeKoLaKa) verabschiedete auf ihrer 19. Sitzung am 11. März 2025 im Allianz Zentrum für Technik in Ismaning ein richtungsweisendes Merkblatt zur Beurteilung der Gesamtlackschichtdicke von straßengebundenen Fahrzeugen.

Im Merkblatt „Gesamtschichtdicke – Grundlagen für die fachgerechte Beurteilung von Lackierungen straßengebundener Fahrzeuge anhand der Schichtdickenmessung“ werden die Serienfertigung beim OE und die Reparaturlackierung im K&L-Betrieb gegenübergestellt: Während in der industriellen Serienfertigung neu hergestellte Fahrzeug-Rohkarosserien und -Bauteile überwiegend vollautomatisch, prozessoptimiert und innerhalb vordefinierter Toleranzen beschichtet werden können, erfolgt die Reparaturlackierung im Handwerk und damit unter anderen Parametern und Randbedingungen, heißt es in dem Merkblatt. bei beiden Verfahren stelle sich die Frage aus welchen Materialschichten sich eine Fahrzeuglackierung zusammensetze und wie stark die Gesamtschichtdicke letztlich sein dürfe, um die Lackierung als sach- und fachgerecht und technisch einwandfrei beurteilen zu können. Das Merkblatt geht detailliert auf die in der Serienfertigung erzielten Schichtdicken ein und macht deutlich, dass bereits hier erhebliche Unterschiede auftreten können. Zudem wird erläutert, wie der Reparaturvorgang in der Regel erfolgt, beispielsweise, dass während der Reparatur intakte Lackschichten nicht vollständig abgeschliffen werden. Schon allein dadurch sind nach der Reparatur stärkere Gesamtschichtdicken zu messen, bis hin zum doppelten Wert der Serienlackierung. Das Merkblatt nennt Größenordnungen, die als Orientierung dienen können:

Neuteillackierung:

  • unbeschädigtes Montageteil: ca. 70 μm – ca. 150 μm
  • Einschweißteil / geklebt & genietet: ca. 80 μm – mehrere Millimeter

Reparaturlackierung:

  • mit Schleiffüller (ohne UP-Polyesterspachtelmaterial): ca. 100 μm – ca. 650 μm
  • nach erfolgter Instandsetzung (Karosseriefüllmasse optional, inkl. UP-Polyesterspachtelmaterial): ca. 100 μm – mehrere Millimeter

Die handwerkliche Reparaturlackierung führe prozessbedingt zwangsläufig zu einer erhöhten Gesamtlackschichtdicke und stelle keinen Qualitätsverlust einer Fahrzeuglackierung dar, wenn die im Merkblatt genannten Punkte eingehalten wurden, heißt es in dem 13-seitigen Merkblatt.

Der Bundesverband der Fahrzeuglackierer (BFL) erklärt in seiner Pressemitteilung zum Merkblatt, dass man alle Facetten der Thematik betrachtet habe. „Wir zeigen darin den Aufbau einer Serienlackierung und vergleichen ihn mit einer Reparaturlackierung. Dabei wird deutlich, warum eine Reparaturlackierung stets höhere Schichtdicken aufweisen wird“, erklärt Torsten Schmidt, Leiter Geschäftsbereich Fahrzeuglackierung im BFL, der den Arbeitskreis verantwortete.

Steven Didssun, Präsident des BFL, ergänzt: „Immer wieder stellen Dritte unsere fach-lich korrekt ausgeführte Lackierarbeit an Fahrzeugkarosserien aufgrund erhöhter Lack-schichtdicken in Frage. Diese Messergebnisse führen dazu, dass wir uns als Betriebe regelmäßig erklären müssen. Das ist nicht in Ordnung. Wir sind sehr glücklich, dass wir mit dem Merkblatt nun eine belastbare Grundlage geschaffen haben, die von allen Mit-gliedern der DeKoLaKa einstimmig für die Branche verabschiedet wurde.“

Mit ihrem richtungsweisenden Merkblatt stelle die DeKoLaKa abschließend klar, dass erhöhte Lackschichtdicken allein kein Grund sind, um Fahrzeugreparaturlackierungen als nicht fachgerecht einzustufen. Damit schaffe sie branchenweit Klarheit, heißt es in der Pressemitteilung.

Diese nun geschaffene Klarheit dürfte sich auch auf die Verwendung von gebrauchten Teilen bei der Unfallinstandsetzung auswirken. Denn die Schichtdickenmessung allein, kann nunmehr nicht mehr der Beurteilungsgrund für eine fachgerechte Reparatur gelten. Die Würzburger Karosserie- und Schadenstage am 21. und 22. März 2025 beschäftigen sich eingehend mit diesem Thema.

Würzburger Karosserie- und Schadenstage 2025

Würzburger Karosserie- und Schadenstage

Was bedeutet Nachhaltigkeit im K&L Betrieb? Bei den Würzburger Karosserie- und Schadenstagen am 21./22. März 2025 werden die wichtigsten Aspekte der Nachhaltigkeit bei der Reparatur und im betrieblichen Umfeld aufgegriffen, mögliche Risiken gegenüber gestellt und die Außenwirkung sowie Chancen beim Recruiting und der Kundengewinnung betrachtet.

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