Die Landesinnungen Mecklenburg -Vorpommern, Hamburg und Schleswig- Holstein hatten Anfang November im Alpincenter Hamburg Wittenburg zur gemeinsamen Herbsttagung geladen. Ein Schwerpunktthema im Programm war das Schadenmanagement.
Anfang November traffen sich die Innungen im Norden zu ihrem Landesverbandstag in Hamburg.
(Bild: Wenz - VCG)
Andres Zingler, Obermeister, und Andreas Knirk, Geschäftsführer, der Landesinnung Mecklenburg- Vorpommern begrüßten die Teilnehmer zum gemeinsamen Landesverbandstag der Landesinnungen Mecklenburg -Vorpommern, Hamburg und Schleswig- Holstein Anfang November im Alpincenter Hamburg Wittenburg. Die gastgebende Innung Mecklenburg-Vorpommerns hatte für die Teilnehmer ein ansprechendes Programm zusammengestellt, das mit einem Get-Together am Freitagabend begann und mit Pistengaudi und Abendveranstaltung am Samstagabend endete. Dazwischen gab es den Innungsverbandstag und einen hochinteressanten Besuch beim Innungsmitgliedsbetrieb HBU.
Andreas Zingler eröffnete den Landesverbandstag und sprach einige der anstehenden Herausforderungen für die Karosserie- und Fahrzeugbauerbranche an. Insbesondere die Entwicklungen im Schadenmarkt würden derzeit Sorgen bereiten – nähere Informationen hierzu sollten die beiden Gastredner Arndt Hürter, ZKF-Präsident, und Peter Börner, Vorstand Eurogarant Auto Service AG, liefern.
Doch die Unfallinstandsetzung sei nicht die einzige Herausforderung für die Branche, sagte Zingler. Er sprach die derzeitigen Querelen bezüglich des Kältemittels für Kfz-Klimaanlagen, die anhaltende Diskussion um Verbrenner- und E-Autos sowie das allgegenwärtige Problem des Fachkräftemangels an. Anschließend berichteten Innungsmitglieder von der Arbeit in den ZKF-Ausschüssen. Zingler sagte, dass es bei der gemeinsamen Ausschusstagung der Ausschüsse „Instandsetzung und Fahrzeugtechnik“ sowie „Autolackierung und Oberflächentechnik“ im Schwerpunkt um den Übergabezustand eines reparierten Fahrzeugs von der Karosserie an die Lackiererei gegangen sei (»F+K« berichtete). Marko Schrödter, Geschäftsführer Fahrzeugbau Parketin, berichtete vom Ausschuss „Karosserie- und Fahrzeugbau“. Der Ausschuss habe kürzlich in Tschechien bei Edscha Trailer Systems getagt. Schrödter führte aus, dass die wirtschaftliche Situation der Fahrzeugbaubetriebe sehr heterogen sei. Es gebe unternehmen, die noch sehr gut ausgelastet seien aber eben auch welche, in den die Auslastung deutlich zurückgegangen sei. Das gelte für die Auftragslage im Fahrzeugbau ebenso. Weitere wichtige Themen seien die Vorschriften zur neuen Generation der digitalen Fahrtenschreiber, die Gesetzgebung zu GSR II sowie die anstehende Novelle der Altautoverordnung gewesen.
Neues zum Berichtsheft
Manfred Peters, Landesfachschule Rendsburg, und Thilo Krombholz, Geschäftsführer Karosserie- und Lackierbetrieb Krombholz, berichteten aus der Arbeit des Ausschusses Berufsbildung. Im Mittelpunkt standen die Überbetrieblichen Unterweisungen (ÜBL) für die Azubis des Karosserie- und Fahrzeugbauhandwerks. Hier gebe es inzwischen 18 ÜBL, kein anderes Handwerk würde den Azubis ein solche Vielfalt anbieten, sagte Peters. Zu Diskussionen mit den Teilnehmern führte die Nachricht, dass die Berichtshefte künftig nicht mehr von den Berufsschulen kontrolliert beziehungsweise eingesehen werden müssten. Damit würde die Betriebe ein wenig mehr in die Nachweispflicht gelangen, wenn es darum gehe, beispielsweise Fehlzeiten zu erläutern. Zur Anmeldung der Prüfung Teil 2 (Gesellenbrief) müsste der Betrieb kundtun, ob die Berichtshefte ordnungsgemäß geführt worden seien. Auf Verlangen müssten die Berichtshefte aber dem Prüfungsausschuss vorgelegt werden.
