US-Oldtimerauktionen Monterey Car Week 2025: zweithöchstes Gesamtergebnis aller Zeiten

Von Steffen Dominsky 3 min Lesedauer

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Ferrari, Ferrari, Ferrari: Trends kommen und gehen, doch Ferrari bleibt. So lautete das Ergebnis des jüngsten US-Auktionsmarathon. Mit acht der zehn Höchstverkäufe demonstriert die Marke ihre Beliebtheit – trotz sich wandelnder Geschmäcker.

Zwar „nur“ Platz 2 in der Rangliste der teuersten Fahrzeuge bei der 2025er Monterey Auction Week. Dennoch waren die 25.305.000 USD für diesen Ferrari 250 GT SWB California Competizione Alloy Spider eine mega Summe. (Bild:  Classic Analytics)
Zwar „nur“ Platz 2 in der Rangliste der teuersten Fahrzeuge bei der 2025er Monterey Auction Week. Dennoch waren die 25.305.000 USD für diesen Ferrari 250 GT SWB California Competizione Alloy Spider eine mega Summe.
(Bild: Classic Analytics)

Mit einem Gesamtergebnis von 432,8 Millionen USD war die in diesem Jahr über vier Tage und fünf Auktionshäuser gehende „Monterey Auction Week“ die zweitgrößte aller Zeiten, nur übertroffen von den 471,2 Millionen USD Gesamtumsatz im Jahr 2022. „Was man allerdings einschränkend anmerken muss, ist, dass der Erlös des Spitzenverkaufs, ein Ferrari Daytona SP3 für 26 Millionen USD, für wohltätige Zwecke bestimmt war. Ohne dieses Los läge die Gesamtsumme bei 397,2 Millionen USD – ein Plus von lediglich vier Prozent gegenüber 2024“, schränkt Frank Wilke, Geschäftsführer des Oldtimerbewerters Classic Analytics, ein.

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Wie bereits in den letzten Jahren setzten moderne Supersportwagen neue Rekorde, während Bieter bei klassischen Ferraris – den „Pablo Picassos“ der Sammlerwelt – zurückhaltender blieben. Nachdem die Verkaufsrate klassischer Ferraris 2024 auf 51 Prozent gesunken war (von durchschnittlich 84 Prozent zwischen 2021 und 2023), erholte sich diese 2025 auf 65 Prozent. Dennoch gilt das gesteigerte Interesse zunehmend den moderneren Modellen, so Wilke.

Weniger Interesse an alten und unrestaurierten Fahrzeugen

Insgesamt bewegt sich der Markt derzeit auf Einzelfahrzeug-Ebene und nicht mehr im kollektiven Überschwang wie während des Pandemie-Booms. Käufer kämpfen um die Fahrzeuge, die sie wirklich wollen, und lassen andere links liegen. So erzielte ein 2000er Lamborghini Diablo GT – von dem nur 80 gebaut wurden – mit 1,435 Millionen USD einen Rekordpreis. Ebenso erbrachten ein 2005 Maserati MC12 (5,202 Millionen USD) und ein 2010 Ferrari 599XX Evo (3,305 Millionen USD) ihre jeweiligen Modellrekorde.

Im Gegensatz dazu schwächelten gängige Klassiker wie der Mercedes-Benz 190SL: Fünf Exemplare wurden durchschnittlich 21 Prozent unter der unteren Schätzung verkauft. Auch Restaurierungsprojekte verloren an Reiz: Ein unrestaurierter 1934 Bugatti Type 57 Ventoux mit Originalkarosserie und -motor brachte nur 224.000 USD – 53 Prozent weniger als beim letzten Verkauf vor 16 Monaten. Auch ein frisch entdeckter 1972 Ferrari Dino 246 GT lag 26 Prozent unter seinem Marktwert in Zustand 4.

