Der deutsche Neuwagenmarkt verharrt im Großen und Ganzen auf dem Niveau des Vorjahres. In der Mai-Bilanz steht aber immerhin mal ein leichtes Plus von 1,2 Prozent. Hinter der Gesamtbilanz verbergen sich allerdings gravierende Verwerfungen.
Im Neuwagenmarkt geht weiterhin nicht viel. Allein BEV und PHEV legen kräftig zu.
(Bild: Grimm – VCG)
Der deutsche Neuwagenmarkt hat im Mai leicht ins Plus gedreht. Wie aus den Zahlen des Kraftfahrt-Bundesamts hervorgeht, legten die Pkw-Neuzulassungen im fünften Monat des Jahres um 1,2 Prozent zu. 239.297 Neuwagen kamen den Angaben zufolge auf die Straßen. Allerdings ist bei dem leichten Plus zu beachten, dass im Vorjahr die Pfingstferien in einigen Bundesländern in den Mai fielen (und die Zulassungen eher bremsten). Der Mai 2024 hatte sogar einen Arbeitstag weniger.
Entsprechend bewertet die Branche das Mai-Ergebnis nur verhalten positiv. Die Unternehmensberatung EY spricht von einem „Mini-Wachstum im Mai“, der Importeursverband VDIK immerhin von einer „leicht positiven“ Entwicklung. Fakt ist, dass der Gesamtmarkt nach fünf Monaten mit 1,147 Millionen Neuzulassungen um 2,4 Prozent unter dem niedrigen Vorjahreswert liegt. Von den Vorkrisenwerten ist der Neuwagenmarkt weiter weg denn je – das Mai-Ergebnis liegt 28 Prozent unter dem 2019er Wert.
„Wir sehen nach wie vor eine sehr geringe Nachfrage nach Neuwagen“, konstatiert Constantin Gall, Leiter Mobility bei EY für die Region Westeuropa. Das ist insofern nicht verwunderlich, da sich an den Umständen in den letzten Monaten wenig verändert hat: eine anhaltende Wirtschaftsflaute, die Investitionszurückhaltung der gewerblichen und industriellen Kunden sowie Arbeitsplatzsorgen der Verbraucher.
Wenig Hoffnung für Aufschwung
Für Gall verfestigt sich die Einschätzung, dass der Neuwagenmarkt in diesem Jahr auf Vorjahresniveau verharren wird. „Der Markt bewegt sich seitwärts, es geht nicht voran – weder in Deutschland noch in Europa.“ Dass weiterhin Nachfrage-Impulse fehlen, machen die aktuellen Zahlen des Verbands der Automobilindustrie deutlich: Die im VDA organisierten Hersteller vermeldeten einen im Vergleich zum Vorjahresmonat um 4 Prozent rückläufigen Auftragseingang aus dem Inland. Der VDA repräsentiert derzeit 58 Prozent der Neuzulassungen.
Die Präsidentin des VDIK, Imelda Labbé, hat die Hoffnung auf eine Erholung im Jahresverlauf noch nicht aufgegeben. Dafür spricht aus ihrer Sicht die steigende Zahl an Elektromodellen, die auf eine steigende Nachfrage treffen. Jedoch werde die in Aussicht gestellte Abschreibung auf Elektrofahrzeuge im Gewerbe nicht für den notwendigen E-Auto-Booster sorgen. „Wir benötigen gleichzeitig die im Koalitionsvertrag angekündigten Maßnahmen für Privatkunden und den Gebrauchtwagenmarkt“, fordert Labbé laut einer VDIK-Mitteilung.
EY-Experte Gall sieht die Elektromobilität aus mehreren Gründen auf dem Vormarsch. Viele Hersteller hätten den Preisunterschied zwischen Verbrennern und vergleichbaren E-Autos signifikant reduziert. Zudem bieten sie für viele Elektroautos attraktive Finanzierungen und Leasingkonditionen an. Dazu komme der von Steuervergünstigungen angetriebene Boom gewerblicher Elektrozulassungen. „Das Elektro-Segment lebt von den gewerblichen Neuzulassungen“, konstatiert Gall. Der Anteil gewerblicher Halter liegt im Elektromarkt derzeit bei rund 66 Prozent.