ZKF-Präsident Arndt Hürter startete mit einem Hinweis auf den ZKF-Branchentreff 2026 am 8. Mai in Köln. Die Vorabendveranstaltung würde in Köln in der Motorworld stattfinden. Der eigentliche Branchentreff finde mit den Symposien Pkw und Nfz in den MMC-Fernsehstudios statt. Dazu gebe es noch einen Festakt in der Kölner Flora, der von der Innung Köln ausgestaltet wird, die im kommenden Jahr ihr 100-jähriges Jubiläum feiert.
Hürter berichtete anschließend von der derzeitigen Stimmung im Schadenmanagement der Versicherer. Auf einem Versicherungsforum in Köln habe beispielsweise ein Vertreter der LVM bekanntgegeben, dass man sich auf die Regressprozesse mit den Werkstätten freue. Die Versicherungswirtschaft wolle sich auf diesem Wege „das Geld zurückholen, was man ihr vorher zu Unrecht aus der Tasche gezogen habe“, führte Hürter aus. Eine solch offene Kampfansage hält der ZKF-Präsident für den falschen Weg – dies sei sicherlich nicht förderlich, wenn es um Vertrauensbildende Maßnahmen im Schadenmanagement gehe. Hürter berichtete von insgesamt zähen Gesprächen mit der Versicherungswirtschaft. Insbesondere die Allianz würde ihre Marktmacht im Schadenmanagement kontinuierlich ausbauen. Zum Allianz-Tochterunternehmen Solvd gehöre inzwischen neben dem Prüfunternehmen Control Expert der Datenlieferant CAB und der Innovation Group auch das Schadennetz der HDI. Zudem würde die Allianz die fiktive Unfallschadenabrechnung forcieren, was Hürter aus Sicht der Kunden und der Werkstätten für keine gute Idee hält.
Stand: 08.12.2025
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Teilemargen sichern
Eurogarant-Vorstand Peter Börner hielt ein leidenschaftliches Plädoyer für die Teileversorgung durch die Eurogarant Auto Service AG. Er bemängelte die Marschrichtung der Allianz, die das Thema Gebrauchtteile derzeit forciere und dass die HUK-Coburg gerade mit Helloparts eine eigene digitale Teileplattform installiere. Bei den Stundenverrechnungssätzen sei für die Versicherungswirtschaft nichts mehr zu holen, dann geht „es jetzt eben an die Marge der Ersatzteile“, sagte Börner. Die Versicherer wollen das Teilegeschäft in der Hand haben und wenn das so weit ist, werden sie die Preise diktieren, ergänzte Börner. Die Branche sollte ihr eigenes Unternehmen, die Eurogarant Auto Service AG, nutzen, um den Bestrebungen der Versicherer ein Gegengewicht bieten zu können. Der Konsolidierungsdruck in der Versicherungsbranche würde weitergehen, warnte Börner. Die Eurogarant sei auch künftig ein verlässlicher Partner für die ZKF-Mitgliedsbetriebe.
Anschließend besuchten interessierte Teilnehmer des Landesverbandstags den Innungsbetrieb HBU. Geschäftsführer Rick Krohn gab ihnen einen Einblick in einen sehr speziellen Bereich des Fahrzeugbaus. Denn sein Unternehmen stellt Bauwagen für die unterschiedlichsten Anwendungsbereiche her. Hier gibt es quasi nichts, was nicht vorstellbar ist. So reicht die Range vom normalen Bauwagen über den Verkaufswagen und den Toilettenwagen bis hin zum Wohnwagen.
Für Andreas Knirk war dies der letzte Landesverbandstag der Nordinnungen. Der Geschäftsführer verabschiedet sich zum Jahresende in den Ruhestand. Ab Januar befindet sich die Geschäftsstelle der Karosseriebauer-Innung Mecklenburg-Vorpommern in der: