Hauptuntersuchung und Sicherheitsprüfung an Lkw Schlecht bremsen können sie gut

Von Dipl.-Ing. (FH) Kfz-Technik Peter Diehl 2 min Lesedauer

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Alle Prüforganisationen führen detaillierte Statistiken zu den Ergebnissen der erfolgten Hauptuntersuchungen und Sicherheitsprüfungen. Eine solche Statistik, erstellt von der GTÜ und Lkw betreffend, konnte »F+K« auswerten. Die Erkenntnis: zum Teil haarsträubende Mängel, auch an den Bremsen.

Hauptuntersuchung an einer Sattelzugmaschine im GTÜ-Prüfzentrum Plauen(Bild:  GTÜ)
Hauptuntersuchung an einer Sattelzugmaschine im GTÜ-Prüfzentrum Plauen
(Bild: GTÜ)

Gleich vorweg ein Korrekturfaktor. Er ist wichtig, um den Inhalt der Tabelle auf Seite 38 korrekt interpretieren zu können: Weil die Gesellschaft für Technische Überwachung (GTÜ) nur eine von mehreren, zum Teil größeren Prüforganisationen ist, sind die in der Tabelle gelisteten Zahlen hochzurechnen, um ein Gefühl für die Gesamtmängelquoten der Fahrzeuge zu erhalten. Ausgehend von den sechs namhaftesten Wettbewerbern der GTÜ, also konservativ gerechnet, lautet dieser Korrekturfaktor 6. Somit geht es beispielsweise nicht um knapp 34.000, sondern um über 200.000 ölfeuchte Motoren, die während Hauptuntersuchungen (HU) und Sicherheitsprüfungen (SP) auffielen.

Doch das ist nicht der Punkt. Schlecht funktionierende Bremsen erscheinen wesentlich bedrohlicher. Und das sind immerhin – noch ohne Korrekturfaktor – 4.323-fach Betriebsbremsen mit ungleichmäßiger Wirkung und um 25 Prozent überschrittenem Grenzwert, 3.577-fach ebensolche Feststellbremsen, 3.109-fach verschlissene Bremsbeläge an der zweiten und 2.593-fach an der ersten Achse. Die Aufzählung könnte um vier weitere Mängel an den Bremsen ergänzt werden. Aufschlussreicher ist jedoch ein Blick in die Tabelle. Von der seitens der GTÜ zur Verfügung gestellten Mängelstatistik hat »F+K« übrigens nur solche Mängel in die Tabelle übernommen, die mehr als 1.000-fach auftraten – aus Platzgründen. Nicht vergessen: Diese Zahlen sind stets mal sechs zu rechnen.