Rückblick ZKF-Branchentreff Weimar lieferte Impulse für die K&L-Branche

Von Christian Otto 3 min Lesedauer

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Der Branchentreff des Zentralverband Karosserie- und Fahrzeugtechnik war nicht nur aufgrund der hohen Teilnehmerzahl ein großer Erfolg. Auch das Programm bot den Anwesenden viel Mehrwert. Eine wesentliche Erkenntnis aus Weimar: Trotz Fachkräftemangel gibt es talentierten Nachwuchs.

Voller Saal: Über 450 Teilnehmer waren zum erstmals ausverkauften ZKF-Branchentreff nach Weimar gekommen.(Bild:  Klasing)
Voller Saal: Über 450 Teilnehmer waren zum erstmals ausverkauften ZKF-Branchentreff nach Weimar gekommen.
(Bild: Klasing)

Der ZKF-Branchentreff begrüßte am vergangenen Freitag ein volles Teilnehmerplenum im Leonardo Hotel in Weimar. ZKF-Präsident Arndt Hürter thematisierte deshalb auch zu Beginn seines Grußwortes den „tollen Erfolg“, dass das Event erstmals ausgebucht sei. Darauf können das ZKF-Team stolz sein.

Hürter beschwor zudem nochmals den Dialog mit allen Marktbegleitern, um die Branche nachhaltig weiterzuentwickeln. Dazu gehöre auch das internationale Engagement wie über den AIRC. Seine Motivation sei nach dem ersten Jahr als Präsident des ZKF ungebrochen, auch weil man schon viel vorangebracht habe.

Er unterstrich nochmals die hohe Relevanz der fachgerechten Reparatur und die Bewahrung ihrer Freiheit. Diese werde zunehmend eingeschränkt.

ZKF-Branchentreff 2025
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Insbesondere Brüssel nehme laut Hürter immer stärker Einfluss auf die Länder, bspw. beim Thema Altfahrzeuge. Dieser aktuelle EU-Vorstoß stresst die Fahrzeugbauer derzeit sehr und kann „existenzbedrohend“ werden.

Mit der Versicherungswirtschaft sei der Verband im Austausch, wie beim Versicherungsforum in Köln. Dort seien auch die horrenden Ersatzteilpreise als gemeinsames Problem identifiziert werden. Hürter erklärt, dass „Ersatzteile einen immer höheren Anteil an der Rechnung einnehmen“. Das sei keine gute Entwicklung.

Der zuletzt stärker diskutierte Einsatz gebrauchter Ersatzteile stelle dabei noch keine wirkliche Lösung dar. Als Verband sei man offen für weitere Gespräche mit der dort sehr aktiven Allianz. Aber vor allem die Margen müssten auf Neuteileniveau liegen, um für die Betriebe als Alternative attraktiv zu sein, mahnte Hürter.

Vertrauensverlust abbauen

Für all diese Entwicklungen sei aber ein hohes Vertrauen zwischen Versicherern und Betrieben vorausgesetzt. Hier hatte es in den vergangenen Jahren aber eher eine steigende Konfrontation gegeben. Bekenntnissen einzelner Versicherer zum Ende des vergangenen Jahres folgte laut Hürter leider keine Konkretisierung.

Deshalb könne der ZKF-Präsident immer nur empfehlen, Gutachten von einem qualifizierten Sachverständigen vornehmen zu lassen: „Eine saubere Dokumentation des Unfallschadens hilft, um im Regressfall gewappnet zu sein“, so Hürter. Komme es zu einer Auseinandersetzung mit Versicherern, solle man auf Fachanwälte für Verkehrsrecht setzen.

Auch der Fachkräftemangel bleibe für die Betriebe ein Problem. Aber mit neuen Ansätzen wie dem der Kölner Innung, die in einem Projekt mit 16 jungen Menschen aus China nun fehlende Azubis ausgleicht, finde man kreative Lösungen. „Ausbilden, ausbilden und ausbilden – das ist der Schlüssel“, unterstrich der ZKF-Präsident,

Eine weitere Entlastung könne der Einsatz von Künstlicher Intelligenz bringen. Deren Einfluss werde auch in der Werkstatt immer größer. Wie stark könne man heute aber noch nicht absehen. Auch in diesem Zusammenhang werde aber die IT-Sicherheit in den Betrieben noch relevanter. Es sei laut Hürter eines der am meisten unterschätzten Themen.

Tolle Talente

Dass man trotz des Nachwuchsproblems talentierte Azubis ausbilde, zeigte die Siegerehrung „Deutschlands Beste“. Hier ehrte der ZKF jeweils die besten Karosserie- und Fahrzeugbaumechaniker, die sich erst auf Landesebene qualifiziert hatten, und dann bei der Deutschen Meisterschaft im Handwerk „German Craft Skills“ 2024 antraten, welche am 8. September 2024 in Alsfeld stattgefunden hat.

Bei der Karosserieinstandhaltungstechnik gingen die Plätze an Ehtan Darius Frind (3. Platz), Fabian Ferring (2.) und Moritz Günther (1.). In der Karosserie- und Fahrzeugbautechnik wurden Tom Hameister (3.), Amin Hatoum (2.) und Carlo dal Ri (1.) geehrt.

Steffen Fuchs, Referatsleiter Berufsbildung beim ZKF, freute sich über die Leistungen: „Die jungen Leute beherrschen ihr Handwerk von der Pike auf.“

Den kompletten Tag folgte nun ein breites Programm, bei dem in den parallelen Pkw- und Nutzfahrzeugsymposien aktuelle Probleme und passende Lösungen aufgegriffen wurden. Daneben lockte eine informative Ausstellung. Den Abschluss bildete ein Fahrsicherheitsevent auf einem nahen ADAC-Gelände, bei dem sogar Traktoren getestet werden konnten.

 (co)

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