Mehr Vielfalt bei den Top-Verkäufen

Trotzdem stieg die Vielfalt im Millionensegment in Monterey: Ein 1974 Ferrari Dino 246 GTS, ein 1980 BMW M1 Procar und ein 1973 Porsche 911 Carrera RS 2.7 Touring überschritten die Eine-Millionen-Marke. Ein 1996 Nissan Skyline GT-R Nismo 400R verfehlte sie nur knapp um 5.000 USD. Diese Fahrzeuge gesellten sich zu den üblichen Duesenbergs, 300SLs, Cobras – und natürlich zahlreichen Ferraris.

Die Top-10-Verkäufe umspannten dieses Jahr mehr Jahrzehnte als in den letzten zehn Jahren bei Monterey – jedoch mit der geringsten Markenvielfalt. Den Grund dafür sieht er in der Ferrari-Dominanz. Selbst wenn man den Daytona SP3 (Charity-Los) herausrechnet, würde ein Maserati MC12 – basierend auf dem Ferrari Enzo – nur Platz zehn einnehmen. „Mit dem Abschluss der Monterey-Auktionen und keiner größeren Auktion vor Januar bleibt dem Markt nun Zeit, die Ergebnisse zu verarbeiten. Vielfalt ist zwar in die Millionenregion vorgedrungen, doch Rekorde und Schlagzeilen gehören nach wie vor Ferrari“, resümiert Classic-Analytics-Mann Wilke.

Nachfolgend sind die Ergebnisse aufgeführt, die Classic Analytics während der Live-Auktionen sowie durch nachträgliche Verkäufe, die von den Auktionshäusern gemeldet wurden, beobachtet hat. Die Beträge beinhalten die jeweiligen Käuferaufschläge.

Gesamtübersicht (alle Auktionshäuser):

  • Gesamterlös: 432,8 Millionen USD
  • Verkaufte Lots: 818 von 1.078 (Verkaufsquote 76 Prozent)
  • Durchschnittspreis pro Fahrzeug: 529.035 USD

Ergebnisse 2024:

  • Gesamterlös: 391,6 Millionen USD
  • Verkaufte Lots: 821 von 1.143 (Verkaufsquote 72 Prozent)
  • Durchschnittspreis pro Fahrzeug: 476.965 USD

Top 10 Verkäufe aller Auktionen:

  • 1. 2025 Ferrari Daytona SP3 Coupé verkauft für 26.000.000 USD (RM Sotheby’s) – Wohltätigkeitslot
  • 2. 1961 Ferrari 250 GT SWB California Competizione Alloy Spider verkauft für 25.305.000 USD (Gooding Christie’s)
  • 3. 1993 Ferrari F40 LM GTC Coupé verkauft für 11.005.000 USD (RM Sotheby's)
  • 4. 1995 Ferrari F50 Coupé verkauft für 9.245.000 USD (RM Sotheby’s)
  • 5. 2020 Bugatti Divo Coupé verkauft für 8.557.500 USD (Bonhams)
  • 6. 1973 Ferrari 365 GTB/4 Daytona Competizione verkauft für 8.145.000 USD (Gooding Christie’s)
  • 7. 1961 Ferrari 250 GT SWB California Spider verkauft für 7.550.000 USD (Gooding Christie’s)
  • 8. 1957 Ferrari 250 California Spider verkauft für 7.265.000 USD (Gooding Christie’s)
  • 9. 2017 Ferrari LaFerrari Aperta Spider verkauft für 6.715.000 (RM Sotheby’s)
  • 10. 1935 Mercedes-Benz 500K Sindelfingen Special Roadster verkauft für 5.340.000 USD (RM Sotheby’s)

CLASSIC BUSINESS DAY

Das Expertenmeeting rund um das Geschäft mit Young- und Oldtimern

Am 19. November 2025 präsentieren die beiden Medienmarken »kfz-betrieb« und »Fahrzeug + Karosserie« im PS.Speicher Einbeck mit dem Classic Business Day ein neues Oldtimer-Veranstaltungsformat. Das eintägige Event verspricht relevante Fachinformationen für Profis, Fortgeschrittene und Einsteiger an einem ganz besonderen Veranstaltungsort.

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