Acea-Halbjahresbilanz Nutzfahrzeugmarkt sackt europaweit ab – mit kleinen Ausnahmen

Von Andreas Grimm 3 min Lesedauer

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Die schwierige weltwirtschaftliche Situation lässt sich derzeit gut an der Entwicklung des Nutzfahrzeug-Absatzes ablesen: Es geht bergab. Ein Segment legt aber zu – und das auch mit Elektroantrieben.

Vans sind und bleiben das größte Nutzfahrzeugsegment. Doch der Absatz ist in Europa im ersten Halbjahr stark gefallen.(Bild:  Nissan)
Vans sind und bleiben das größte Nutzfahrzeugsegment. Doch der Absatz ist in Europa im ersten Halbjahr stark gefallen.
(Bild: Nissan)

Das erste Halbjahr 2025 war für den europäischen Nutzfahrzeugmarkt von erheblichen Zulassungsrückgängen in vielen, insbesondere den großen Märkten geprägt. In den Ländern der EU, der Efta und in Großbritannien kamen nach Angaben des Herstellerverbands Acea deutlich weniger Transporter/Vans (-13,2 %), schwere (-14,2 %) und mittelschwere (-18,0 %) Lkw neu auf die Straßen als in den ersten sechs Monaten des Vorjahres. Einzig der Absatz der Busse legte im gesamteuropäischen Raum zu (+4,1 %). Er wurde allerdings getrieben durch ein starkes Absatzplus in Norwegen und vor allem in Großbritannien.

Im Transporter-Segment war der deutliche Rückgang um 13,2 Prozent auf 912.600 Einheiten in fast allen nationalen Märkten spürbar. Allerdings gab es vier nennenswerte Ausnahmen. In Belgien legte der Absatz um 9,5 Prozent auf 39.400 Einheiten zu. In Finnland (+7,0 %) und Polen (+0,6 %) ging der Markt ebenfalls nach oben. Und insbesondere in Spanien als einer der größten europäischen Märkte stieg der Van-Absatz um 11,2 Prozent auf 95.200 Einheiten. Die anderen großen Märkte meldeten sinkende Zulassungszahlen, insbesondere Deutschland (-14,7 % auf 184.300 Einheiten), gefolgt von Frankreich (-12,0 %) und Italien (-11,7 %).

Ein ähnliches Bild zeigt sich bei den Neuzulassungen der schweren und mittelschweren Lkw, deren Absatz europaweit um 14,9 Prozent auf 183.930 Einheiten zurückging. Alle wichtigen Märkte verzeichneten einen deutlichen Absatzschwund, wobei Deutschland (-27,5 %) und Frankreich (-18,8 %) überdurchschnittlich schwach abschnitten. Spanien (-13,6 %), Italien (-13,3 %) und Großbritannien (-11,2 %) entwickelten sich relativ gesehen etwas besser. Signifikante Zuwächse vermeldeten nur Dänemark (+10,1 %) und Litauen (+113,6 %).

Der Omnibus-Markt war in der EU geprägt von einer deutlichen Zurückhaltung in den großen Volkswirtschaften. Unter den wichtigsten Märkten verzeichnete Italien einen starken Rückgang (-24,5 %), gefolgt von Spanien (-10,7 %), Frankreich (-8,0 %) und Deutschland (-3,2 %). Der Gesamtrückgang summierte sich in der EU auf 4,4 Prozent. Jedoch vermeldet Acea für Norwegen (+62,2 %) und Großbritannien (+38,9 %) eine Sonderkonjunktur in der Bus-Nachfrage, so dass gesamteuropäisch der Absatz nach sechs Monaten mit 24.700 Einheiten im Plus liegt (+4,1 %)

Weiterhin wenig Impulse für alternative Antriebe

Der Diesel-Motor bleibt in der ersten Hälfte des Jahres 2025 die bevorzugte Wahl für Käufer neuer Transporter in den europäischen Märkten. Allerdings gingen die Zulassungen um 16,5 % auf 746.900 Einheiten zurück, was einem Marktanteil von 82 % entspricht (erstes Halbjahr 2024: 84,3 %). Der Absatz der Benziner fiel europaweit um 27,5 % auf 40.700 Einheiten, der Marktanteil liegt nun bei 4,9 Prozent. Prozentual deutlich zugelegt, um 47,5 Prozent, haben elektrisch aufladbare Transporter, die einen Marktanteil von 10,2 Prozent erreichen. Dieses Wachstum wurde nicht zuletzt vom britischen Markt befeuert, wo die E-Transporter um 90 Prozent zulegten. Die Zulassungen von Hybrid-Transportern stiegen um 8,4 %, hatten jedoch nur einen Marktanteil von 2,6 Prozent.

Auch bei den Lkw bleibt der Diesel dominant. Der Absatz der Diesel-Lkw rutschte zwar um 16,8 Prozent ab, er ist aber gesamteuropäisch in 93,1 Prozent der Neuzulassungen verbaut. Elektrisch aufladbare Lkw kommen auf einen Marktanteil von 4 Prozent, im ersten Halbjahr 2024 waren es nur 2,2 Prozent. Die Niederlande führten diese Expansion mit einem Wachstum von 187,6 % im ersten Halbjahr 2025 an. Größter E-Lkw-Markt ist aber Deutschland mit 1.881 Neuzulassungen (+1,8 %), gefolgt von Großbritannien mit 1.142 Einheiten (+81,2 %).

Enorm gestiegen ist dagegen der Anteil der Zulassungen von elektrisch aufladbaren Bussen. Europaweit bedeuten 5.892 E-Busse einen Anteil von 36,2 Prozent. Auch hier ist der britische Markt wieder der Treiber der Entwicklung mit 1.351 Neuzulassungen (+53,5 %). Deutschland, der volumenmäßig zweitgrößte Markt, verzeichnete ein Wachstum von 105,2 Prozent auf 835 Einheiten. Norwegen ist mit 536 Neuzulassungen der drittgrößte Markt, gefolgt von Belgien mit 523 elektrischen Bussen. Die Zulassungen von Hybrid-Elektrobussen verzeichneten einen zweistelligen Rückgang von 36,4 Prozent auf nur noch 1.272 Einheiten. Die Zulassungen von Dieselbussen steigen europaweit sogar leicht um 1,3 Prozent und kommen auf einen Marktanteil von 65,9 Prozent.

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