Hebebühnen
Überarbeitete Norm soll erst 2025 veröffentlicht werden
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Die Fertigstellung der modernisierten Norm DIN EN 1493 „Fahrzeug-Hebebühnen“ verzögert sich weiter. Die Finalisierung des 110-Seiten-Werks wird für den September, die Veröffentlichung für das erste Quartal 2025 erwartet. Was bedeutet das für Kfz-Betriebe mit Hebebühnen-Erneuerungsbedarf?
Für Fahrzeug-Hebebühnen, die in Europa verkauft werden sollen, gilt derzeit die Norm DIN EN 1493 in der Fassung von 2010. Fünf Jahre später begann deren Überarbeitung, nachdem sechs Länder der EU dem zugestimmt hatten. Die Grundzüge und wichtigsten Punkte der Überarbeitung standen laut Verband der Hersteller und Importeure von Automobil-Service-Ausrüstungen (ASA) seit 2021 fest. Darin erkennt der ASA-Verband sieben Verbesserungen.
- Die Norm definiert stationäre und mobile Steuerungen klarer, was die Bedienung der Hebebühnen sicherer macht und das Risiko von Fehlern reduziert.
- Durch die Rückkehr zum sogenannten Lastrechteck für Zweisäulen-Hebebühnen wird die Tragfähigkeit und Stabilität dieser Hebebühnen-Bauart verbessert, was Unfälle oder Schäden verhindern kann.
- Die Einbeziehung weiterer Fahrzeuge wie Quads vergrößert den Anwendungsbereich der Norm und stellt sicher, dass auch für diese Fahrzeuge geeignete Sicherheitsstandards gelten.
- In angehobenen Fahrzeugen sind Personen, beispielsweise HU-Prüfer, in Ausnahmefällen erlaubt.
- Je nach Hebebühnen-Bauart wird eine maximal zulässige Fahrzeugneigung definiert.
- Die Möglichkeit, Betriebsanleitungen auch digital bereitzustellen, erleichtert den Zugang zu Sicherheitsinformationen und trägt zur sicheren Nutzung der Hebebühnen bei.
- Die Festlegung spezifischer Prüfvorschriften, beispielsweise für den Armauszug und das seitliche Spiel von Zweisäulen-Hebebühnen, verbessert die Qualitätssicherung und gewährleistet eine zuverlässige Funktionalität der Hebebühnen.
So weit, so gut – doch Finalisierung und Veröffentlichung der 110 Seiten umfassenden Norm verzögern sich seither. Als Gründe hierfür nennt der ASA-Verband zum einen die Pro-Safe-Initiative. Pro Safe ist eine sogenannte Non-Governmental Organization (NGO), übersetzt als nicht staatliche Organisation, die sich die Verbesserung der Produkt- und Dienstleistungssicherheit im europäischen Wirtschaftsraum zur Aufgabe gemacht hat. Zum anderen haben laut Verband diverse inhaltliche Anpassungen und die negative Beurteilung des Entwurfs durch die Harmonized Standard Consultants (HAS-Consultants) für Verzögerungen gesorgt. HAS-Consultants bewerten, ob erarbeitete Normen den von der EU-Kommission festgelegten Normen entsprechen.
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