Elektro-Nachfrage steigt weiter
Gleichzeitig haben aus Sicht der Autohäuser die Vorbehalte der Privatkunden gegenüber einem E-Autokauf spürbar abgenommen. „Das beobachten wir im täglichen Handel“, berichtet Thomas Peckruhn, kommissarischer Präsident des ZDK. „Wenn jetzt die Hersteller ihre Neuerscheinungen für das kommende Jahr ankündigen, insbesondere im Kompakt- und Kleinwagensegment bei entsprechender Bepreisung, könnte diese positive Entwicklung noch weiterbefördert werden.“ Den Absatz fördern könnten nun weitere gezielte Maßnahmen der Politik, um die Betriebskosten von E-Autos zu reduzieren, beispielsweise durch eine Senkung der Steuern auf Strom. Jeder Autokäufer brauche die Transparenz über seine langfristigen Kosten für ein E-Modell.
Insgesamt wurden im Mai 43.060 BEV neu zugelassen. Das liegt knapp über dem Mai-Höchstwert des Jahres 2023 – und ist ein Plus von 45 Prozent im Vergleich zum Vorjahreswert. Der BEV-Marktanteil lag im Mai 2025 bei 18,0 Prozent aller Pkw-Neuzulassungen. Die Verkaufszahlen der Benziner sanken dagegen um 24 Prozent, der Diesel-Pkw-Absatz um 22 Prozent.
Allerdings liegt der BEV-Marktanteil weiterhin nicht auf dem erforderlichen Niveau zum Erreichen der CO2-Grenzwertziele. Daran ändert auch das parallel laufende starke Wachstum der Plug-in-Hybride nichts. Deren Neuzulassungen legten im vergangenen Monat um 79,4 Prozent auf 25.181 Fahrzeuge zu. Dies entspricht einem Marktanteil von 10,5 Prozent. Das starke prozentuale Wachstum der BEV und PHEV liegt übrigens nicht zuletzt an den schwachen Absatzzahlen des Vorjahres.
Stand: 08.12.2025
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BYD liegt wieder vor Tesla – Opel bricht ein
Blickt man auf die Entwicklung der einzelnen Marken, hinterlässt der kleine E-Boom weitere Spuren. Zu den Gewinnern des Monats Mai gehören zuvorderst die Elektrofabrikate Lynk & Co, Xpeng und BYD – wobei nur BYD mit einem Absatzplus von 824 Prozent und einem Marktanteil von 0,8 Prozent eine nennenswerte Größenordnung erreicht. Damit liegen die Chinesen erneut deutlich vor Tesla mit einem Marktanteil von 0,5 Prozent. Das US-Fabrikat verlor 36 Prozent seiner Kunden.
An Tesla zeigt sich, dass Elektro allein sicher kein Garant für Erfolg ist. Auch Nio und Vinfast (beide -37 %) sowie Polestar (-42 %) oder Smart (-78 %) verloren stark. Absatz-Tiefschläge können aber auch breit aufgestellte Fabrikate treffen. Unter den Fabrikaten mit nennenswerten Marktanteilen gingen im Mai etwa Peugeot (-26 %), Opel (-22 %) und MG (-20 %) in die Knie.
Ein differenziertes Bild ergibt sich beim Blick auf die deutschen Fabrikate. Großer Verlierer ist wie schon erwähnt Opel (-22 %). Auch der Porsche-Absatz ist deutlich im Minus (-9 %), während der Audi-Rückgang nur zur Randnotiz taugt (-2,6 %). Die Markenschwester VW legt dagegen klar zu (+5,1 %), ebenso BMW (+9,6 %) und Mercedes (+9,9 %). Die krisengeschüttelte Marke Ford befindet sich sogar auf der Überholspur (+12,9 %).