Audi-Rückruf Takata-Debakel weitet sich aus

Von Niko Ganzer 2 min Lesedauer

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Statt wie bisher nur einige Tausend Fahrzeuge rufen die Ingolstädter nun deutschlandweit 140.000 A4 und A6 zu einem Tausch des Beifahrerairbags in die Vertragsbetriebe. Die anderen Marken des Volkswagen-Konzerns sind laut Hersteller von dieser Ausweitung nicht betroffen.

Audi hat eine Rückrufaktion zu den risikobehafteten Takata-Airbags jüngst auf eine jetzt sechsstellige Anzahl an betroffenen Fahrzeugen hierzulande erweitert.(Bild:  Audi)
Audi hat eine Rückrufaktion zu den risikobehafteten Takata-Airbags jüngst auf eine jetzt sechsstellige Anzahl an betroffenen Fahrzeugen hierzulande erweitert.
(Bild: Audi)

Audi hat bereits im vergangenen Herbst rund 140.000 weitere Kunden in Deutschland angeschrieben und ihnen die Notwendigkeit eines Tauschs des Beifahrerairbags der Firma Takata mitgeteilt. Damit wurde der schon länger bekannte Rückruf mit dem internen Aktionscode „69EQ“, der auch den ausländischen Code „69R7“ beinhaltet, deutlich ausgeweitet, wie ein Audi-Sprecher gegenüber »kfz-betrieb« bestätigte.

Bislang waren aufgrund des klimatischen Einflusses auf das mögliche Schadensereignis hierzulande nur knapp 6.000 Audi A4 und A6 auf der Rückrufliste gestanden, die nach längerer Zulassung in so genannten „Warmländern“ – zum Beispiel in Südeuropa – zu uns reimportiert worden waren. Doch nun sei der Rückruf auch auf die gemäßigteren Breitengrade der Klimazone 4 ausgedehnt worden. „Entscheidungsgrundlage ist das Fahrzeugalter, denn äußere Einflüsse wie Temperatur und Feuchte könnten mit zunehmender Fahrzeuglebensdauer zu einem steigenden Risiko einer Alterung des Treibmittels in diesem Typ Gasgenerator führen“, so der Sprecher. Inkludiert seien ausschließlich Autos, die bis Ende 2027 das Alter von 20 Jahren überschreiten.

Noch keine schweren Unfälle dokumentiert

Die vom Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) inzwischen zum dem Rückruf veröffentlichten Zahlen sind deutlich höher als die vom Sprecher genannten, nämlich knapp 1,9 Millionen Einheiten weltweit, davon 545.000 in Deutschland. Dies dürfte aber die Summe aller theoretisch betroffenen Autos sein, inklusive der weltweit bereits abgearbeiteten und der gar nicht mehr im Verkehr befindlichen. Der Eintrag in der Behördendatenbank existiert schon seit knapp zwei Jahren. Während sich die ausgewiesene Stückzahl seitdem mehrmals verändert hat, ist die Behördenangabe zu den bekannten „Vorfällen mit Sach- und/oder Personenschäden“ immer gleich geblieben: Flensburg sind „keine bekannt“.

Der Audi-Sprecher äußerte sich zuversichtlich, dass es auch weiterhin zu keinen Verletzungen oder gar Todesfällen durch umherfliegende Metallteile eines berstenden Gasgenerators bei Audi-Insassen kommt. Auf der Beifahrerseite „ist nach unserer Einschätzung das ohnehin sehr geringe Risiko noch weiter reduziert“ – als Gründe nannte er die Ausblasgeometrie und die seltenere Sitzbelegung. Zudem betonte er, dass es sich um ein Audi-spezifisches Bauteil handele. „Andere Marken des Volkswagenkonzerns sind demnach nicht von dieser Aktion betroffen“.

Volkswagen: Markenspezifische Rückrufentscheidung

Auch ein Konzernsprecher in Wolfsburg bestätigte, dass diese Rückrufentscheidung markenspezifisch getroffen worden sei. Man betreibe seit 2016 ein umfassendes Analyseprogramm zu den pyrotechnischen Gasgeneratoren von Takata und orientiere sich dabei an den globalen Klimazonen. „Damit stellen wir sicher, dass Rückrufaktionen gezielt und risikobasiert durchgeführt werden, wobei entsprechend definierte Fahrzeuge und Airbags mit erhöhter Priorität behandelt werden“, sagte er.

Für Wolfsburger VW-Pkw, die für den deutschen Markt produziert wurden und hierzulande zugelassen sind, gibt es also weiterhin keine Rückrufe von Takata-Airbags. Die vom KBA in mehreren Datenbankeinträgen genannte Summe für Deutschland liegt demzufolge auch bei unter 10.000 Import-Fahrzeugen (Aktionscodes „69EJ“, „69EW“ und „69EV“ – gelistet 2023 und 2024).

Weltweit sind es den Angaben zufolge aber über 1,2 Millionen Autos – zumindest potenziell. Bei Seat sind es Flensburg zufolge knapp 800.000 Einheiten, bei Skoda über 650.000. Auf einer Konzernseite zu den Airbagrückrufen sind Links zu FIN-Abfragen für diverse Märkte hinterlegt, bislang allerdings noch nicht zur deutschen Audi-Seite.

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